Fracking-Bohrloch.

Die enorme Schuldenlast von 200 Milliarden Dollar zwingt die Frackingunternehmen dazu, trotz Verluste durch den niedrigen Ölpreis weiter zu fördern, um wenigstens einen Teil der Schulden bedienen zu können. Erst vor wenigen Tagen meldete eines der Unternehmen Inslovenz an.

Von Marco Maier

Auch wenn die niedrigen Ölpreise als Segen für die nach wie vor sehr vom Erdöl abhängige Wirtschaft gelten, so leiden vor allem die Frackingunternehmen sehr darunter. Denn um rentabel zu arbeiten, benötigen sie aufgrund der hohen Förderkosten zumeist einen Verkaufspreis von 60 bis 100 Dollar je Barrel. Doch momentan liegt dieser mit etwa 50 Dollar weit darunter.

Nun zeigt ein Artikel der britischen Zeitung "The Guardian", dass die Gesamtschulden der Frackingindustrie bei etwa 200 Milliarden Dollar liegen, die zumeist über Unternehmensanleihen auf dem Kapitalmarkt laufen. Im Gegensatz zu Krediten bei den Banken, wo man hinsichtlich der Rückzahlung auch andere Lösungen finden könnte, kennen die Anleger auf den Finanzmärkten im Normalfall jedoch kein Pardon. Erste Zahlungsausfälle können hier schon zu Panikreaktionen führen und die Branche in arge Bedrängnis bringen.

Erst am Sonntag musste das in Texas ansäßige Frackingunternehmen WBH Energy LP Insolvenz anmelden, weil es von den Geldgebern keine Unterstützung mehr erhielt. Auch wenn die Firma recht klein ist und nur etwa 50 Millionen Dollar Schulden anhäufte: in den USA gibt es hunderte solcher Firmen. Und diese haben nach Angaben des Wall Street Journals seit 2010 ihre Schulden um 55 Prozent erhöht, während die Erträge aus dem laufenden Geschäft im selben Zeitraum um lediglich 36 Prozent zulegten. Diese gefährliche Entwicklung könnte die US-Kapitalmärkte erschüttern.

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Finanzexperten warnen schon davor, dass ein Platzen der Fracking-Blase Schäden in Billionenhöhe anrichten könnte. Denn hierbei geht es nicht nur um die rund 200 Milliarden Dollar, die diese Unternehmen den Anlegern und Spekulanten schulden, sondern ebenso um die Folgewirkungen eines Dominoeffekts, der auch Banken und Versicherungen in arge Bedrängnis bringen kann.

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6 KOMMENTARE

  1. Eine wunderbare und höchst erfreuliche Entwicklung!

    Da werden die U$A sehr bald zurück rudern und vor Allem Saudi-Arabien bitten müssen, die Fördermenge zu reduzieren, damit der Ölpreis wieder steigt.

    Diese "Bitte" wird schnell ziemlich handfest untermauert werden, wenn Saudi-Arabien ihr nicht nach kommt.
    Ein wie auch immer gearteter Konflikt zwischen den U$A und Saudi-Arabien wäre für die Öl-produzierenden Länder außerhalb der arabischen Golf-Region ein verspätetes Weihnachtsgeschenk.

    Hoffentlich hält Russland so lang durch …

    • Bedauerlicherweise sind die Amerikaner schon längst ausgelutsch und nun wird es aus strategischen Gründen (Die Militärwirtschaft) in Deutschland weiterbetrieben.

  2. Wir freuen uns, dass die Fracking-Katastrophe, die von Bush und Cheyney installiert wurde, bald zu Ende geht.
     

    Dass ausgerechnet Saudi-Arabien das Fracking ausschaltet, ist wegen den ewigen Menschenrechtsverletzunge in Saudi-Arabien dagegen eher weniger erfreulich.

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