Mobilmachung: Will Kiew den totalen Krieg?

Aus Kiew sind derzeit Töne zu hören, die man eigentlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verorten würde. Immer wieder klingt es so, als ob man von der Ukraine aus Vorbereitungen für einen Krieg treffen würde, der wieder einmal den ganzen Kontinent in Schutt und Asche legen soll. Passend dazu verfügte das ukrainische Parlament nach einem Dekret von Präsident Poroschenko die Mobilmachung.

Von Marco Maier

Ginge es nach der ukrainischen Staatsführung, zögen die ukrainischen Truppen gemeinsam mit den NATO-Verbänden nicht nur gegen die Rebellen im Donbass, sondern längst schon gen Moskau. Seit nunmehr fast einem Jahr kennt die Kriegsrhetorik der Euromaidan-Umstürzler kein Halten mehr. Mit dieser sturen Haltung haben sie es nicht nur geschafft, dass die Menschen im Osten und Südosten der Ukraine anstelle der ursprünglichen Forderung nach einer Föderalisierung des Landes nun komplett aus dem ukrainischen Staat hinaus wollen, sondern auch noch einen Bürgerkrieg ins Rollen gebracht. Im beschönigenden Neusprech Kiews nennt man dies "Antiterroristische Operation" (ATO).

Selbst nur durch einen illegitimen Putsch an die Macht gelangt sprechen die neuen Herren in Kiew den Aufständischen im Donbass jegliche Legitimität ab. Die jüngste Parlamentswahl ändern nichts daran, da zuvor Oppositionelle mundtot gemacht wurden und die Repressionen gegen Andersdenkende ein erschreckendes Ausmaß annahmen, so dass diese Wahl lediglich eine Farce war. Die größeren "prowestlichen" Parteien sorgten sogar dafür, dass Kommandanten der nationalistischen Söldnermilizen über Parteilisten ins Parlament gewählt wurden.

Nun geht das ganze Spiel weiter: trotz des desolaten Zustands der ukrainischen Armee und massiver finanzieller Probleme hat Kiew nicht nur den Wehretat für dieses Jahr massiv erhöht, sondern zudem auch noch eine umfangreiche Mobilmachung beschlossen. In der ersten Phase sollen bis zum 20. Januar 50.000 Soldaten eingezogen werden. Weitere Termine sollen im April und im Juni folgen, so dass die Armee um insgesamt 104.000 auf etwa 250.000 Mann aufgestockt wird. Ein Teil der im letzten Frühjahr eingezogenen Reservisten soll dafür wieder ins Zivilleben entlassen werden.

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Bezahlt wird die Militarisierung des bankrotten Landes vom Westen. Vor allem die USA, die EU und deren Verbündeten freuen sich offenbar über das günstige Kanonenfutter in der Ukraine. Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Alexander Turtschinow, legte gestern den Abgeordneten in Kiew zwei Zukunftsszenarien vor: Das erste Szenario sei das "Wiederaufflammen der Gewalt in großem Ausmaß und ein Angriff unter Beteiligung der russischen Streitkräfte, wobei die Konsequenz ein kontinentaler Krieg in großem Stil" sein könnte. Das zweite Szenario seien "Versuche des Kreml, die Stabilisierung der Ukraine zu verhindern".

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Es zeigt sich immer mehr, dass die Ukraine zu einem Frontstaat zwischen Russland und dem Westen werden soll. Zumindest dann, wenn es nach dem Willen der Kiewer Politriege und den nationalistischen Verbänden geht. Offenbar legt man es wirklich darauf an, mehrere Millionen Menschen dem geostrategischen Ziel zu opfern, Russland endlich wieder unter Kontrolle der internationalen Finanzoligarchie zu bringen. Riskiert Kiew dafür den "totalen Krieg"?

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11 Kommentare

  1. Das hört sich verdammt nicht gut an. Abgesehen davon, dass den Kiewern ja wohl alles zuzutrauen ist, solange der Westen Geld gibt, glaub ich, dass auch USA ein massives Interesse an einer weiteren Eskalation hat, solange die EU-Deppen mitmachen. Und das EU Parlament wird mit der der neuen Besetzung der neuen EU Länder(Litauen, Kroatien, Rumänien) wohl kaum eine Chance haben, die Entscheidung in irgendeinerweise zu beeinflussen. Mrs. Nuland hat sich  diese Woche sogar extra nach Rumänien bemüht, um den neuen Präsidenten zu begrüßen(?). Rumänien ist also 110 pro dabei, wie wohl auch Polen, Litauen u. jetzt auch Kroatien (d. Wahlspektakel mit den im Ausland lebenden Wählern absolut gleichgestrickt, wie vor einigen Wochen in Rumänien). Die Merkelianer kom- men, selbst wenn zigtausende auf die Straße ziehen, aus der Nummer nicht raus und die andern tanzen ohnehin nach der Pfeife des Zahlmeisters.England na ja, der Soufleur hinter dem Vorhang. Nun, jetzt weiß man wenigstens, von was dieses Charlie Spektakel ablenken sollte. Schon ziemlich pervers die Situation. Da plärren die, bis zur Nase im Schuldensumpf strampelnden US, die weder mit Völker- noch Menschenrecht irgendwas am Hut haben, mit einer Horde wildgewordener, ultrafaschistischer, nicht unbedingt Abmachungen u. Veträge, geschweige denn die vorgenannten international festgelegten Rechte achtenden dollargierigen Möchtegerne-Cowboys: "Wir wollen den totalen Krieg" und der Rest der Welt heult:  "Ich bin Charlie"                                                               Schade, dass wir nicht mehr erfahren werden, was Peter Scholl-Latour dazu gesagt hätte.                                 Für die Ösis wärs halt jetzt die Chance, endlich aufzuwachen. Das Volksbegehren ist ja wohl korrekt eingereicht und bestätigt. Und ich glaube nicht, dass Österr. als souveräner, neutraler Staat völlig isoliert dastehn würde, da würden sich wohl ziemlich bald einige anschließen. Und immerhin könnte es dann Freihandelsabkommen ab- schließen mit wem es möchte, ohne aufgezwungene Sanktionen, Investorklagen, Standardanpassungen etc.. Hats den Ösis nicht gereicht, dass sie einmal auf die markigen Worte eines Deutschen Führers reingefallen sind…….?

     

     

     

     

     

      1. … musste aber leider nach Deutschland gehen, um eben dieser Führer zu werden. In Ösi wäre er maximal ein erfolgloser Straßenmaler geworden. Die Führer sind nie das Problem, sondern das Volk, das sie auserkoren hat.

  2. die Ukraine ist pleite, ich warte förmlich jeden Tag darauf, dass dies verkündet wird. So viele neuen Soldaten einzuziehen halte ich schlicht weg für unmöglich. Und wenn es doch klappen sollte ist die Wahrscheinlichkeit, dass ganze Truppenteile inklusive Bewaffnung die Seiten wechseln. Der Druck auf die Hinterbliebenen muss ja auch jemand ausführen und wer bleibt da noch übrig. Ein Narrenschiff im Meer der Ebola-Amis.

    Mir macht anderes mehr Sorge.

    Was ist das Ziehl des ganzen Chaos – Krieg in ganz Europa, woran sich die Amis gesundstoßen?

    1. Wäre zu wünschen, dass sich die ausgehobenen, gezwungenen neuen Armeeteile gegen die Verbrecherregierung in Kiew und die Steuerungszentrale des ganzen Desasters, die US-Botschaft wenden. 

  3. Geschichte wiederholt sich.
    Im Sommer 1939 kulminierte die Terror- und Unterdrückungspolitik gegen die (durch Versaille über Nacht zu Minderheiten gewordenen deutschen und ukrainischen) Minderheiten mit der Mobilmachung und markigen Sprüchen von Militärs wie Rydz-Smigly 

    "Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte." 

    Rydz-Smigly, Generalinspekteur der polnischen Armee in einem öffentlichen Vortrag vor polnischen Offizieren, Sommer 1939 (vgl. Dr. rer. nat. Heinz Splittgerber, "Unkenntnis oder Infamie?", Verlag "Der Schlesier", Recklinghausen, S. 7)

    und der Mobilmachung. Mobilmachung kam damals einer Kriegserklärung gleich.

    Wie damals hunderttausende Deutsche aus Westpreußen, Pommern, Posen, Danzig, etc ins Reich fliehen mußten, so fliehen heute hunderttausende Russen aus der Ostukraine in die Russische Föderation.
    Putin ist exakt in derselben Position wie Hitler damals. Der Westen (= der angelsächsische Geldadel und seine Erfüllungsgehilfen) braucht diesen Krieg und kennt keinerlei Skrupel hierbei.

    Es ist an uns allen, gegen diesen dritten Versuch, Europa (und Deutschland ist hierbei besonders im Fokus) in Schutt und Asche zu legen. Wir werden unseren Eliten das Handwerk legen müssen – sie sind zu einer existenziellen Bedrohung für uns geworden und müssen entsorgt werden.

     

    1. Gut erkannt. Der einzige Unterschied: Man hatte der Wehrmacht seinerzeit im Vorfeld niemals eine solche Kampfkraft zugeschrieben. Gerade die Polen waren intrinsisch davon überzeugt, diesen Krieg in ein paar Wochen gewonnen zu haben. Dass sie ihn innerhalb von vier Wochen verlieren würden, wäre diesen Möchtegern-Großmacht-Phantasten nie in den Sinn gekommen. Und auch Churchill war nach der schnellen Eroberung Frankreichs durch das Deutsche Reich vollkommen fassungslos.

      Bei Russland weiß man aber sehrwohl, womit er/sie es zu tun haben wird. Die hohlhirnigen Ukra-Nazis mögen vielleicht davon überzeugt sein, zusammen mit den euopäischen "Freunden" in die große Schlacht zu ziehen und erfolgreich daraus hervorzugehen. Aber die Strippenzieher der europäischen "Freunde" wissen es besser. Alleine schon das Nukleararsenal Russlands, gegen das es KEINE Verteidigung gibt, führt jeden Angriffsgedanken ad absurdum.

      Meiner Meinung nach werden die Ukrainer, die Balten und andere, willige Idioten dazu missbraucht, die Gräben zwischen Russland und Europa weiter aufzureißen. Denn das Ziel britisch-amerikanischer Außenpolitik ist es seit 100 Jahren, eine Allianz zwischen Russland und Europa – vor allem Deutschland – zu verhindern. Ziel ist es sicher nicht, einen Vernichtungskrieg zu führen, aus dem keiner als Sieger hervorgehen würde. Das haben die "Eliten" aus dem 2. Weltkrieg gelernt, der für sie beinahe in die Hosen gegangen wäre, nachdem sich Deutschland als wesentlich widerstandfähiger erwiesen hat als angenommen und die Deutschen das Ding beinahe geschaukelt hätten. Viel hat nämlich tatsächlich nicht gefehlt.

      Den Fehler wiederholen sie bestimmt nicht nochmal. Nicht, wenn die nukleare Auslöschung der ganzen Menschheit droht, von der es wirklich keinerlei Profit zu erzielen gibt.

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