Seit heute ist Litauen Mitglied der Eurozone, die damit nun 19 Länder umfasst. Obwohl etwa die Hälfte der litauischen Bevölkerung die europäische Gemeinschaftswährung ablehnt, will die Regierung mit diesem Schritt vor allem die Westbindung des Landes festigen.

Von Marco Maier

Gut 20 Jahre lang bezahlte man in Litauen mit Litas, einer Währung die an die erste Republik erinnern sollte. Schon damals – von 1922 bis 1941 – bezahlte man in dem baltischen Land mit Litas, bis dann im Zuge der Einverleibung des Baltikums durch die Sowjetunion der Rubel kam. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 kam auch die Überlegung auf, der Eurozone beizutreten und sich wieder vom eigenen Geld zu verabschieden. Allerdings platzte der geplante Beitritt 2007 wegen einer um 0,06 Prozent zu hohen Inflationsrate.

Heute, 8 Jahre später, ist das Ziel erreicht. Für die an Brüssel und Washington orientierte Politik geht es vor allem darum, die Westbindung des EU- und NATO-Landes zu vertiefen. In Wilna ist man zudem davon überzeugt, dass die Euro-Einführung wirtschaftliche Impulse bringen wird. Dabei beruft man sich auf die Erfahrungen Estlands und Lettlands, die ebenfalls schon den Euro als Zahlungsmittel haben.

Für die politische Führung ist dieser Schritt auch ein Zeichen gegen Russland. Obwohl nur wenige Russen in Litauen leben – sie machen etwa 5,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus – schürt man immer wieder die in Teilen der Bevölkerung vorherrschenden Ressentiments. Das heutige Russland wird gerne noch mit der alten Sowjetunion verglichen, die angesichts der historischen Umstände in Litauen nicht besonders beliebt ist.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

3 thoughts on “Litauen: Der Euro als politisches Statement”

  1. Hach ja, unsere drei baltischen Großdörfer. Jedes knapp so groß wie Bayern mit der Wirtschaftskraft aller berliner Frisörsalons.

    Seit über hundert Jahren hat Europa sie nur im stich gelassen, verarscht und ausgenutzt … und trotzdem feiern sie Brüssel und den Euro wie Eingeborene, denen man ne Kiste Glasperlen schenkt. Da sieht man wieder wie die Medien heute ganze Völker verblöden!

  2. Merkt Euch "Obwohl etwa die Hälfte der litauischen Bevölkerung die eu.. G-währung ablehnt"…  Demonokratie… Obwohl. Litas war schon mehrere Jahre fest mit Euro verbunden, wie Schweier Frank…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.