Islamisten und Terroristen – Das Spiel mit der Angst für den Überwachungsstaat

Wenn der Anschlag auf Charlie Hebdo eines gebracht hat, dann das: die Nachrichten sind voll von Meldungen, dass man Terroristen kurz vor der Verübung von Anschlägen dingfest machte und Islamistenzellen aushob. Beinahe könnte man glauben, das Ganze könnte ein inszeniertes Spiel sein, bei dem man in der ganzen EU schon die "üblichen Verdächtigen" vorbereitet hatte, um damit möglichst viel Angst zu schüren.

Von Marco Maier

In den letzten Jahren war es – nach der "Welle" infolge das Anschlags auf das World Trade Center am 11. September 2001 und den Anschlägen in Madrid und London – recht ruhig geworden, was den Islamismus in Europa anbelangt. Erst mit der Ausbreitung des Islamischen Staates in Syrien und im Irak kam wieder Bewegung in das Ganze. Doch erst mit dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo wurde ein Stein ins Rollen gebracht, den man nun scheinbar kaum mehr aufhalten kann.

So hob die belgische Polizei urplötzlich eine islamistische Terrorzelle aus, die angeblich bereits einen Anschlag geplant hatte. In Griechenland wurden "vier Terrorverdächtige" festgesetzt, die angeblich Verbindungen nach Belgien haben. Auch in Deutschland gibt es seither wohl fast täglich Razzien bei Islamisten. Rund 1.000 davon soll es in Deutschland geben, knappe 300 davon gelten dem Vernehmen nach auch als "Gefährder", denen man Anschläge zutraut.

Nun muss man sich fragen, ob eine halbe Milliarde Europäer tatsächlich derart große Angst wegen ein paar Tausend politisch radikalisierter Muslime haben müssen, oder ob dies nur ein politischer Schachzug ist, indem die Geheimdienste die Politiker an die Wand spielen, um so noch mehr Befugnisse und Finanzmittel zu erhalten. Denn wie man am Beispiel der CIA sieht, die schon als Staat im Staat agiert und mit mafiösen Methoden Operationen finanziert, von denen wohl nur wenige eingeweihte Politiker etwas wissen (oder auch nur ahnen), ist diese Frage durchaus gerechtfertigt.

Es mag auch am Wesen des Islams selbst liegen, in dessen heiligen Buch die Gewalt gegen "Ungläubige" scheinbar gleich viel Gewicht erhält wie die Mahnung, Christen und Juden zu achten, dass sich manche Muslime in eine bedenkliche Richtung lenken lassen. Wenn man möchte, könnte man solche Passagen auch in der Bibel finden – und es gab auch Zeiten, in denen die Christen im Namen Gottes schreckliche Gräueltaten begingen. Dennoch ist die Mehrheit der Muslime nicht so militant, weil sie – wie die Mehrheit der Menschen generell – keine Neigung zu Hass und Gewalt besitzen.

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Wir sollten uns auf jeden Fall nicht dazu hinreißen lassen, aus Angst vor ein paar irregeleiteten Wirrköpfen sämtliche errungenen Freiheitsrechte abnehmen zu lassen. Nicht einmal totale Überwachungsstaaten sind in der Lage, terroristische Attentate zu verhindern. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Umso wichtiger ist es, der Politik auf jeden Fall Einhalt zu gebieten, wenn sie aufgrund des (inszenierten) Terrors damit beginnen will, noch mehr an staatlicher Überwachung zuzulassen. Sind es jetzt noch die Islamisten, die man überall zu sehen glaubt, so stehen in einem Überwachungsstaat alle Menschen unter Generalverdacht Terroristen zu sein. Ist es das, was wir wollen?

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4 Kommentare

  1. offenbar haben sie diese angst. amsonsten würde die pediga demostration morgen nicht von der polizei abgesagt werden. seht ihr immer noch keine islamisierung? wenn die eigenen bürger wegen islamisten im eigenen land nicht ihr recht auf meinungsfreiheit ausleben dürfen?

  2. Das ist der Preis dafür das der Staat zu vornehm ist, Moslem aus Deutschland auszuweisen notfalls auch die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen.

  3. Den Artikel  kann ich  in sener Grundtendenz zustimmen.

    Die Anschläge -die durch eine verfehlte Nahostpolitik provoziert  werden-werden hierzulande im Kontext  der Eurokrise dazu genutzt  den Repressionsapparat  zu stärken und einen Übewchungsstaat zu installieren.Damit  soll präventiv gegen soziale Unruhen  vorgegangen werden.Nacktscanner,Videoüberwachung,Voratsdatenspeicherung,Errrichtung von sog."Gefahrenzonen" wie in Hamburg duch die Polizei,Beschneidng des Streikrchts mittels sog.Tarifeinheit   usw. bilden eine Kausalkette (ob gewollt oder nicht) die letzlich darauf hinausläuft.Als andere Seite der Medaille wird auch außenpolitisch  kräftig die Trommel gerührt für weitere Miltäreinsätze in aller Welt.

    Diese Entwicklungen muß man zusammendenken  um zu verstehen was gerade abläuft.Nur so lässt sich effektiver Widerstand formieren.Wir dürfen nicht alle gleicgeschaltete "Charlies" sein,sondern müssen diese Politik  u. ds ökonomische System in Frage stellen.

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