Islamisten-Anschläge: CIA, Bürgerkrieg und Überwachungsstaat

Schon vor wenigen Jahren "prophezeite" die CIA Bürgerkriege in Europa. Insbesondere die vorwiegend christlich geprägte Bevölkerungsmehrheit und die wachsende Zahl der Muslime sollten demnach gewaltsame Konflikte austragen. Anschläge wie jener in Paris heizen das gesellschaftliche Klima dabei weiter auf. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die zu einem totalen Überwachungsstaat führt?

Von Marco Maier

CIA-Chef Michael Hayden sagte noch im Jahr 2008 der Washington Post, dass Europa ein starkes Anwachsen der muslimischen Bevölkerungsgruppe zu verzeichnen habe. Gleichzeitig würden die Geburtenzahlen der autochthonen Bevölkerung zurückgehen, wodurch sich insbesondere bei den jüngeren Generationen die Kräfteverhältnisse dramatisch verschieben würden. Dadurch, so Hayden, gäbe es auch Integrationsprobleme, die das Potential für Bürgerkriege und Extemisten massiv erhöhen.

Nun meldet sich nach dem Terror von Frankreich auch der private US-Geheimdienst Stratfor zu Wort – und schlägt in die selbe Kerbe. Dadurch, dass die Muslime in Ghettos gedrängt worden seien, wäre eine Radikalisierung leicht möglich. Im Gegensatz zu den USA, wo der muslimische Bevölkerungsanteil deutlich niedriger ist als in vielen europäischen Ländern, sei die Segregation der Muslime und die Bildung von Parallelgesellschaften dafür verantwortlich, dass solche Terrornetzwerke überhaupt entstehen könnten.

Die latent antimuslimische Grundstimmung in weiten Bevölkerungsteilen Europas in Kombination mit der Abschottung vieler islamischer Gesellschaften bietet hierbei einen Nährboden für Extremismus auf beiden Seiten. In größeren Städten haben die diversen Einwanderercommunities schon solch umfangreiche Parallelstrukturen geschaffen, dass sie gar nicht mehr auf deutsche, österreichische, französische, schwedische usw. Geschäfte, Ärzte, Gaststätten und dergleichen angewiesen sind. Dies wiederum sorgt bei Teilen der Bevölkerung für Ängste, so dass neben den Rechtsparteien wie der FPÖ, dem FN oder den Schwedendemokraten auch Bewegungen wie die PEGIDA auf eine entsprechende Sympathie bei den Menschen stoßen.

Es zeigt sich damit immer mehr, dass alle betroffenen Seiten ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Einerseits gibt es eine Bringschuld bei den (muslimischen) Einwanderern, die mit der Schaffung von Parallelstrukturen verständlicherweise Ablehnung bei der nichtmuslimischen Bevölkerung erzeugt. Andererseits wurde es den Muslimen vielerorts auch nicht wirklich leicht gemacht, sich in die Mehrheitsgesellschaft einzufügen. Als "Gastarbeiter" waren sie nämlich zumeist ohnehin nur als "temporär im Lande" angesehen, was sich jedoch als Trugschluss erwies. Die Menschen blieben verständlicherweise in Europa, nachdem sie sich hier eine neue Existenz aufgebaut hatten.

Loading...

Wenn man sich als Mehrheitsgesellschaft angesichts – gelenkter – Terroranschläge jedoch dazu hinreißen lässt, pauschalisierend eine ganze (in sich sehr inhomogene) Religionsgemeinschaft zu verurteilen, sorgt man für eben diese Spannungen, die noch mehr Muslime in die Arme der Radikalen treibt. Ebenso sorgen wir dann dafür, dass sich auch die Mehrheitsgesellschaft, bestehend aus Christen und Atheisten, zunehmend radikalisiert, wodurch die Bürgerkriegszenarien von CIA und Stratfor immer wahrscheinlicher werden.

Immerhin lassen sich diese radikalisierten Grüppchen recht leicht von Geheimdiensten steuern. Je größer die Angst vor Terroranschlägen ist, umso eher stimmen die Menschen nämlich einer Ausweitung der Überwachungsmaßnahmen zu. Ergo liegt es im ureigensten Interesse der Geheimdienste für noch mehr Terroranschläge zu sorgen, damit sie immer mehr Geldmittel, Befugnisse und Rechte erhalten. Sie agieren dabei wie ein Feuerwehrmann, der ein Haus anzündet um es dann löschen zu können und als Held dazustehen.

Über kurz oder lang könnte dieses Spiel tatsächlich so weit gehen, dass Europa wieder einmal zum Epizentrum ethnischer Konflikte wird, weil sich diverse Geheimdienststrategen daraus einen Vorteil versprechen. Das langfristige Ergebnis wäre dann ein umfassender Überwachungsstaat, in dem eben diese Geheimdienste die wahre Macht im Lande darstellen.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

6 Kommentare

  1. Wie der Staat sich einmischt.

    Tatort Leipzig, die dortige Stadtregierung meint, mit Verbot von Mohammed-Karikaturen der Demokratie, der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit einen Dienst zu erweisen:

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2015/01/11/ob-von-leipzig-spd-solidarisiert-sich-mit-charlie-und-verbietet-deshalb-mohammed-karikaturen/

    Unter Verletzung der Neutraliätspflicht rufen in Sachsen Ministerpräsident und Landräte zu einer Großkundgebung gegen Andesdenkende zusammen:

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2015/01/11/bis-ins-hintere-erzgebirge-hallte-der-ruf-des-grosen-fuhrers-und-generalsekretars/

    Das sind interssante, nicht zu übersehenden Vorgänge, wie eine Demokratie von "Demokraten" beschädigt wird. Das passt dann auch wiederum in den Kontext zu diesem Artikel.

  2. "Nun meldet sich nach dem Terror von Frankreich auch der private US-Geheimdienst Stratfor zu Wort – und schlägt in die selbe Kerbe."

     

    Die müssen es ja wissen! Sind sie doch in die geheimen globalen Strategiepläne der USA – mit Terroranschlägen – eingeweiht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.