Der Sieg Syrizas. Bild: Flickr / Karl-Ludwig Poggemann CC-BY 2.0

Nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen steht fest, dass es für eine Alleinregierung der Syriza nicht reicht. Mit 36,3 Prozent der Stimmen erhält das Linksbündnis 149 der 300 Sitze. Doch einen Koalitionspartner hat Parteichef Tsipras gefunden: die als rechtspopulistisch geltenden "Unabhängigen Griechen". Das Kabinett soll noch heute vorgestellt werden.

Von Marco Maier

Griechenland hat gewählt. Nachdem es einige Zeit lang so aussah, als ob das Linksbündnis Syriza eine Chance auf die absolute Mandatsmehrheit hätte, gab es nun die Bestätigung: es reichte gerade für 149 der 300 Sitze. Möglich macht dies das griechische System, wonach die stärkste Partei 50 zusätzlich bekommt, während die 250 anderen normal nach dem Verhältniswahlrecht vergeben werden. Damit sollen stabile Regierungen auch bei zersplitterten Parteiverhältnissen garantiert sein.

Wie Panos Kammenos, Vorsitzender der "Unabhängigen Griechen", mitteilte, waren die Koalitionsgespräche mit der Syriza-Chef Tsipras erfolgreich. Ebenso verkündete Syriza-Sprecher Panos Skourletis den Erfolg der Koalitionsgespräche. Die beiden EU-kritischen Parteien wollen noch heute ein Kabinett präsentieren und möglichst schnell die Arbeit aufnehmen. Nun sollen die von der Troika auferlegten Reformauflagen neu ausverhandelt und das zerstörerische Sparprogramm beendet werden.

Die konservative Nea Dimokratia, die bisher den Ministerpräsidenten stellte, kam mit 27,8 Prozent der Stimmen nur noch auf Platz 2. Im Juni 2012 erhielt sie noch mit 29,7 Prozent den ersten Platz. Deutlich abgestürzt sind die Sozialdemokraten der PASOK, die nur noch 4,7 (2012: 12,3) Prozent der Stimmen erhielten. Damit haben die beiden Ex-Regierungsparteien nicht einmal mehr ein Drittel der Wähler hinter sich. Die rechtsextreme "Neue Morgenröte" kam trotz Verluste mit 6,3 (2012: 6,9) Prozent auf Platz 3. Den Einzug ins Parlament schaffte auch die Kommunistische Partei KKE mit 5,5 Prozent (Juni 2012: 4,5).

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