Syriza-Chef Alexis Tsipras. Bild: Flickr / matthew_tsimitak CC-BY-SA 2.0

Am Sonntag wählt Griechenland ein neues Parlament. Das Linksbündnis Syriza gewinnt in den Umfragen stetig hinzu und liegt derzeit um etwa 6 Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia. Je nachdem wie die Kräfteverhältnisse schlussendlich dann sind, könnte Griechenland damit eine Linksregierung erhalten.

Von Marco Maier

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras wird sich wohl auf eine Wahlschlappe vorbereiten müssen. Gelingt dem Linksbündnis Syriza die Bildung einer stabilen Koalitionsregierung, steht jedoch ein neuer Schuldenschnitt für den Krisenstaat auf dem politischen Programm. Denn das was eigentlich jedem klar ist, sprechen deren Vertreter deutlich aus: die aktuelle Schuldenlast (derzeit etwa 180 Prozent der Wirtschaftsleistung) ist für das Land einfach nicht tragbar – selbst wenn man sich noch so sehr um eine Haushaltskonsolidierung bemüht.

Sowohl für Syriza-Chef Tsipras als auch für den Antonis Samaras könnte die Bürgerbewegung To Potami (Der Fluss) der Schlüssel zur Regierung sein. Die erst vor rund einem Jahr gegründete Partei des Ex-Journalisten Stavros Theodorakis verortet sich zwar in der bürgerlichen Mitte, kann sich jedoch eine Zusammenarbeit mit beiden Parteien vorstellen, wenngleich die Nähe zu den Konservativen ausgeprägter sein dürfte. Derzeit kann die Partei damit rechnen, drittstärkste Kraft im griechischen Parlament zu werden.

Am Sonntag sind 9,8 Millionen Griechen aufgerufen ein neues Parlament zu wählen, nachdem sich die derzeitigen Parlamentsabgeordneten nicht auf einen Präsidenten einigen konnten. Die Wahl gilt als Richtungsentscheidung, ob der bisherige Kurs weitergeführt werden soll oder nicht. Angesichts der harten Sparmaßnahmen und der massiven Steuererhöhungen während der letzten Jahre, die zu einem wirtschaftlichen Niedergang führten während die Schulden weiterhin explodierten, wollen viele Griechen jedoch nicht mehr für die politischen Verfehlungen herhalten.

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1 KOMMENTAR

  1. Auch in Rumänien galten die Sozialisten nach dem ersten Wahlgang schon als überlegene Sieger. Beim 2. Wahlgang sorgten dann, medial groß ausgeschlachtete Skandale um die Auslandswähler für ein genau umgekehrtes Ergebnis. Beeindruckender Vorsprung f. den deutschstämmigen Gegenkandidaten. Wahlprognosen sind zur Zeit äußerst schwierig. Es sind zuviele mächtige Interessen Anderer im Spiel – da wird das, was das Volk will, eher untergeordnet.

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