Treffen der BRICS-Staatsoberhäupter im Juli 2014 in Brasilien. Bild: Flickr / GovernmentZA CC-BY-ND 2.0

Noch können die USA ihren globalen Führungsanspruch auf politischer, wirtschaftlicher, finanzieller und gesellschaftlicher Ebene halten. Doch das amerikanische Zeitalter, welches nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Blütezeit erlebte, neigt sich unabwendbar dem Ende zu. Vor allem das euroasiatische Trio Russland, China und Indien macht sich daran, der Welt eine interessante Alternative zu bieten.

Von Marco Maier

Die seit den 1990ern faktisch geltende unipolare Weltordnung löst sich auf, da die USA als globale Hegemonialmacht zunehmend versagen. Ein Blick auf die ausufernde US-Staatsverschuldung, die Verelendung breiter Bevölkerungsteile und die militärische Überdehnung (die nur noch mit Hilfe der europäischen NATO-Vasallen zu halten ist), lässt die baldige Zukunft der Weltmacht erahnen, die sich längst schon in die Fänge der Oligarchen begeben hat. Längst schon prägen US-Konzerne die Welt mehr als es die US-Politik tut, welche faktisch nur noch als Erfüllungsgehilfe dient und mit den Truppen den Konzernen den Weg ebnet.

Umso wichtiger werden insbesondere die Volkesrepublik China, Russland und Indien, die infolge ihrer Unternehmensbeteiligungen zumindest in diversen Schlüsselbereichen noch Akzente setzen können, ohne dabei völlig in der Hand von Konzernbossen und "institutionellen Anlegern" zu sein. Nicht nur, dass diese Länder einen großen (potentiellen) Binnenmarkt besitzen, sondern zudem auch außenpolitisch nicht mit der amerikanischen Arroganz arbeiten. Neben der BRICS-Gemeinschaft, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und der Eurasischen Wirtschaftsunion gibt es noch viele weitere bi- und multilaterale Abkommen und Vereinbarungen, die sich nicht nur auf Asien beschränken, sondern ebenso Afrika und Lateinamerika umfassen.

Interessant ist auf jeden Fall die immer engere Zusammenarbeit zwischen Moskau, Peking und Neu Delhi, die insbesondere im asiatischen Raum für neue Stabilität sorgen könnte. Zumindest dann, wenn die US-Verbündeten Südkorea, Japan und Taiwan nicht auf eine Eskalation setzen. Indien, welches bislang eher mit den USA zusammenarbeitete, scheint die Signifikanz einer Kooperation mit dem Nachbarland China und der Russischen Föderation langsam zu erkennen. Immerhin geht es hierbei um die Versorgungssicherheit des Landes und die regionalpolitische Stabilität.

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Angesichts der Schließung strategischer Partnerschaften mit anderen Ländern – wie zum Beispiel die verstärkte Zusammenarbeit Russlands mit dem Iran, oder dem Bau des Nicaragua-Kanals durch China – etabliert sich ein Netzwerk der Schwellenländer, welches ausgehend von diesem Staatentrio zu einem bestimmenden globalen Zukunftsfaktor avanciert. Als Ersatz für das unipolare US-System etabliert sich hier eine neue multipolare Weltordnung, die angesichts der Kooperationsbereitschaft dieser Staaten mit völlig unterschiedlichen Regierungssystemen einen gewaltigen Beitrag zum Weltfrieden leisten könnte. Denn weder die politischen Staatsideologien, noch die Ethnizität oder die vorherrschende Religion spielt hierbei eine Rolle.

Für Europa, welches sich sehr an die USA gebunden hat, wird diese Entwicklung eine große Herausforderung. Insbesondere deshalb, weil durch die Sanktionen gegen Russland schon einiges an politischem Schaden angerichtet wurde. Klammert man sich von Lissabon bis Kiew weiterhin dermaßen an Washington, werden diese Länder von den USA irgendwann mit in den Abgrund gerissen. Dabei sollte die europäische Interessenpolitik vor allem auf einen Ausgleich hinarbeiten und sich nicht derart einseitig binden. Dann kann der "alte Kontinent" auch von den zukünftigen globalen Entwicklungen profitieren.

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9 KOMMENTARE

  1. Irgendwie vergessen wir machmal, dass es nicht nur in den USA und Europa mächtige Konzerne gibt. Und werden die Konzerne nach dem Zusammenbruch der USA als Imperialmacht sagen ,,Hmm hat nicht ganz geklappt .", ….sicher nicht. Lobbyisten agieren auf geopolitischer Ebene, also länderübergreifend. Das alte Übel wird nur ein neues Gesicht bekommen, wenn das Finanzsystem nicht modifiziert wird.

  2. Freut micht!!!

    Auch solch neue multipolaren Machtkonstellationen werden ihre Mankos haben. Aber solche Zusammenschlüsse haben die Kraft, diesem mörderischen und zerstörungswütigen Verhalten der USA Einhalt zu gebieten. Das ist schon viel! Europa ist dazu nicht in der Lage, dort gehen die Regierungen mehr oder minder im Gleichschritt der US-Söldner in die US-Kriege und sind somit zu Mörder-Regierungen mutiert, indem sie Waffen, Geld und Militär in die Kriegsgebiete schicken.

    Die neuen multipolaren Macht-Teilhabenden sind hingegen am Aufbau einer neuen Wirtschaftsordnung interessiert, die den betroffenen Bevölkerungen Prosperität ankündigt.

  3. Meiner Meinung nach kann nur die Verelendung der Bevölkerung und der Mangel an Bildung Grund für den rücksichtslosen Selbstmord der USA sein. Was aber reitet die Irre Merkel auf diesen Zug aufzuspringen. Selbst lobotomierte hätten noch einen Rest _ Instinkt nicht den Lemming zu machen. Merkel ist echt der Abschaum deutscher Führungselite. Nicht nur sie selbst,

    sondern auch ihre Politik ist einfach nur hässlich.

    • Wir wisssen ja nicht was die USA dank NSA alles über europäische Politiker alles wissen!

      Denken wir nur an IM Erika und IM Larve – die Stasiakten sind in den USA.

      • Da stimme ich zu, manchmal hat man den Eindruck, daß wirklich mit nichts anderem, als mit Mafia Methoden gearbeitet wird. Man hebt Leute mittels Geld in Ämter, von denen man genau weiß, daß sie reichlich Potenzial haben, um sie stürzen zu können. Anders ist manche Entscheidung einfach nicht nachvollziehbar, denn dumm sind sie eigentlich nicht. Kinderschänder scheint man gerne zu nehmen. Besser ist niemand zu dirigieren, eine sichere Sache. Was es bei Merkel ist, ich weiß es nicht. Es gibt natürlich Gerüchte, aber nix genaues weiß man nicht.

         

        Beste Grüße

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