Euro? Nein Danke! 40 Prozent der Italiener wollen den Euro nicht mehr

Waren es vor einem Jahr noch 25,7 Prozent der Italiener, die den Euro wieder loswerden wollten, so liegt dieser Anteil heute bei ganzen 40,1 Prozent. Dies besagten heute veröffentlichte Umfrageergebnisse des Statistikamtes Eurispes. Eine Volksabstimmung zum Verlassen der Eurozone hätte demnach gute Chancen erfolgreich zu sein.

Von Marco Maier

Die Stimmung in Italien ist – vor allem was den Euro angeht – nicht gerade sehr positiv. Das südeuropäische Land steckt im Schuldensumpf, kämpft mit einer überbordenden Bürokratie und hohen Steuern, quält sich durch eine langanhaltende Rezession und kann nicht auf baldige Besserung hoffen. Schuld daran, so die Meinung vieler Italiener, ist unter anderem auch der Euro, der dem Land die Möglichkeit der Währungsabwertung nach eigenem Belieben nahm.

Nicht nur dass nun 40,1 Prozent der Italiener wieder zurück zur Lira möchten. Immerhin noch 22,7 Prozent der Befragten behaupten, dass lediglich die reicheren EU-Mitglieder vom Euro profitiert hätten. Für 71,5 Prozent der Befragten ist ihre Kaufkraft im letzten Jahr deutlich gesunken. 82 Prozent behaupteten, die Ausgaben für Geschenke reduziert zu haben. 80,8 Prozent speisen weniger häufig außer Haus, 74,7 Prozent der Befragten kürzten im letzten Jahr Ausgaben für Reisen und Urlaube. 80 Prozent gaben weniger für Elektronik und Technologie aus. Und für all das wird unter anderem die europäische Gemeinschaftswährung verantwortlich gemacht.

Der Pessimismus hat in Italien derzeit Hochkonjunktur. Glaubten letztes Jahr noch 45,6 Prozent der Befragten, dass die wirtschaftliche Lage schlecht bleiben würde, so waren es dieses Mal ganze 55,7 Prozent. Angesichts der Prognosen und der Wahrscheinlichkeiten dürften sie recht behalten.

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Für Beppe Grillo von der Fünf-Sterne-Bewegung und andere Oppositionspolitiker ist dieses Umfrageergebnis ein Segen. Immerhin wollen sie bald schon eine Volksabstimmung zum Austritt Italiens aus der Eurozone anberaumen. Die sich stetig verschlechternde wirtschaftliche Lage des Landes spielt ihnen dabei in die Hände, auch wenn es seitens der Verträge keine Ausstiegsklauseln gibt.

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