EU-Bankenhilfe soll polnische Einlagensicherung retten

Dass die Einlagensicherungen der Banken unter Umständen nicht viel Wert sind, zeigt die aktuelle Krise der polnischen Genossenschaftsbanken. Ein Viertel der Reserven im polnischen Einlagensicherungsfonds wurden schon beansprucht, nachdem zwei der Genossenschaftsbanken Konkurs anmelden mussten. Weitere Pleiten dürften bald folgen. Nun soll die EU helfen.

Von Marco Maier

Noch gibt es rund 50 Genossenschaftsbanken (SKOK) in Polen. Doch viele von ihnen dürften bald schon der Vergangenheit angehören. Allein im letzten Jahr mussten zwei von ihnen Konkurs anmelden und zwei weitere in Notverkäufen an reguläre Geschäftsbanken verkauft werden. In den nächsten Monaten droht wohl zwei Dutzend weiteren Genossenschaftsbanken ein ähnliches Schicksal.

Nachdem die beiden Konkursbanken schon dafür sorgten, dass die polnische Einlagensicherung rund ein Viertel ihrer Reserven ausschütten musste, um die Sparer der beiden insolventen Genossenschaftsbanken auszuzahlen, führt die aktuelle Lage zu großer Nervosität in Polen. Immerhin müssen dem Vernehmen nach 44 Genossenschaftsbanken komplett umstrukturiert oder an Geschäftsbanken verkauft werden.

Allerdings ist es bezeichnend für das gesamte System, dass selbst die kleinen Genossenschaftsbanken die in etwa 1,2 Prozent der polnischen Bankaktiva verwalten, die komplette Einlagensicherung ins Wanken bringen können. Insgesamt haben sie nämlich rund 2,5 Millionen Kunden die dort etwa 3,7 Milliarden Euro an Spareinlagen besitzen. Allerdings ist die Eigenkapitalquote mit 0,85 Prozent im Minus, während eine positive Quote von 5 Prozent vorgeschrieben ist.

Nun soll die EU-Bankenhilfe einspringen, da die Genossenschaftsbanken mindestens 350 Millionen Euro benötigen, damit die polnische Einlagensicherung nicht kollabiert. Schon jetzt müssen die polnischen Banken doppelt so viel in die Kasse einzahlen, damit die jüngsten Verluste bald schon wieder ausgeglichen werden können. Doch angesichts der prekären Lage wird die Einlagensicherung nicht ohne Zuschüsse von außen sämtliche Forderungen bedienen können.

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2 Kommentare

  1. Das ist ja schon komisch !!!

    Polen hat doch den Euro gar nicht eingeführt, aus welchem Grund soll nun die EU-Bankenhilfe einspringen?

    Es ist doch ganz offensichtlich, dass dieses Problem mit den Genossenschaftsbanken "polnisch-hausgemacht" sind, also soll Polen sehen, wie es das regelt.
    Was geht das die EU an?

  2. Wieso wir habens ja. Alle politischen Parteien wollen die EU Klingelbeutelparty. Wir sind eine grosse EU WG mit einem Kühlschrank den halt nur bestimmte füllen sollen. Polen hat fleissige Menschen die sehr oft als Arbeiter einen Mini Lohn bekommen das hier  schaut eher nach griechischen Nächten aus.

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