Jeb Bush. Bild: Flickr / The World Affairs Council CC-BY 2.0

Das Pädophilen-Netzwerk des US-Milliardärs Jeffrey Epstein zieht weite Kreise. Nach Prinz Andrew verstärken sich nun auch die Indizien, dass der amerikanische Ex-Präsident Bill Clinton von Epsteins Diensten Gebrauch machte. Doch die enge Verknüpfung Epsteins mit dem US-Establishment und den hohen Politkreisen verbündeter Länder lässt einen Skandal vermuten, in dem die bisher genannten Namen nur die Spitze des Eisbergs sind.

Von Marco Maier

Psychologisch gesehen ist das Dominanzverhalten von Machtmenschen wie Spitzenpolitikern oder Topmanagern gegenüber Schutzlosen wie Minderjährigen eher ein Normalfall. Berlusconis "Bunga-Bunga-Partys" fallen dabei genauso ins Profil wie die derzeit erhobenen Vorwürfe gegen Prinz Andrew und Bill Clinton. So soll der Ex-Präsident mit seinem Freund Epstein des öfteren in einem "fliegenden Bordell" um die Welt geflogen sein, in dem auch minderjährige Mädchen für sexuelle Dienste zur Verfügung standen.

Insgesamt 20 Mädchen hatten Epstein sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Dafür wurde er 2008 zu 18 Monaten Haft verurteilt. Als der Milliardär in Florida verhaftet wurde, war Jeb Bush Gouverneur des Bundesstaats. Doch dabei soll er geholfen haben, den ganzen Pädophilenring zu decken, so dass die Kreise des Skandals nur enge Bahnen zogen. Es ist kein Geheimnis, dass sich die großen Politikerclans trotz mancher politischer Differenzen und unterschiedlicher Parteianbindung im privaten Rahmen normalerweise gut verstehen. Jeder weiß, dass der andere ebenfalls genügend Dreck am Stecken hat.

Schon zu Zeiten von Ronald Reagan und George Bush senior gab es immer wieder Pädophilieskandale, die stets unter den Teppich gekehrt wurden. Zum Beispiel den "Franklin Scandal", bei dem sogar vor Mord nicht zurückgeschreckt wurde um das zu vertuschen. Das ganze Spiel änderte sich auch unter den nachfolgenden Administrationen nicht, da der Typus Mensch stets der selbe blieb. Unterstützt von diesem Machtapparat, der auf die Betroffenen enormen Druck aufbauen konnte, war es ein Leichtes die Schweinereien unter einem Mantel des Schweigens zu verhüllen.

Allerdings zeigen die jüngsten Entwicklungen im Fall Epstein, dass das abschottende Mauerwerk zu bröckeln beginnt. Für die Kandidaturen von Hillary Clinton und Jeb Bush sind diese jedoch ein gefährlicher politischer Sprengstoff. Je mehr von diesem dreckigen Spiel ans Tageslicht kommt, umso mehr Erklärungsbedarf gibt es seitens der beiden Vertreter der bekannten US-Politikerdynastien. Denn wirklich tiefgreifende Untersuchungen von unbestechlichen und integeren Staatsanwälten und Ermittlern könnten das öffentliche Bild der Clintons und Bushs massiv beschädigen, wenn diese die erhobenen Vorwürfe auch nur im Ansatz bestätigen können.

Indessen zeigt man sich jedoch schon äußerst kreativ, was die Urheberschaft des Pädophilieskandals anbelangt. So soll laut Jerusalem Post ein "ehemaliger leitender Geheimdienstoffizier eines demokratischen Landes" behauptet haben, dass hinter den Anschuldigungen Russlands Präsident Wladimir Putin stehen könnte. Die israelische Zeitung wirft dem russischen Präsidenten in dem Artikel vor, eine "psych-op Desinformationskampagne zur Schwächung der Demokratie" zu führen. Auf diese Quelle berufend soll Putin als ehemaliger KGB-Offizier mit dieser Art der psychologischen Kriegsführung vertraut sein.

Es zeigt sich, dass man seitens des Establishments nichts unversucht lässt, um den Pädophilieskandal aus der Welt zu schaffen. Und sei es mit den typischen Tricks, dies als "bösartige Attacke einer feindseligen Nation" darzustellen. Dass diese Vorkommnisse rund um Epstein, Prinz Andrew und Bill Clinton jedoch nur eine Episode einer langen Serie von Pädophilieskandalen im politischen Establishment sind, wird dabei völlig ignoriert. Immerhin steht ein angeblich demokratisches System auf dem Spiel, von dem längst bekannt ist, dass lange schon die Eliten die Macht übernommen haben und das Wahlvolk lediglich die Gesichter der politischen Marionetten austauschen darf.

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6 KOMMENTARE

  1. Wenn man derartige Meldungen aus den U$A hört / liest, dann kann man nie sicher sein, ob da wirklich etwas "dran" ist.

    Es wäre nicht das erste Mal, dass "gewissen" Leuten einer der Kandidaten nicht gefällt – oder auch mehrere. Weil diese "gewissen" Leute die U$-Medien praktisch vollständig beherrschen, wird einfach großflächig eine Schmutzkampagne los getreten und schon ist der Kandidat / sind die Kandidaten "weg vom Fenster".
    Selbstverständlich spielt es absolut keine Rolle, ob an einer solchen Schmutzkampagne etwas dran ist, oder ob sie eine reine Erfindung ist.

    In den U$A kann niemand ernsthafter Kandidat werden, ohne das Einverständnis dieser "gewissen" Leute, egal bei welcher Partei er ist. Und deswegen ist es auch vollkommen gleichgültig, wer letztendlich die Wahl gewinnt – es ist in jedem Fall die Person der "gewissen" Leute. Dieses ganze Wahlspektakel dient allein dazu, dem Wähler eine demokratische Wahl vorzugaukeln.
    Der Wahlgewinner ist letztendlich nichts als eine Marionette / ein Schauspieler. Und wenn der einmal doch vom vorgegebenen Kurs abweicht und eigenständige Politik zu machen versucht, dann …
    Siehe Kennedey u. A.

  2. Leider erklärt der Artikel nicht,ob die"Mädchen"unter Gewalt und Drogen gefügig gemacht wurden,oder ob es sich schlicht und einfach um minderjährige Nutten handelte,die es für sicherlich sehr viel Geld taten.

    • Es spielt juristisch keine große Rolle für Prinz Andrew, Clinton & Co. Sex mit Mädchen unterhalb des Schutzalters ist eine Straftat, für die sich die Politiker und Vertreter des Establishments zu verantworten haben.

  3. Ich denke, die haben Daniel Cohn-Bendits Buch von 1975 gelesen und das einfach in die Praxis umgesetzt. Cohn-Bendit, der sich von den Kleinen (5 Jahre) das Hosentürl öffnen und sein wertvolles Teil streicheln  ließ, und schilderte, wie schön es sei, dabei eine Erektion zu bekommen, hatte keine Konsequenzen daraus zu ziehen. Der Mann sitzt heute immer noch im Europaparlament und bekam immerhin den Theodor-Heuss-Orden. In Deutschland geht das ganz locker. Die Amerikaner sind einfach verklemmte Puritaner, die sollten das auch so locker sehen und sich an uns orientieren. An unseren Schulen wird im Sinne der 68er-Generation Sexualkundeunterricht erteilt, die Kinder sind also voll eingebunden. Und Cohn-Bendit kann sich freuen, dass die Saat, die er wesentlich mit gesäet hat, nun aufgeht.

     

    imn Europaparl

  4. Unbedingt lesen. „Die Tranceformation Amerikas“ von Marc Phillips und Cathy O’Brian. Blanker Horror, der aber die ganze Tragweite dieser Kreise von völlig gestörten Menschen aufzeigt.
    Die Zeit ist da, daß diese wiederlichen Verbrechen ein Ende haben und die Verantwortlichen bestraft werden!

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