China: Der Yuan auf dem Weg zur Weltleitwährung

Während rund um den Globus ein Abwertungswettlauf stattfindet, hält China den Renminbi Yuan stark. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die zu dieser Entscheidung der Planer in Peking führten. Über kurz oder lang will die Volksrepublik die USA als stärkste globale Macht ablösen. Längerfristig stehen die Chancen dazu recht gut.

Von Marco Maier

Der US-Dollar hat den Zenit seiner globalen wirtschaftlichen Macht längst überschritten. Immer mehr Länder wenden sich vom Dollarsystem ab und wickeln ihre Geschäfte untereinander in den jeweiligen Landeswährungen ab. Wo nun realwirtschaftlich die ersten neuen Akzente gesetzt werden, folgen über kurz oder lang auch die Finanzmärkte nach, die derzeit noch fest in Dollarhand sind. Dies wäre dann der Anfang vom Ende des "amerikanischen Jahrhunderts".

Doch um das Vertrauen der Handelspartner zu gewinnen, muss China den Yuan als stabile und sichere Währung präsentieren können. Abwertungswettläufe mit dem Dollar, so wie sie früher stets stattfanden, sind da nicht mehr drin. Die momentane relative Dollarstärke schadet hierbei nicht, zumal das Reich der Mitte in den nächsten 10 Jahren insgesamt 1,25 Billionen Dollar im Ausland investieren möchte. Dafür sollen auch Teile der mehr als 4 Billionen Dollar umfassenden Devisenreserven angezapft werden, die das Land in den letzten Jahrzehnten infolge der hohen Exportüberschüsse anhäufen konnte.

Ebenso trägt der starke Yuan dazu bei, die Kapitalflucht massiv einzubremsen. Würde China auf einen weichen Yuan setzen, wäre das Land davon genauso stark betroffen wie die Eurozone, Japan oder Südkorea, deren Währungen infolge der lockeren Geldpolitik beständig abwerten. Angesichts der Probleme im chinesischen Finanzsektor, die vor allem in der starken Investitionstätigkeit in der Bauwirtschaft begründet sind, kann sich Peking einen größeren Kapitalabfluss nicht leisten.

Für die Chinesen müssen die Dollarbestände zudem ohnehin mehr eine Last als eine Sicherheit sein. Denn die Billionen an Dollar, die schlussendlich nur Forderungen an die hoffnungslos überschuldeten und somit faktisch insolventen USA darstellen, können weitaus sinnvoller verwendet werden. So lange die Dollars noch etwas Wert sind, sollen diese für die Zukunft investiert werden. Hierbei denkt die Führung in Peking strategisch in die Zukunft.

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Ein weiterer Aspekt, warum man in Peking einen starken Yuan favorisiert ist die Abkehr vom Fokus auf die Exportwirtschaft. Die Staatsführung will den Binnenkonsum ankurbeln und die Entwicklung im Land vorantreiben. Da das Land ohnehin nach wie vor rekordverdächtige Überschüsse beim Export (im Dezember waren es ganze 50 Milliarden Dollar) erwirtschaftet, braucht man sich darum nicht zu kümmern. Eine Abwertung des Yuan um die Exporte zu stützen ist einfach nicht notwendig, so dass man sich der Entwicklung der Infrastruktur im eigenen Land widmen kann.

Schon jetzt ist es so, dass ein Großteil der Chinesen von der bisherigen Entwicklung des Landes profitieren konnte. Noch gibt es massiven Aufholbedarf, zumal es weiterhin eine recht breite Schicht an Armen gibt. Doch die hohen Zuwachsraten bei den Löhnen tragen dazu bei, die Armut sukzessive zu bekämpfen. Auch deshalb will die chinesische Führung die Binnenwirtschaft stärker fördern, damit das Ziel die USA in Sachen Wohlstandsniveau der Bevölkerung einzuholen.

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Ein Kommentar

  1. Kommt noch so weit, dass die Chinesen und Russen das globale Finanzsystem retten werden – durch ihre weitgehend goldhinterlegten Währungen und durch ihre wohl überlegte, mit Infrastruktur-Projekten bestückte Wirtschaftspolitik. Die EU und die USA machen das Gegenteil, die sind nämlich nicht nur pleite, sondern hoffnungslos verschuldet und werden ihre Schulden nie, aber gar nie, zurückzahlen. Letztere veranstalten stattdessen rund um den Globus Kriege, zerstören Infrastrukturen, Kulturen und Gesellschaften und türmen damit täglich ihre Schuldenberge weiter auf.

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