Österreich schrammte den offiziellen Zahlen zufolge im letzten Jahr nur knapp an einer Rezession vorbei. Die allgemeine Wirtschaftsflaute in Europa, die Russland-Sanktionen und die zunehmende Steuerlast trugen dazu bei. Für 2015 liegen die Hoffnungen bei einem Aufschwung in Deutschland und der Exportwirtschaft.

Von Marco Maier

Nach einem Plus von jeweils 0,1 Prozent in den beiden ersten Quartalen stagnierte die Wirtschaftsleistung in den beiden letzten Quartalen. Insgesamt gab es für die österreichische Volkswirtschaft im Jahr 2014 noch ein Plus von 0,3 Prozent. Bedenkt man den Umstand, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hedonisch berechnet wird – und somit Qualitätsverbesserungen monetär mit einfließen – so muss man eigentlich schon sagen, dass die Rezession in realen Geldmaßstäben da ist. Lediglich die Exportwirtschaft konnte zumindest im ersten Halbjahr noch ein Minus verhindern.

Bedenkt man, dass Österreich nun schon das zweite Jahr in Folge mit einem offiziellen Wachstum von 0,3 bzw. 0,2 Prozent an der Nulllinie herumgrundelt, sind die steigenden Arbeitslosenzahlen kein Wunder. Je länger die Stagnation anhält, umso eher werden nämlich auch Stellen abgebaut, was bei einer kurzfristigen Delle nicht in diesem Ausmaß der Fall ist.

Für das erste Halbjahr 2015 sieht es jedoch nicht wirklich besser aus, obwohl zumindest die positiveren Konjunkturaussichten in Deutschland – dem traditionell wichtigsten Außenhandlespartner der Alpenrepublik – ein Licht am Ende des Tunnels aufblinken lassen. Ebenso wäre es hilfreich, wenn sich die österreichische Bundesregierung für ein Ende der Sanktionen gegen Russland aussprechen würde, da diese ebenfalls zur schlechten wirtschaftlichen Lage beitragen. Hier geht es um die Eigeninteressen Österreichs, die nicht den Befindlichkeiten transatlantischer Kreise untergeordnet werden sollten.

Nach Angaben des Wifo soll die österreichische Volkswirtschaft in diesem Jahr um 0,5 und im nächsten Jahr um 1,1 Prozent wachsen. Wobei man stets bedenken muss, dass die früheren Angaben hinsichtlich des Wirtschaftswachstums stets zu positiv waren und im Laufe der Folgemonate nach unten korrigiert werden mussten. Insofern ist es wahrscheinlicher, dass Österreich auch in diesem Jahr ähnliche Wachstumszahlen wie schon im vergangenen Jahr aufweisen wird – wenn es von außen keine wirklichen Wachstumsimpulse gibt.

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