US-Medienberichten zufolge ist eine Audioaufnahme aufgetaucht, die Hillary Clinton bezüglich des Angriffskriegs auf Libyen schwer belastet. Clinton galt sowohl innerhalb der Obama-Administration als auch außerhalb derselben als sehr frühe Wortführerin eines US-geführten Angriffs auf Libyen um Muammar al-Gaddafi zu stürzen. Dazu log sie offenbar, dass sich die Balken biegen.

Von Marco Maier

Die Lüge von den angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak ist nicht die einzige, die zum Sturz eines unliebsamen Machthabers führte. Auch im Falle Libyens war es eine Lüge, die dem Sturz Gaddafis diente. War es im ersten Fall die Bush-Regierung, die zu diesem Mittel griff, so stand dem die Obama-Administration im zweiten Fall um nichts nach. Interessanterweise erwies sich Hillary Clinton in beiden Fällen als glühende Befürworterin der Angriffskriege. Beim Angriff auf Libyen war sie sogar die treibende Kraft.

Wie nämlich US-Medien (siehe hier und hier) unter Berufung auf einen Tonmitschnitt berichten, war es die Frau des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, die sich parteiübergreifend für einen umfangreichen Militärschlag gegen Tripolis stark machte. Dabei scheute sie sich auch nicht davor, mit voller Absicht zu lügen, nur um ihren Willen zu bekommen. Auch wenn dies bedeutete, dass nun ein Stammeskrieg herrscht und die Islamisten nicht mehr kontrolliert werden.

Die Bänder wurden von der "Washington Times" überprüft und durch die Teilnehmer authentifiziert. US-Beamte in ungefilterten Gesprächen mit dem Sohn von Oberst Muammar al-Gaddafi und einem hochrangigen libyschen Führer. Inklusive der Kritik, dass Hillary Clinton einen Tunnelblick entwickelte und die USA in einen unnötigen Krieg stürzte, ohne die Bedenken der Geheimdienste angemessen zu würdigen.

"Sie sollten diese internen Berichte des US-Außenministeriums sehen, die im Außenministerium produziert wurden und an den Kongress weitergeleitet wurden. Sie sind einfach voll von dummen, dummen Fakten", sagte ein US-Vermittler, speziell abgestellt durch den Joint Chiefs of Staff, dem Gadaffi-Regime im Juli 2011. Das Außenministerium würde kontrollieren, was die Geheimdienste den US-Behörden mitteilen.

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Das Hauptargument von Frau Clinton – zu der Zeit Außenministerin der Obama-Administration – war, dass Gaddafi im Begriff gewesen sei, einen Genozid gegen die Zivilbevölkerung in der Stadt Benghasi zu starten, welche das Machtzentrum der Rebellen war. Doch die Geheimdienste konnten diesen Vorwurf nicht bestätigen und legten schlüssig dar, dass Gaddafi es keinesfalls riskieren würde, durch solch eine Tat eine Empörung der ganzen Welt hervorzurufen.

Zahlreiche US-Politiker bestätigten "The Times", dass es Hillary Clinton und nicht Barak Obama war, welche der NATO den Auftrag gab, Muammar al-Gaddafi zu stürzen. In den wiederhergestellten Aufnahmen, die ein US-Geheimdienst in Zusammenarbeit mit dem Pentagon präsentierte, erzählte ein Berater Gaddafis, dass Obama Mitglieder des Kongresses privat informierte, dass Libyen "die Sache von Außenministerin Clinton" ist, sowie dass die ranghöchsten Generäle der Nation darüber besorgt waren, dass der Präsident daduch falsch informiert werden würde.

Der Pentagon-Kontakt gab auf den Bändern an, dass Army-General Charles H. Jacoby Jr., ein Top-Berater von Admiral Mullen an, "den Berichten die aus dem Außenministerium und von der CIA kommen nicht traut, aber es nichts gibt, was er deswegen tun kann". Anstatt sich auf das Verteidigungsministerium und die Nachrichtendienste für die Analyse zu verlassen, so "The Times", vertraute das Weiße Haus den Worten von Frau Clinton, die dann von der Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice und dem Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, Samantha Power, als Grund genug für einen Krieg unterstützt wurde.

Hillary Clinton war sehr halsstarrig und wollte sich an der Krise in Libyen beteiligen. Dabei ignorierte sie die Warnungen des Pentagons, dass dort keine US-Interessen auf dem Spiel stehen würden und die regionale Stabilität dadurch gefährdet sein könnte. Stattdessen vertraute sie sehr auf die Zusicherungen der libyischen Rebellen. "Weder Intervention, noch der Regime Change war eine Entscheidung der Geheimdienste", sagte ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, der direkt mit den Entscheidungen der US-Administration beteiligt war. "Die Leute waren nicht wirklich vom Hocker gerissen, aber die Geheimdienste waren nicht jene, die die Entscheidungen in eine bestimmte Richtung lenken wollten."

Während sich Libyen unter Gaddafi seit 2003 zunehmend änderte, er die Massenvernichtungswaffen demontieren ließ und die Opfer des Attentats auf Pan-Am Flug 103 über Lockerby finanziell entschädigte, gab es immer weniger Gründe, das Land zu sanktionieren und anzufeinden. Dennoch regierte er Libyen mit einem eisernen Griff, da er das vom Stammesdenken gelenkte Volk sonst nicht unter Kontrolle halten konnte. Heute, nach dem Sturz Gaddafis, sieht man die Auswirkungen der angeblichen "Befreiung", die durch Clintons Eifer ausgelöst wurde.

Während nämlich Gaddafi die radikalen Islamisten bekämpfte und die rivalisierenden Stämme mit Geld für den Ausbau der Infrastruktur versorgte, konnten diese sich infolge des Machtvakuums nun ungehindert ausbreiten. Heute regiert Chaos das Land. Die Stämme bekämpfen sich gegenseitig und dazu müssen sie noch gegen die Islamisten kämpfen.

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3 thoughts on “Audioaufnahme: Trieb Hillary Clinton den Angriffskrieg auf Libyen mit Lügen voran?”

  1. Sieht so ein Despot aus der angeblich sein eigenes Volk massakriert?

    https://www.youtube.com/watch?v=aJURNC0e6Ek&list=PLuqlslxcDdAO_ebJ6UI7uAmU3T9w9xXvA

    Wer ist Sarkozy und was war mit den 50 Mio mit denen Gadaffi ihn sponserte?

    Zudem wollte Gadaffi sein Öl nur noch gegen Gold-Dinar verkaufen, was ihm letztendlich genau wie Sadam zum Verhängnis wurde. Trennt sich die Welt von dem FIAT Dollar Money ist es mit dem Imperium gleich vorbei….. hoffentlich erleben wir das noch!

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