Weil sich das linke Bündnis "Nowkr" weigerte, einen Aufruf zu gewaltfreien Protesten gegen den freiheitlichen Akademikerball in Wien zu starten, wurde Demonstration von der Polizei kurzerhand untersagt. Schon im letzten Jahr kam es teils zu gewalttätigen Ausschreitungen von linksextremen Krawallmachern, weshalb die Polizei von den Organisatoren eine entsprechende Unterstützung erwarteten.

Von Marco Maier

Bei den linken Protesten im letzten Jahr hieß es auf den Transparenten noch "Unseren Hass den könnt ihr haben", welcher nicht nur verbal artikuliert wurde, sondern sich auch in Tätlichkeiten gegen Ballbesucher, Schaufenster, einen ORF-Übertragungswagen, Polizeiautos, Taxis die Ballgäste transportierten und Verkehrsschilder zeigte. Eine Wiederholung solcher Ereignisse will man seitens der Wiener Polizei auf jeden Fall verhindern, weshalb die Organisatoren des Bündnisses Nowkr aufgefordert wurden, zum gewaltfreien Protest aufzurufen. Doch dies wurde deutlich verweigert.

Angesichts dessen, dass die Nowkr-Führung Gewalt offenbar als legitimes Mittel des Ausdrucks des politischen Protests ansieht, verkündete Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl bei einer Pressekonferenz nun, dass es "Keine Kundgebung von Nowkr" geben werde. Den beiden angemeldeten Demonstrationen von Nowkr wurde heute das Verbot ausgesprochen. Immerhin hieß es schon im Vorfeld aus den Reihen der Führung der kommunistisch verorteten Protestorganisationen an die Ballgäste: "Lassen Sie sich das gesagt sein, wir werden Sie nicht mit Samthandschuhen anfassen."

Dennoch werden am Freitag in der Wiener Innenstadt rund 2.500 Polizisten im Einsatz sein, da sich die Demonstranten und Demotouristen von einem polizeilichen Verbot wohl kaum abhalten lassen werden. Der gesamte Polizeieinsatz im Rahmen der angekündigten Proteste dürfte laut Pürstl "Kosten von 1,5 Millionen Euro aufwärts" verursachen. Denn insgesamt wurden bislang 16 Standkundgebungen und 4 Versammlungsmärsche angemeldet, 6 Versammlungen wurden untersagt. 4 davon stammten von der FPÖ, die innerhalb des ausgesprochenen Platzverbots hätten stattfinden sollen.

"Es kann sich jeder einer gewaltfreien Kundgebung anschließen", sagte Polizeipräsident Pürstl. Das Bündnis Nowkr reagierte kurz später auf Twitter und warf der Polizei eine Eskalationsstrategie vor. Man werde sich "aber weder durch Drohungen noch Verbote von legitimem antifaschistischen Protest abbringen lassen", so die Pressesprecherin von Nowkr, Elisabeth Litwak, in einer Aussendung. Nun kann davon ausgegangen werden, dass insbesondere die Krawallos des "Schwarzen Blocks" für Angriffe und Sachbeschädigungen sorgen werden. Prinzipiell setzt die Wiener Polizei auf "den Dialog, wir versuchen zu deeskalieren", kündigte Pürstl an. Jedoch: "Wenn es notwendig ist, werden wir durchgreifen."

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2 thoughts on “Akademikerball: Nowkr-Demos wurden wegen Gewaltbereitschaft verboten”

  1. Es gibt immer einen unwichtigen Grund, um gewalttätig zu demonstrieren. 

    https://rundertischdgf.wordpress.com/2015/01/24/nurnberge-intelligenz-wehrt-sich-ich-bin-khaled/

    Es gibt aber auch Wichtiges, um friedlich auf die Straße zu gehen, z.B. TTIP, CETA, TISA, Gentechnik, Massentierhaltung, Denglisch, Gendern der Gesellschaft….

    https://rundertischdgf.wordpress.com/2015/01/29/video-ttip-die-usa-verlangen-mitspracherecht-bei-den-eu-gesetzen/

    1. Ja genau, außer den Genannten stünde auch noch das Österreichische Volksbegehren an, raus aus der EU, zurück  zu Souveränität und Neutralität, ist offiziell eingereicht – Unterzeichnen möglich bis Juni glaub ich, hängt aber kein Mensch an die große Glocke. Stattdessen Ebola, Pegida, Pegida,Pegida und jetzt noch dieser Focus Artikel üb. diesen A. Purgin od. so, der die EU vor einem völligen Zerfall warnt.                                                                    Werd mir auf alle Fälle mal den link runder Tisch anschauen.

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