Afghanistan: NATO-Totalversagen in Reinkultur

Ganze 13 Jahre lang bemühten sich die USA und die NATO-Vasallen in Afghanistan vergeblich darum, die Taliban – einstige HiWis der CIA – vernichtend zu schlagen. Doch die Mission scheiterte auf ganzer Länge. Geblieben sind zusätzliche Schulden für die teilnehmenden Staaten und über 3.200 tote Soldaten. Dafür sollen die Taliban nun an der neuen afghanischen Regierung beteiligt werden.

Von Marco Maier

Der Kriegseinsatz der NATO als Reaktion auf die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 dauerte nunmehr 13 Jahre an. Dabei wurden insgesamt wohl mindestens 1 Billion Dollar verpulvert. 773 Milliarden davon entfallen nach offiziellen Angaben auf die USA, die rund 70 Prozent des gesamten Kontingents stellten. Dabei zeigt es sich, dass die Rüstungsindustrie wohl der größte Nutznießer dieser Aktion war.

Denn die afghanische Bevölkerung, die in den letzten Jahrzehnten schon genügend kriegerische Auseinandersetzungen miterleben musste, lebt nun in einem völlig zerstörten Land. Rund die Hälfte der afghanischen Kinder gelten als unterernährt, die Säuglingssterblichkeit erreicht den globalen Spitzenwert und die Schulbildung für Mädchen ist nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung. Dafür mussten in dieser Zeit mindestens 100.000 Afghanen ihr Leben lassen. Darunter unzählige Zivilisten.

Erfolgreich war die ganze Aktion nicht. Am Hindukusch wurde nämlich weder Deutschland verteidigt, noch ein Krieg gegen den Terrorismus geführt. Dafür haben sich einige Leute auf Kosten der afghanischen Bevölkerung und der westlichen Steuerzahler eine goldene Nase verdient. Das Land selbst ist politisch instabil wie seit jeher und die Taliban sollen nun Teil der Regierungskoalition werden. So nach dem Motto: Wenn man sie nicht erfolgreich bekämpfen kann, dann muss man sie eben integrieren. Einige Jahre und ein paar tausend Tote später kommt es langsam wieder so, wie es vor dem Krieg schon war.

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