Die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten sind vorbei. Heuer rechnet China noch mit einem Plus von 7 Prozent, doch auch in den Jahren danach dürfte das Wirtschaftswachstum moderat ausfallen. Die Binnenkonjunktur wird zunehmend wichtiger als der Export.

Von Marco Maier

In den letzten Jahrzehnten machte die Volksrepublik deutliche wirtschaftliche Fortschritte. Zunehmend avancierte das Reich der Mitte zur Werkbank der Welt. Eine schier unendliche Masse an Arbeitskräften und niedrige Lohnkosten ermöglichten diesen Aufschwung. Doch langsam aber sicher geht auch China die Puste aus. Einerseits haben viele Konzerne die Produktion von Gütern in andere, billigere Staaten ausgelagert. Andererseits wirkt sich die globale ökonomische Delle auch auf die chinesische Wirtschaft aus.

Dass das Exportwachstum irgendwann an seine Grenzen stoßen wird, war ohnehin klar. Höhere Löhne für die Arbeiter verteuern auch die Produkte, so dass andere Billiglohnstaaten zunehmend interessant werden. Allerdings sorgt die zunehmende Kaufkraft der chinesischen Bevölkerung dafür, dass die Binnenkonjunktur recht stark bleibt. Das nunmehrige Wachstum mag zwar nicht mehr so stark sein wie früher, dafür hat es eine Chance auf Nachhaltigkeit. Immerhin wollen mehr als eine Milliarde Chinesen auch irgendwann einmal einen Lebensstandard erreichen, der beispielsweise in Mitteleuropa normal ist.

Für viele deutsche Unternehmen jedoch wirkt sich das intensive China-Engagement nun etwas nachteilig aus. Der Automobilproduzent BMW beispielsweise musste die Produktion seiner 7er Limousine angesichts der schwächelnden chinesischen Nachfrage inzwsichen schon drosseln. BMW ist in China die beliebteste Automarke der oberen Preisklasse. Mercedes und Audi können da nicht mithalten.

Sinkende Raten beim chinesischen Wirtschaftswachstum sorgen eben auch dafür, dass sich die europäische – und vor allem die deutsche – Konjunktur abkühlt. Wirtschaftliche Vernetzungen haben eben ihre Wechselwirkungen die umso stärker werden, je enger die jeweiligen Volkswirtschaften miteinander verknüpft sind.

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