Bild: Flickr / Ryan Hyde CC-BY-SA 2.0

Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Asian Development Bank (ADB) haben zunehmend ausgedient. Entwicklungsländer die Geld brauchen, wenden sich inzwischen lieber an China und die BRICS-Gruppe, die nicht an der Installation eines Systems zugunsten der westlichen Finanzoligarchie interessiert sind.

Von Marco Maier

Mit der Schaffung der "Asian Infrastructure Investment Bank" durch die Volksrepublik China und der "New Development Bank" durch die BRICS-Gruppe, erhielten die US-dominierten Weltfinanzorganisationen IWF, ADB und Weltbank ein mächtiges Gegengewicht. Inzwischen gilt China sogar schon als eines der wichtigsten Investorenländer in Afrika und ist dort – im Gegensatz zu den Amerikanern und Europäern – willkommen.

Krisengeplagte Länder wie Argentinien oder Venezuela beispielsweise zählen lieber auf die Hilfe Pekings als in Washington auf Knien zu kriechen. Möglich machen es die schier endlosen Devisenreserven Chinas, die inzwischen mehr als 4 Billionen Dollar betragen. Hinzu kommen mehrere hundert Milliarden Dollar, die im Rahmen der neuen Bankprojekte vorgesehen sind.

Auch wenn Russland derzeit unter den westlichen Sanktionen leidet und die Devisenreserven etwas in Mitleidenschaft gezogen wurden, so geht Moskau das Geld noch länger nicht aus. China als Partner Russlands hatte allerdings schon angekündigt, das Nachbarland nicht im Regen stehen zu lassen, wodurch sich die Lage inzwischen wieder deutlich entspannte. Es zeigt sich, dass die Partnerschaft zwischen den Ländern durchaus Wert besitzt.

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Die gemeinsamen Anstrengungen der BRICS-Gruppe zeigen, dass die Entwicklungsländer nicht darauf angewiesen sind, sich dem Diktat Washingtons zu unterwerfen, nur weil sie zum Opfer der finanziellen Umverteilung hin zu den reichen Staaten wurden. Anstatt das nationale Tafelsilber an "internationale Investoren" verscherbeln zu müssen, stehen diesen Ländern nun nachhaltigere Möglichkeiten offen.

Geht die derzeitige Entwicklung so weiter, könnten vor allem der IWF und die Weltbank bald schon nur noch in den US-dominierten Teilen der Welt eine Rolle spielen. Dabei zeigt es sich jedoch, dass diese immer kleiner zu werden scheint. Darüber kann selbst die von Obama angestrebte Annäherung an Kuba nicht hinwegtäuschen. Die Zeiten, in denen man sich den USA und den von dort aus kontrollierten Organisationen bedingungslos unterwerfen musste, nachdem es erst dieses perfide System war welches ganze Länder in den Abgrund riss, sind langsam vorbei.

Nun wird es sich zeigen, ob die aufstrebenden Länder der Staatengemeinschaft auch längerfristig dazu beitragen können, gerade die armen Staaten vor der Ausbeutung durch die Konzerne zu schützen. Denn im Gegensatz zu den westlichen Pendants scheinen die Entwicklungs- und Investmentbanken Chinas und der BRICS-Staaten den Hilfeempfängern keine marktliberale "Kur" zu verordnen.

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8 KOMMENTARE

  1. Eine positive Entwicklung, man braucht aber nicht glauben, dass die Folterer und Drohnenmörder so schnell aufgeben. Die werden weiterhin mit ihrem Blutgeld, Umstürze organisieren und false flag Aktionen starten mit vielen, vielen Opfern. Den Haag hätte viel zu tun, wenn es nicht US-dominiert wäre.

  2. "Wer braucht noch IWF und Weltbank?"

    Na die U$A natürlich, sonst niemand – ihre wichtigsten Werkzeuge zur Beherrschung der Länder, die ihren Handel noch immer in U$ betreiben.

    Diese Ära scheint sich aber jetzt Ihrem Ende zu nähern …

    Hoffen wir's!

  3. "Es zeigt sich, dass die Partnerschaft zwischen den Ländern – Russland und China – durchaus Wert besitzt."

    Es gibt grundsätzlich zwei Grundstrategien der Macht:

    – Teile und herrsche

    – Schliess dich mit anderen zusammen und werde stark

     

    USA/EU leben nach der ersten, Russland und China nach der zweiten Machtstrategie. Ob das immer so bleiben wird, sei dahingestellt. Auch Machtansprüche und Verteidigungsstrategien unterliegen der Veränderung.

    Tatsache aber ist, dass Russland und China aufstrebende Staaten sind. Mit starkem wirtschaftlichem Potential für die nächsten Jahrzehnte werden sie nicht nur im eigenen Land, sondern auch in den Ländern ihrer Verbündeten wirtschaftliche Strukturen aufbauen, von denen die jeweiligen Gesellschaften – auch wenn es dabei Verlierer gibt – profitieren werden.

    Die Zukunft liegt also nicht in den ausgeplünderten westlichen Industriestaaten, sondern im Osten und anderen globalen Regionen – Russland, Eurasien, China, Indien, Iran, Indonesien, Malaysia, Vietnam, Korea, Südamerika, Afrika.

    Was haben da Weltbank und IWF noch zu melden, die vor allem korrupt und erpresserisch für die USA Geldpolitik betreiben? Und dies erst noch mit einem Währunssystem, das mit nichts anderem als Schulden "gedeckt" ist. Viele der genannten Staaten sind vermutlich froh, endlich mit einem seriöseren Partner als die USA Abkommen und Verträge abschliessen zu können, auf die man sich verlassen kann.

    Die Partnerschaft zwischen Russland und China besitzt nicht nur für deren Länder hohen Wert, sondern auch für viele andere Länder.

  4. Wenn man sich anschaut wie Argentinien doch noch letztes Jahr einen Kredit beim IWF beantragen musste und Venezuela doch tief in der Krise steckt scheint die hier geprisene Hilfe von China doch gar nicht so toll zu sein…

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