Ukraine: Regierung genehmigt Stromimport aus Russland

Ein desolates Atomkraftwerk und fehlende Kohle für die Kohlekraftwerke sorgen seit Tagen für anhaltende Stromausfälle in der Ukraine. Nun will die Regierung in Kiew entgegensteuern und erlaubte es dem staatlichen Energiekonzern Ukrinterenergo, Elektrizität aus Russland zu beziehen.

Von Marco Maier

Die Bevölkerung muss Strom sparen, weil die Produktion inzwischen nicht mehr ausreicht um das ganze Land mit Elektrizität zu versorgen. Poroschenkos "Pralinenfabrik" jedoch erstrahlt jedoch im weihnachtlichen Lichterglanz, während die einfachen Menschen im Dunkeln sitzen müssen, weil der Strom abgeschaltet wurde. Selbst vor Kältetoten wird inzwischen gewarnt, da angesichts des Gasmangels viele Heizungen nicht mehr betrieben werden können und nicht wenige Menschen nun mit Strom heizen müssen.

Energieminister Wolodimir Demtschischin sprach in der vergangenen Woche von einer Versorgungslücke von mehr als zehn Prozent des Bedarfs. Er machte dafür Engpässe bei der Versorgung der Kohlekraftwerke verantwortlich, die etwa 40 Prozent des Stroms liefern. Da sich die Kohlegruben jedoch vor allem in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten befinden und keine Kohle von dort mehr zu den Kraftwerken kommt, wird sich diese Lücke noch weiter vergrößern. Ein Import aus Südafrika, wie es jüngst geplant war, findet nicht statt, da die Südafrikaner selbstverständlich Geld für die Lieferungen sehen wollen.

Wie die Ukraine die Stromimporte aus Russland bezahlen möchte, steht jedoch noch nicht fest. Zugekaufter Strom ist teurer als die Kohle, die für die Erzeugung der gleichen Menge benötigt wird. Das heißt, dass wohl wieder die EU und der IWF Finanzmittel zuschießen werden müssen, sollten sie der ukrainischen Regierung helfen wollen. Nach den Problemen mit der Bezahlung der Gasimporte dürfte sich Russland nur auf Basis von Vorkasseregelungen darauf einlassen, Kiew mit Strom zu versorgen.

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