Die starke Aufwertung des US-Dollars gegenüber den meisten Währungen der Schwellenländer sorgt zunehmend für finanzielle Probleme. Viele dieser Staaten und der dortigen Unternehmen haben sich in Dollar verschuldet, so dass die Rückzahlung immer schwieriger wird.

Von Marco Maier

Der US-Dollar ist nicht nur eine weit verbreitete Handelswährung, auch Kredite werden insbesondere in den Schwellenländern gerne auf Dollar-Basis vergeben. Dies könnte sich nun rächen. Welche negative Auswirkungen solche Währungsaufwertungen haben können, mussten schon die Franken-Kreditnehmer in der EU spüren. Nun trifft es die Schwellenländer, die Dollar-Kredite und Anleihen in Billionenhöhe zu tragen haben.

Bedenkt man, dass der Dollar gegenüber den Währungen der meisten Schwellenländer allein seit Juli inzwischen schon um 10 bis 36 Prozent zugelegt hat, kann man sich das Dilemma vorstellen, zumal der Aufwärtstrend nach wie vor anhält. Das belastet sowohl die Staatshaushalte als auch die Unternehmensbilanzen. Immerhin müssen sie in Landeswährung gerechnet nun deutlich mehr Geld aufwenden um die Dollars für den Schuldendienst aufzubringen.

Staaten müssen entweder bei den Ausgaben kürzen oder die Einnahmen erhöhen, und die Unternehmen sind zunehmend dazu gezwungen, ihre Preise nach oben hin zu verschieben, wenn sie sich nicht mit neuen Schulden eindecken wollen. Allerdings führt dies zu einem zunehmenden inflationären Druck und sinkender Kaufkraft der Bevölkerung. Hinzu kommt die wachsende Wahrscheinlichkeit von Pleitewellen, zumal viele Unternehmen angesichts des Preiskampfes nicht in der Lage sind, die höheren Kreditkosten an die Kunden weiterzugeben.

Verstärkt wird das Problem durch den Umstand, dass viele Schwellenländer ihre Dollars über den Verkauf von Rohstoffen erhalten. Doch die Rohstoffpreise – insbesondere jene des Erdöls – sind im Keller. Das heißt: es fließen immer weniger Dollars in die Krisenländer, die jedoch gleichzeitig mehr Pesos, Reais oder Rubel aufwenden müssen um ihre Dollarschulden abzudecken. Für die sogenannten "aufstrebenden Märkte" ist dies jedoch ein teures Spiel.

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Umso wichtiger ist es, dass die BRICS-Staaten und deren Handelspartner die geschäftlichen Verbindungen zunehmend auf Basis der eigenen Währungen abwickeln. Je weniger diese Länder auf den Dollar angewiesen sind, umso weniger erpressbar werden sie auch sein. Der steigende Dollar-Kurs erleichtert hierbei den Umstieg erheblich.

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2 thoughts on “Schwellenländer: Dollar-Schulden sorgen für Crash-Gefahr”

  1. Es ist egal, wie viele Länder auf den Handel mit anderen Währungen umsteigen, da der weltweite Handel nur 5% aller globalen Kapitalströme ausmachen. 95% sind Investmentkapital, das immer auf der Suche nach einer Heimat ist.

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