Die Ukraine steht zwar kurz vor dem Staatsbankrott, dennoch will die Führung in Kiew den Militäretat im kommenden Jahr verdoppeln. Da angesichts der Wirtschaftskrise im Land nicht mit mehr Steuern zu rechnen ist, sollen wohl westliche Kapitalgeber die Aufrüstung bezahlen.

Von Marco Maier

Zwar schweigen derzeit in der Südostukraine offiziell die Waffen, doch für viele Beobachter ist dies nur die Ruhe vor dem beginnenden Sturm. Über kurz oder lang wird Kiew wieder zur Offensive gegen die Rebellen in Donezk und Lugansk blasen. Neues Kriegsgerät wurde längst schon angeschafft und an die Ostfront überstellt, während Präsident Poroschenko noch groß von einem möglichen "Frieden" fabuliert. Wie ein solcher Frieden aussehen soll, lässt sich anhand der Kriegsrhetorik in der Kiewer Politik erahnen.

Denn wenn man in Kiew beabsichtigt, den Militärhaushalt auf 50 Milliarden Griwna (ca. 2,4 Milliarden Euro) zu verdoppeln, wird der von der ukrainischen Führung gewünschte "Frieden" auf einem Vernichtungsfeldzug beruhen. Schon jetzt liegen ganze Landstriche im Südosten völlig in Trümmern. Zerbombt von der ukrainischen Luftwaffe, den Mörsern und den Grad-Raketenwerfern. Spitzenpolitiker wie Jazenjuk und Timoschenko, sowie diverse Kommandanten der Söldner-Bataillone die in der Rada sitzen, haben ihre eigenen Vorstellungen darüber, wie die Zukunft der Ukraine aussehen soll.

Nicht umsonst sollen weitere 40.000 Wehrpflichtige eingezogen und 10.500 Berufssoldaten ausgebildet werden. Die angeblichen Friedensverhandlungen in Minsk dienen schlussendlich nur als Verzögerungstaktik, damit die angeschlagene ukrainische Armee und deren Hilfstruppen aus Söldnern, die von den Oligarchen bezahlt werden, sich neu formieren und besser ausgerüstet werden können.

Unterdessen kündigte Premierminister Arsenij Jazenjuk weitere Sparmaßnahmen für die Bürger an. Vor allem im ohnehin schon schwach ausgebildeten sozialen Bereich will der Regierungschef zusätzliche Kürzungen vornehmen. Hinzu kommen massive Preiserhöhungen bei Strom und Gas. Dabei können sich immer mehr Ukrainer die Energiekosten schon jetzt kaum mehr leisten, da die Wirtschaft des Landes kollabiert.

Loading...

Bedenkt man, dass die Ukraine derzeit kurz vor einem Staatsbankrott steht und auch im kommenden Jahr mit weiterhin sinkenden Staatseinnahmen zu rechnen ist, muss man sich die Frage nach der Finanzierung der militärischen Aufrüstung stellen. Zugesagte Militärhilfen wie jene Australiens, welches Kiew 2 Millionen Dollar versprach, oder jene der USA, die im Zuge des "Ukraine Freedom Support Acts" nächstes Jahr 100 Millionen Dollar und jeweils 125 Millionen Dollar in den folgenden beiden Jahren für Rüstungslieferungen aufwenden wollen, sind angesichts der geplanten Milliardenausgaben nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vielmehr dürfte man in Kiew mit finanzieller Unterstützung durch die USA und die EU rechnen, so dass schlussendlich die Bürger für den ukrainischen Bürgerkrieg aufkommen werden müssen.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

12 thoughts on “Pleitestaat Ukraine will Militäretat verdoppeln”

  1. Steinmeier spricht das erste Mal über die Möglichkeit bzw. die Gefahr eines Stellvertreterkrieges Russlands gegen den Westen.
    Die ukrainischen Vasallen werden im kommenden Jahr massiv militärisch aufrüsten bzw. aufgerüstet werden und das sicher nicht für eine jährliche Truppenparade.
    Also wird die militärische Konfrontation in Europa mit Russland zügig und ohne Rücksicht auf Verluste vorangetrieben und die deutsche Regierung mischt an vorderster Front mit.
    Deutschland hat schon einmal den Tod von 24 Mill. Russen verursacht. Will es wieder für ein solches Verrechen verantwortlich werden?
    Haben denn Vernunft, menschliche Werte oder die Zukunft unserer Kinder so gar keinen Platz in den Gehirnen unserer politisch Verantwortlichen? Schon alleine aufgrund des Selbsterhaltungstriebes.

  2. Durch die Westliche Presse geistert wieder einmal die Nachricht, dass Russland sein Militärbudget um 20% aufgestockt hat, was EXORBITANT über den westlichen Ländern läge.

    Dass die USA 2013 über 640 Mrd. US-Dollar für das Militär ausgegeben hat und Russland knapp 90 Mrd. Dollar findet natürlich keine Beachtung! 

    So gesehen sind die 20 Prozent Steigerung also lächerlich im Vergleich zur Supermacht USA.

  3. “Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk überlegen sich, wie sie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt umgehen sollen”

    Diese Bildunterschrift ist glatte mediale Irreführung, denn es ist offensichtlich, daß die Direktiven dazu aus dem Weißen Haus, dem Nato-Hauptquartier und diversen “Firmen” der Londoner City kommen!

    Man muß nur die Frage stellen: “Wem nutzt das?” und weiß sofort, wer da das Sagen hat!
    Und das sind weder Jazeniuk und Steinmeier.
    Letztere sind nur die miesen Handlanger – und eines Tages die Bauernopfer, mit denen die Architekten des Wahnsinns sich selber dann vor dem Völkerzorn in Sicherheit zu bringen suchen werden … …

  4. Ein tolles Beispiel, wie man Statistiken frisiert, indem man Zahlen verheimlicht. 

    Die USA geben 8 x mehr Geld für Waffen aus, als Russland und fast soviel, wie der Rest der Welt zusammen. 

    Seit die USA die NATO benutzen, um Russland immer mehr in die Ecke zu drängen, ist man dort natürlich um die eigene Sicherheit besorgt, weil die USA auf ihren Feldzügen immer nur verbrannte Erde zurück lassen.

  5. Steinmeier: Putin fehlt im Ukraine-Konflikt eine Strategie !?

     

    “Frank-Walter Steinmeier sagt, dass der russische Präsident Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt keine lang angelegte Strategie habe.”

    Mit dieser Aussage führt sich der deutsche Außenminister selbst ad absurdum.

    Denn eine Aggression Russlands, die stets unterstellt wurde, setzt 

    immer eine geplante Strategie voraus !!!!

    Es ist indirekt das Eingeständnis, dass der Westen mit seiner Doppelmoral für die Bürgerkriegssituation als Hauptverantwortlicher zu verorten ist, denn hier war die Destabilisierungs – Strategie der Amerikaner, in Persona Frau Nuland, für jeden
    leicht erkennbar.

  6. Genau Herr Steinmeier endlich begreifen auch sie, dass Putin lediglich auf den Masterplan des Westen reagieren kann. die Destabilisierung der Ukraine ist bekannter maßen über Jahre und mit rund 5 Mrd. von den USA vorangetrieben wurden. 

    Möglich wird die Umsetzung des US / NATO Masterplan nur durch hörige, gegen die eigenen Interessen handelte EU Politiker zu denen auch sie zählen.

     

  7. Die vielbeschworene >Wertegemeinschaft< 

    Die jüngere Geschichte zeigt, dass Menschenrechte, Freiheit und Demokratie in den USA keine allgemeingültigen, unveräusserlichen Werte, sondern auf dem Macht-Tableau der jeweilige US-Regierung beliebig manöverierbare Versatzstücke dessen Erhaltung und ökonomischer Optimierung sind. 

    Unter dem Hinweis auf die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen passen sich bundesdeutsche Politiker willig diesen Umständen an – selbst wenn der Preis, wie in der NSA-Causa, mit der Verletzung elementarer Grundrechte einher geht. 

    Wie glaubwürdig sind Politiker, welche die Verletzung von Menschenrechten in der Ukraine fortwährend und lauthals anprangern, dessen Taten ja auch nicht auf bundesdeutschen Boden stattfinden? Angesichts dessen ist für Viele die vielbeschworene ›Wertegemeinschaft‹ mit den USA entbehrlich geworden.

  8. Merkel und Hollande wollen Reformen in der Ukraine !?!?

    Was sagt uns dieser Artikel über die aktuelle Regierung in Kiew und über Poroschenko selbst?

    A: Weitreichende Reformen in Politik und Gesellschaft werden angestrebt…also mal versucht was zu tun…erfolglos wie seither.

    B: Die Ukraine orientiert sich an "WESTLICHEN WERTEN"….wir wissen was das heißt.

    C: Kiew hat gesehen, dass momentan mehr Geld in West-Europa zu bekommen ist und möchte den Krieg gegen die eigene Bevölkerung noch immer führen und gewinnen.

  9. Mein Schreiben an das Deutsch -Russische Forum….das meine Briefe nicht mehr erhalten will –

    [email protected]

    Ihrem fast schon hysterischen Schrei nach Herausnahme aus dem Verteiler werde ich entsprechen, aber es würde mich sehr interessieren ob Ihre Organisation wirklich Freunde Russlands und der Deutschen sind oder sind Sie vielleicht eine getarnte Organisation der USA !?!?

    Diese Frage sollten Sie mir freundlicherweise noch beantworten, bevor ich Russische und Deutsche Stellen von Ihrer Reaktion informiere.

     

    Und noch ein Hinweis von mir, der vielen Bürgern hier am Herzen liegt:

     

    Die vielbeschworene >Wertegemeinschaft< 

    Die jüngere Geschichte zeigt, dass Menschenrechte, Freiheit und Demokratie in den USA keine allgemeingültigen, unveräusserlichen Werte, sondern auf dem Macht-Tableau der jeweilige US-Regierung beliebig manöverierbare Versatzstücke dessen Erhaltung und ökonomischer Optimierung sind. 

    Unter dem Hinweis auf die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen passen sich bundesdeutsche Politiker willig diesen Umständen an – selbst wenn der Preis, wie in der NSA-Causa, mit der Verletzung elementarer Grundrechte einher geht. 

    Wie glaubwürdig sind Politiker, welche die Verletzung von Menschenrechten in der Ukraine fortwährend und lauthals anprangern, dessen Taten ja auch nicht auf bundesdeutschen Boden stattfinden? 

    Angesichts dessen ist für Viele die vielbeschworene ›Wertegemeinschaft‹ mit den USA entbehrlich geworden !!

     

     

    Gruss
     

    Walter Gerhartz

     

  10. Rußland im Währungskrieg mit den USA

    Russland hat mindestens 7 Vorteile auf seiner Seite.

    1. Rußland verfügt über große Goldreserven- mindestens 1.094,8 Tonnen. Russland lagert sein Gold im eigenen Land. (Wieviel Gold besitzen die USA eigentlich wirklich? Die Federal Reserve verweigert jede unabhängige Prüfung ihrer Bestände. Wieviel davon haben sie u.a. aus Deutschland und anderen Ländern (Libyen?, Ukraine?) geklaut! Der Verbleib der rund 1.500 Tonnen Gold Deutschlands ist sehr fraglich, die die Deutsche Bundesbank bei der Federal Reserve 

    2. Rußland hat kaum Schulden (Man vergleiche mit den USA, die etwa 200 Billionen USA-Dollar Schulden angehäuft haben!!!)

    3. Rußland kann seine Ausgaben vollständig aus seinen Einnahmen finanzieren. (die USA kaufen schon Jahrzehnte auf Pump in der ganzen Welt.)

    4. Rußland hat einen stabilen Staatshaushalt und ist wirtschaftlich unabhängiger vom Westen als umgekehrt. (Über die Staatshaushalts-Katastrophen der USA und anderer West-Länder braucht nicht mehr berichtet werden … Die Staatsschuldenquote der Eurozone lag offizielle 2014 bei 92,6& )

    5. Rußland hat riesige ausländische Währungsreserven – im Wert von 432 Milliarden USA-Dollar. Es verfügt über riesige Mengen an ausländischen Währungen, vor allem Dollar-Reserven. Nur vier Staaten der Welt halten mehr ausländische Währungsreserven als Russland (China, Japan, Saudi-Arabien und die Schweiz).

    6. Rußland ist volkswirtschaftlich relativ autonom, weniger stark als andere großen Staaten oder Staatengruppen (EU) in die Weltwirtschaft integriert. Deshalb richten wirtschaftliche Sanktionen gegen Rußland weniger aus, als es dem Westen selbst schadet.

    7. Rußland führt offenbar einem weltweiten Bewußtseins-Trend der nationalen Souveränität und Selbstbestimmung an (statt der Unipolarität durch die USA mit einer Niedergangs-Globalisierung im “US-American Way of life”), wofür auch die noch erfolglosen Bestrebungen Husseins im Irak und Ghadaffis in Libyien standen, die Einigung der BRIC-Staaten und einiger anderer erwachenden Länder (Türkei?) heute stehen. Rußland hat immer betont und durch die Schaffung der BRIC-Einheit auch bestätigt, daß es nicht allein die Welt regieren will, sondern daß es eine Staaten-Gemeinschaft leisten müsse (und eben keinesfalls die USA allein!!!).

    Allein der unmittelbare Schaden für die polnische Landwirtschaft soll rund 500 Millionen Euro betragen.

    Und dieses volkswirtschaftliche und politische Ergebnis Rußlands ist vor allem der klugen PolitikWladimir Putins zu verdanken, der das Land aus dem Ausverkauf und der Ausbeutung durch die USA und weltweiten Konzerne in den 1990er Jahren nach dem Ende der Sowjetunion zielgerichtet herausgeführt hat. Deswegen richtet sich der propagandistische Angriff des Westens auch besonders auf die Person Putin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.