Jose Manuel Barroso: Putins Russland ist keine Weltmacht mehr

Im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" spricht Jose Manuel Barroso Russland den Status einer Weltmacht ab. Putin hätte die Modernisierung der Wirtschaft Russlands verschlafen, darum werde China auch an die Stelle Russlands treten und unvergleichbar viel mehr Macht haben, so Barroso.

Von Andre Eric Keller

Zehn lange Jahre war Jose Manuel Barroso der mächtige – jedoch von den Völkern der Europäischen Nationen – nicht gewählte Kommissionspräsident der Europäischen Union. In dieser Funktion hatte Barroso jede Menge zu tun. Ob Eurokrise inklusive Euro-Rettungsschirm und ESM, umstrittene EU-Osterweiterungen, Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon, Ukrainekrise oder Sanktionen gegen Russland, überall war der Ex-Maoist und spätere Regierungschef und Vorsitzende der Partido Social Democrata (PSD) Portugals (2002-2004) – trotz des Namens eine konservative Partei – verantwortlich.

Barroso hatte nicht unbedingt den Ruf schnell auf Ereignisse zu reagieren, unter anderem deswegen legten sich 2009 bei der Wiederwahl die Sozialisten, Sozialdemokraten und Grünen quer. Trotzdem kam es zur einer zweiten Amtszeit, die am 31. Oktober 2014 endete. Ihm folgte, der "erste von den europäischen Völkern gewählte" – also indirekt gewählte, weil die Konservativen im Parlament die Mehrheit stellen – Jean Claude Juncker, welcher antrat um die Europäische Union zu erneuern. Das Rad also neu erfinden, auch wenn der Fahrer des alten klapprigen, verrosteten Waffenrades aus dem bürokratischen Inneren des EU-Molochs stammt. Das war eine mutige Aussage, der EU-Bürger wird ihm hier nicht allzu ernst nehmen. 

Putin war mit der Ausrichtung der Ukraine einverstanden

Im Interview bekräftige Barroso, dass Putin jahrelang mit einer Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union überhaupt keine Probleme hatte. Anscheinend wechselte sich erst das Blatt nach der Wiederwahl des russischen Präsidenten im Jahr 2012. Die russische Regierung sei fünf Jahre lang über das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU informiert gewesen. "Wenn er heute sagt, er sei überrascht worden, dann sei das nicht war", so Barroso über Putin. Für Kiew sei die Türe zwar offen, aber in naher Zukunft werde kein Beitritt erfolgen können.

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Was jetzt den aufmerksamen Leser nicht überrascht, denn dem europäischen Steuerzahler – der zwar nicht gefragt wird, ist es aber kaum zuzumuten das marode, heruntergewirtschaftete und hoch korrupte, offensichtlich zweigeteilte Land in die EU auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hin zu integrieren. Weiters sei Russland keine Weltmacht mehr, anstelle Russlands wird China treten, welches noch viel mächtiger als Russland sein wird. Das Russlands derzeitige Wirtschaftsprobleme global zu Verwerfungen führen könne, sieht Barroso nicht. Dazu ist Russlands Wirtschaft zu wenig international verknüpft. Ob sich Herr Barroso hier nicht klein wenig irrt. Wie sieht es hier im konkreten mit den deutschen und österreichischen Kreditinstituten aus, welche sich stark am russischen Markt engagierten? Verluste am russischen Markt können und werden auch die Konzernmütter betreffen, welche dann aber durch ESM, also durch unser aller Geld abgefangen werden müssen. 

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Barroso schießt auch gegen EU-Regierungschefs 

Einige Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer seien an den Sitzungen des europäischen Rates nur wenig interessiert. Einige Mitgliedstaaten kommen oft nur mit wenigen Anliegen in die Tagungen, manche anscheinend sogar ohne jegliches Interesse. Obwohl die Entscheidung im Rat einstimmig getroffen werden, gab es immer wieder Regierungschef welche in ihren Ländern dann davon nichts wissen wollten. Er, Barroso habe über Jahre erlebt, "dass Regierungschefs zuhause so taten, als wären sie nicht dabei gewesen". Barroso ruft zu mehr politischer Verantwortung auf. "Entscheidungen die gemeinsam getroffen wurden, systematisch zu verleugnen, seien intellektuell und politisch unehrlich", erklärte Barroso.

Vielleicht wird Jose Manuel Barroso noch zum Kritiker der Europäischen Union, womit aber nicht zu rechnen ist, müsse er sich vor allem sich selbst und seine Arbeit zu sehr kritisieren. 

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15 Kommentare

  1. Es ist wirklich unfassbar, dass dieses Wesen sich noch frei unter uns bewegen und noch weiterhin die Politik seiner Gönner am Kochen halten darf: http://alcuinbramerton.blogspot.de/2008/09/madeleine-mccann-held-on-private-orders.html

    Nach dieser Information sollte so langsam deutlich werden, welche Strategien hier angewandt werden. Täuschen und Lügen sind einfach lebensnotwendig, wenn man soche unfassbaren Dinge tut und trotzdem weiter politische Macht ausüben will.

     

    1. Na ja, ich denke der Herr B. verkennt sicher nicht, dass das EU/USA Spielchen inzwischen recht recht humorlos daher kommt. Dreckschmeissen allein wird nicht mehr reichen. Putin lässt die Obergscheiten der EU/USA recht geschickt abplätschern und Russland ist noch lange nicht am Ende.

      Mit Falschgeldeuros wird sich das Ganze wohl nicht auf Dauer durchhalten lassen.Mit einem Staatenverbund der auf Schulden und Fremdfinanzierung gründet, kann man das Ziel, Beherrschung Europas durch die NATO/USA  sicher nicht erreichen. Den EU Staaten steht das Wasser bis zum Hals und auch das Gelddrucken ist endlich. Die Ukraine wäre gut beraten mit Russland eine wie immer geartete Einigung zu erreichen. Die Dämlichkeit des Westens wird, wie ich hoffe, kaum soweit gehen sich am wohl kommenden  Krieg gegen Russland zu beteidigen. Die EU steht am Wendepunkt und wenn der liebe Gott nicht Hirn in Tonnenmengen runterschmeisst, fällt das Kartenhaus schneller zusammen als manche diese überscheiten Herrschaften sich vorstellen können.

       

    1. @ hingucker

      Teile Ihre Meinung.

      Dass die "Welt" diesen Schrott, den der völlig von den USA eingesalbte Barroso in die Welt hinausspuckt, auch noch abdruckt, entwertet deren Informationsqualität gänzlich. Kommt hinzu, dass der Herr Barroso über Russland offensichtlich keinen blassen Dunst hat. Dass derartig inkompetente Leute solche EU-Posten (EUKommissionspräsident) besetzen können, ist unerträglich. Schon daran erkennt man die Machtmanipulationen der Hintermänner.

      Russland und China zusammen mit den übrigen Brics-Staaten sowie den eurasischen Staaten haben jahrzehntelange gemeinsame Projekte zum Aufbau der Wirtschaft und Infrastruktur von Russland, China und den anderen genannten Staaten. Diese Länder werden immer stärker und halten für das nächste Jahrzehnt – mindestens – die Köpfe zusammen, um gegen den Agressor USA/EU vorzugehen. Dabei werden Yuan und der Rubel massgebende Währungen – auch wenn das den USA/EU und ihren Vasallen nicht gefällt.

       

  2. Rothschilds Truppe braucht doch solche Dummköpfe! Die Familie R… lacht sich doch kaputt und Soros spekuliert gegen den Euro. Merkt ihr welches Casino hier läuft!?

  3. Eines muß man aber nicht nur Putin ins Stammbuch schreiben. Er und andere haben zu Sowjetzeiten nicht aufmerksam genug die Lehren der KPdSU über die Ökonomie und Politik der kapitalistisch imperialistischen Staaten verinnerlicht. Das war der Part, wo sie Recht hatten. Er als ehemaliger Geheimdienstler mußte wohl nach der Jahrtausendwende erst einmal seine Erinnerungen wieder in das aktive Gedächtnis rufen.

    Fakt ist aber auch, daß Putin es war, der seit vielen Jahren immer wieder eine Umstellung der russischen Wirtschaft anmahnte. Aber in einer Demokratie hat eben nicht nur einer das Sagen. Offensichtlich war ihm vor einigen Jahren doch bewußt geworden, daß man Leuten aus dem Westen, den USA, der EU und der Nato nicht so weit trauen darf, wie man sie sieht. Und das ist das Glück für uns alle heute. Wäre die russische Armee, insgesamt gesehen, noch in diesem jämmerlichen Zustand, in dem sie sich um die Jahrtausendwende befand, dann hätten wir wahrscheinlich jetzt einen fürchterlichen Krieg, weil sich da bestimmte Leute in fataler Weise überschätzt und ihrem Expansionsdrang unter der Sicht der einpolaren Weltordnung nachgegeben hätten.

    Und so ein "Politiker" wie Baroso, der ganz offensichtlich den Schuß verpaßt hat, daß seit der Jahrtausendwende bereits fast 15 Jahre vergangen sind und sich Rußland aus dem fürchterlichen Zustand (ich hätte bald gesagt, Gott sei Dank. Aber der hat offensichtlich nur in Form von Popen am Rande etwas zu tun) erholt hat und wieder eine politische, wirtschaftliche und militärische Macht geworden ist, kann natürlich nur hohle Phrasen von sich geben. Er kann nur das nachplappern, was sein arroganter Vorturner, lame Ducke, aus Übersee so manchmal zum Besten gibt.

    Nun wird Baroso vermutlich durch die Gegend reisen wie einstmals der Gauck(ler) oder SPD-Steinbrück und für ein reichliches Salär allgemeine Plattheiten als politische Erkenntnisse verkaufen.

     

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