Iran-Geschäfte: USA drohen Russland mit weiteren Sanktionen

Wer sich in wirtschaftlichen und politischen Belangen nicht an die Vorgaben aus Washington hält, muss mit Strafmaßnahmen rechnen. Das US-Außenamt droht nun Russland wegen der ausgebauten wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Iran mit einer Verschärfung der Sanktionen.

Von Marco Maier

In Washington grassiert schon seit Jahrzehnten eine üble Krankheit. Sie nennt sich Sanktionitis. Denn die dortigen Strategen haben schnell erkannt, dass die mit den Dollars geschaffene ökonomische, finanzielle und politische Macht durchaus zum eigenen Vorteil genutzt werden kann. Eines der ersten Opfer dieser Sanktionitis war das kommunistische Kuba. Später, mit dem Sturz des US-Vasallen Schah Reza Pahlavi und der Errichtung des islamischen Staates Iran folgte auch dieser.

Nun, Jahrzehnte später und rund 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme in Osteuropa und Zentralasien, müssen die Vereinigten Staaten jedoch damit leben, dass aus der einst stark biploaren Welt des Kalten Krieges eine zunehmend multipolare wurde. Mit der Reaktivierung des Feindbildes Russland, welches mit der Wahl Putins zum Präsidenten begann und im Zuge der Ukraine-Krise 2014 massiv ausgeweitet wurde, stellten sich jedoch einige Staaten demonstrativ auf die Seite des Bären.

Auch der Iran, der unter den westlichen Sanktionen leidet, nutzte selbstverständlich diese Situation zur Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland. Doch nun drohen die USA mit einer Verschärfung der antirussischen Sanktionen, falls die Geschäfte zwischen beiden Staaten den US-Sanktionen zuwiderlaufen würden.

"Wir wissen über die Verhandlungen zwischen Russland und dem Iran Bescheid, die diverse Bereiche der Wirtschaftskooperation betreffen", sagte Psaki am Montag. "Wir werden die Entwicklung dieser Diskussionen hinsichtlich der Aussichten für ihre Zusammenarbeit verfolgen." Zwar würde Washington keine konkreten Details der Gespräche kennen, doch beim Verdacht darauf, dass die getroffenen Vereinbarungen mit den US-Sanktionen unvereinbar sind, "werden wir handeln", betonte Psaki.

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Insbesondere das iranische Atomprogramm steht im Fokus der USA. Dem Iran wird die friedliche Nutzung der Kernenergie verwehrt, weil insbesondere Israel befürchtet, dass Teheran die Anlagen zum Bau von Atombomben verwenden könnte. Beide Staaten stehen sich seit Jahrzehnten feindlich gegenüber. Dass jedoch Großajatollah Montazeri in einer Fatwa Atomwaffen als unislamisch bezeichnete, wird ignoriert.

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3 Kommentare

  1. Hört mal zu, ihr verdammten US´ler!!

    Ich denke, die Zeit ist vorbei, wo USA entscheiden konnte, wer eine Atombombe bauen oder haben darf und nicht. Geht das nicht in euren verdammten Schädel rein?

    Wenn Rußland, IRAN eine Aombombe gewährt und dabei unterstützt, und noch dazu CHINA, diese Staaten unterstützt, dann könnt ihr eure Sanktionen in euren Hintern schieben.

  2. Wer oder Was ermächtigt eigentlich die Amis überall auf der Welt in die Geschicke der Länder einzugreifen? Niemand fragt diese Parasiten nach ihrer Meinung – aber überall haben die ihre Krallen im Spiel. Es wird Zeit diesen paranoiden und selbstverliebten Soziopathen das Handwerk zu legen. Die sollen sich endlich um ihren eigenen verrotteten Staat kümmern. Dort brennt es an allen Ecken. Dieser verfaulende Staat lebt nur auf Kosten der anderen Länder und läßt sich wie eine Mätresse aushalten und die EU fungiert dabei als Puffmutter.

    1. Als ob Deutschland da nur ein Deut besser wäre.. Waffenexport, Kriegsführung und destabilisierung, Massenimport von Ressourcen und Produkten aus "3. Welt-Länder".. Außerdem reproduziert die Befölkerung auch die Werte und Logik des kapitalistischen Systems und sind somit an erster Stelle dafür Verantwortlich. Mit dem Finger zeigen ist einfach, bringt aber niemanden weiter.

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