Ein Camp syrischer Flüchtlinge in Cappadocia, Türkei. Bild: Flickr / Fabio Sola Penna CC-BY-ND 2.0

Rund 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, die in den Nachbarstaaten des vom Krieg zerrütteten Landes Zuflucht fanden, erhalten keine Hilfe vom Welternährungsprogramm der UNO mehr. Grund dafür sind die fehlenden Finanzmittel.

Von Marco Maier

Aufgrund einer Finanzlücke von 64 Millionen Dollar kann das Welternährungsprogramm (WFP) der UNO keine Lebensmittelhilfen mehr an die syrischen Flüchtlinge ausgeben. Nach Angaben der Hilfsorganisation haben die wichtigen Geberländer ihre finanziellen Zusagen nicht eingehalten. Das WFP benötigt nach eigenen Angaben umgehend 64 Millionen US-Dollar, um syrische Flüchtlinge im Laufe des Monats Dezember zu unterstützen. Betroffen sind vor dem Bürgerkrieg geflohene Menschen in Jordanien, dem Libanon, dem Irak, der Türkei und Ägypten. Kommen in naher Zukunft keine neuen Gelder herein, könnten ab Jänner auch Vertriebenen in Syrien selbst die Hilfe gestrichen werden.

Der Mangel an finanziellen Mitteln führte schon im September dazu, dass eine Kürzung der Hilfe durchgeführt werden musste. Bisher bekommen die Menschen in Flüchtlingslagern in der Region monatlich einen Betrag, den sie über eine elektronische Karte bei lokalen Geschäften einlösen können. Die monatliche Direktzahlung an Flüchtlinge im Libanon sank etwa nach der Kürzung im September von 30 auf nunmehr 20 US-Dollar. Von der unzureichenden finanziellen Unterstützung sind auch andere Hilfsorganisationen betroffen. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF beispielsweise kann angesichts der Finanzlücken hunderttausende Hilfspakete für Kinder nicht ausliefern.

Infolge der fehlenden Unterstützung und der immer schlechter werdenden Versorgungslage in den betroffenen Ländern kommt es zu einer stärkeren Flucht in Richtung Europa, da sich viele Flüchtlinge dort eine bessere Unterstützung erhoffen. Damit sorgt der fehlende Wille zur Hilfe dafür, dass die Zahl der Asylbewerber aus Syrien über kurz oder lang dramatisch ansteigen wird. Immer mehr Menschen nehmen die Strapazen einer Odyssee durch halb Europa auf sich, um so dem Hungertod in den überfüllten Flüchtlingslagern zu entgehen.

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