Einwanderungsland: 465.000 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Deutschland

Die Wirtschaftskrise in Südeuropa, mangelnde Perspektiven in den Balkanländern und natürlich die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt. Von überall her zieht es Menschen in die Bundesrepublik, die derzeit noch wie ein Fels in der wirtschaftlichen Brandung zu stehen scheint.

Von Marco Maier

Der Ruf Deutschlands als reicher Sozialstaat mit niedriger Arbeitslosigkeit führt dazu, dass viele Menschen aus aller Herren Länder in die Bundesrepublik drängen. Wie der am Montag in Paris und Berlin veröffentlichte Internationale Migrationsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt, ist Deutschland nun das gefragteste Zuwanderungsland hinter den USA. Das ergeben die Zahlen für 2013, wobei sich für das laufende Jahr nach OECD-Angaben ein weiterer Anstieg abzeichnet.

Insgesamt mehr als vier Millionen Menschen wanderten 2013 dauerhaft in die 34 OECD-Staaten ein – ein Prozent mehr als im Jahr davor. Ohne den massiven Zuwachs in Deutschland wäre die Zahl jedoch gesunken, wie der Bericht festhält. Auch die Zahl der Asylbewerber nahm dem Bericht zufolge deutlich zu. Jeder fünfte der 550.000 Bewerber in den OECD-Staaten stellte seinen Antrag in Deutschland. Da jedoch nur eine Minderheit der Antragsteller auch wirklich eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhält, spielen die Asylbewerber in Sachen Zuwanderung nur eine untergeordnete Rolle.

Angesichts der Tatsache, dass viele der Zuwanderer Sprachdefizite aufweisen, muss der Fokus verstärkt auf die Vermittlung von Sprachkenntnissen gelegt werden. Auch die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, sollte ausgeweitet werden. Möglich wäre dies mit Hilfe von Abkommen zwischen den Staaten und eventueller Zusatzprüfungen in Deutschland, um die nötigen Standards auch überprüfen zu können.

16,5 Millionen Menschen in Deutschland, das sind rund 20,5 Prozent der Bevölkerung, haben jetzt schon einen Migrationshintergrund. Im Jahr 2020 könnten demnach um die 20 Millionen Personen in der Bundesrepublik ihre Wurzeln im Ausland haben.

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