Ungarn: Kaufkraft stärkt Wirtschaftswachstum

Manchmal wirken die wirtschaftspolitischen Maßnahmen Viktor Orbáns etwas seltsam – doch sie scheinen zu wirken. Die rechtskonservative Regierung, deren erklärtes Ziel es ist, sich dem Diktat Brüssels und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu widersetzen, schaffte etwas, worum sie von so manchem EU-Krisenland bewundert wird: stabile Staatsfinanzen und ein ordentliches Wirtschaftswachstum.

Von Marco Maier

Sicher, das Ausgangsniveau war nach jahrelanger Misswirtschaft durch die vorher regierenden Sozialdemokraten recht niedrig. Dennoch konnte Ungarn trotz internationaler Finanz- und Wirtschaftskrise nicht nur die Schuldenquote von 82,2 auf 79 Prozent der Wirtschaftsleistung reduzieren, sondern dazu noch ein ordentliches Wirtschaftswachstum vorweisen. Allein im ersten Halbjahr 2014 belief sich das BIP-Wachstum auf 3,5 Prozent – ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Für das Gesamtjahr erwartet man in Ungarn immerhin noch ein Plus von 3.1 Prozent. Deutlich mehr als beispielsweise Deutschland oder Österreich erwarten können.

Grund für das starke Plus ist vor allem die Binnenkonjunktur. Der inländische Konsum verzeichnet beispielsweise ein plus von satten 2 Prozent. Ordentliche Zuwächse bei den Reallöhnen, die Senkung der Wohnnebenkosten (Strom, Gas, Heizung) für Privathaushalte, eine steigende Beschäftigung, sowie die nicht unerheblichen Steuererleichterungen für Familien mit mehreren Kindern machen dies möglich. Hinzu kommt noch die Immobilienhausse. Gerade im Immobiliensektor verzeichnet Ungarn derzeit ein kräftiges Wachstum, was unter anderem auch auf den Bau mehrerer Fußballstadien zurückzuführen ist.

Für das nächste Jahr wird jedoch ein kleiner Dämpfer erwartet, da die Bundesrepublik als wichtigster Exportmarkt Ungarns derzeit konjunkturell etwas angeschlagen ist. Doch da die Außenwirtschaft im Gegensatz zur deutschen Bundesregierung nicht der primäre ökonomische Ausrichtungsfaktor für Orbáns Regierung darstellt, sollten die Auswirkungen auf die ungarische Wirtschaft nicht allzu groß sein.

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