Zerstörungen in der Ostukraine. Bild: Youtube

Wie ein am Freitag veröffentlichter UN-Bericht zeigt, nimmt die humanitäre Katastrophe in der Ostukraine immer größere Ausmaße an. Tausende Tote und Verwundete, sowie hunderttausende Flüchtlinge sind das Ergebnis des Krieges der Kiewer Regierung gegen die Separatisten, die ursprünglich nur eine tiefgreifende Föderalisierung des Landes und mehr Selbstbestimmungsrechte wollten.

Von Marco Maier

Der UN-Bericht spricht eine deutliche Sprache: In den vergangenen 6 Monaten, in denen sich die ukrainischen Regierungstruppen mit den Volksmilizen in Donezk und Lugansk Gefechte lieferten, kamen offiziellen Angaben zufolge 4.035 Menschen ums Leben. 9.336 Menschen wurden dabei – teils erheblich – verletzt. Doch nicht nur der Blutzoll, den die Menschen in der Ukraine zu zahlen haben ist enorm.

Inzwischen gelten 442.219 Menschen als Binnenflüchtlinge, 488.466 Ukrainer flohen ins Ausland. Doch die offiziellen Zahlen dürften nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Schätzungen gehen von weit über einer Million Flüchtlingen aus. Hinzu kommen noch die vielen Toten die bislang nicht gefunden wurden. So wurden in den letzten Wochen immer wieder Massengräber gefunden, in denen die Leichen von Ostukrainern lagen die Opfer der Söldnertruppen wie des "Bataillon Asow" wurden.

Jüngstes Beispiel ist ein Massengrab bei der Stadt Krasnoarmiysk, in dem sich 286 Frauenleichen befanden. Wie die Donezker Volkswehr mitteilt, sollen die Körper der Frauen Spuren von Vergewaltigungen aufweisen. Alexander Sachartschenko, Premierminister der selbsternannten Donezker Volksrepublik (DVR) sagte, dass die Stadt, die sich etwa 45 Kilometer nordwestlich von Donezk befindet, lange Zeit unter Kontrolle des Freiwilligenbataillons Dnjepr-1 stand, welches der Kiewer Zentralregierung treu ergeben ist.

Der in Minsk ausverhandelte Waffenstillstand, der von Beginn an äußerst brüchig war, erwies sich zwischenzeitlich als sinnlos. Kiew nutzte die Waffenruhe um die eigenen Truppen neu zu formieren, während insbesondere die Nationalgarde und die Söldnertruppen sich nicht wirklich an die Ergebnisse der Verhandlungen gebunden fühlen. Dementsprechend kommt es immer wieder zu Angriffen auf Stellungen der Volkswehren und auf zivile Gebäude. Zudem gelten insbesondere die sogenannten "Freiwilligenbataillone", die überwiegend aus westukrainischen Nationalisten bestehen, als treibende Kraft hinter den Übergriffen auf die Zivilbevölkerung. Hier wird es noch einige Kriegsverbrecherprozesse geben müssen.

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