Mitglieder des aus ukrainischen Nationalisten bestehenden Bataillon Asow beginnen inzwischen schon damit, Schulkinder zu indoktrinieren. Die rechtsgerichtete neue Regierung der Ukraine hat damit kein Problem, zumal beinahe 30 Kommandeure von solchen Bataillonen für die Regierungsparteien im neugewählten Parlament sitzen.

Von Marco Maier

Asow Schule2Das vor allem aus radikalnationalistischen Ukrainern, aber auch aus westeuropäischen Freiwilligen bestehende Bataillon Asow, welches direkt dem ukrainischen Innenministerium untersteht, übt sich derzeit auch in der Indoktrination von Schulkindern. Wie Fotos zeigen, sollen die Kinder offenbar für die Ideologie der in diverse Kriegsverbrechen verwickelten Miliz gewonnen werden.

Die Wolfsangel im Bataillonsabzeichen soll hierbei für die Begriffe "Idee und Nation" (ideya i narod) stehen und orientiert sich hierbei am NS-Symbol. Die rechtsaußen-Partei "Allukrainische Vereinigung 'Swoboda'" von Oleh Tjanyhbok verwendete dieses Zeichen von 1991 bis 2004 als Parteilogo. Hinzu kommt die sogenannte "Schwarze Sonne" im Hintergrund, die auf SS-Führer Heinrich Himmler zurück geht.

Asow SchuleAuch die Bezeichnung "Schwarzes Korps", welches für die Asow-Miliz immer wieder synonym verwendet wird, bezieht sich auf die Schutzstaffel des Dritten Reiches. Dies bezieht sich auf die schwarzen Uniformen, die insbesondere von den SS-Totenkopfverbänden getragen wurden.

Umso fragwürdiger ist die Entscheidung der Politiker in den USA und der EU, die aktuelle ukrainische Regierung weiterhin derart massiv zu unterstützen. Insbesondere deshalb, weil beispielsweise Innenminister Arsen Awakow Anfang November den Asow-Vizechef Wadym Trojan zum Polizeichef für das Kiewer Umland ernannte. Die Ernennung Trojans begründete Awakow mit dessen militärischem Engagement: "Ich rechne fest damit, dass Patrioten, die ihre Hingabe in Kampfhandlungen unter Beweis gestellt haben, gemeinsam mit alten Spezialisten für eine neue Qualität der Polizei sorgen werden." Gegner der Personalentscheidung seien entweder Feinde der Ukraine oder Idioten, schleuderte Awakow seinen Kritikern entgegen.

Asow-Führer Andri Biletzki wollte ursprünglich für Jazenjuks "Volksfront" zu den Parlamentswahlen antreten – zumal er vom damaligen Interims-Premierminister favorisiert wurde. Wegen seiner rechtsextremen Gesinnung – Biletzkis Texte zelebrieren einen Führerkult, der an nationalsozialistische Vorbilder erinnert – gab es jedoch Proteste. Dennoch wurde Biletzki schlussendlich doch in die "Werchowna Rada", das ukrainische Parlament, gewählt: als formal unabhängiger Kandidat. Biletzkis Wahlkampf wurde von prominenten Beratern Innenminister Awakows unterstützt. Awakow gehört selbst der "Volksfront" Jazenjuks an. Umso unglaubwürdiger sind die Beteuerungen der westlichen Medien und Politiker, es handle sich bei den maßgeblichen politischen Kräften in der Ukraine nicht um Radikalnationalisten.

Die Bilder wurden auf der Seite von "Varjag 2007" publiziert.

 

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