Anti-Bildungsplan-Demo in Stuttgart. Bild: Youtube

In Baden-Württemberg rebellieren viele Eltern gegen die geplante Form der Sexualerziehung im Bildungsplan der grün-roten Landesregierung. In Österreich will Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek schon ab dem Kindergarten eine "moderne Sexualerziehung" umgesetzt sehen. Wie weit soll die Sexualisierung der Kinder gehen?

Von Marco Maier

Besonders für konservativere Menschen fällt das Thema Sexualität grundsätzlich in den privaten Bereich. Die sexuelle Aufklärung an den Schulen, die bislang vor allem im Biologie-Unterricht einen Nischenplatz erhielt, soll nun deutlich mehr Raum erhalten. Dabei legt man heutzutage besonders großen Wert darauf, die gesamte Palette der sexuellen Vielfalt zu thematisieren. In dem im vergangenen Januar bekannt gewordenen Arbeitspapier des Landesinstituts für Schulentwicklung war eine "Vielfalt in der sexuellen Identität und Orientierung (Hetero-, Homo-, Bisexualität; Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle)" gefordert worden. Nach einer wochenlangen Debatte hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)  Anfang April auf die massive Kritik aus der Bevölkerung reagiert. Kretschmann setzte durch, dass "Sexuelle Vielfalt" allein im neuen Bildungsplan kein Querschnittsthema mehr werden solle.

https://www.youtube.com/watch?v=HowHD8Ax2KI

Im neuen Arbeitspapier zum Bildungsplan, welches im April veröffentlicht wurde, liest sich die Sache etwas differenzierter. Dort heißt es, die Schüler sollten lernen, "die Präsenz von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten, Ethnien, Religionen und Weltanschauungen" sowie "sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität" zu recherchieren und "wertneutral" zu berichten. Der Landesvorsitzende des baden-württembergischen  Philologenverbandes, Bernd Saur, warnte in einem Zeitschriftenartikel noch vor einer "Pornografisierung" der Schule, zumal insbesondere die politische Linke sich gerne an den Gender-Theorien orientiert.

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Die Gegner einer Reform des Sexualkundeunterrichts befürchten, dass die "Gender-Ideologen" nun die Richtung vorgeben und die Kinder dementsprechend ideologisieren. Baurs Vorwurf diesbezüglich lautete ja, dass einige moderne Sexualpädagogen "Spermaschlucken, Dirty Talking und sonstige Sexualpraktiken" im Unterricht thematisieren wollten. Dabei bezog er sich auf die Theorien der "Gesellschaft für Sexualpädagogik", die einen deutlich anderen Zugang zu diesem Thema hat und sich insbesondere für sexuelle Minderheiten einsetzt.

Auch in Österreich ist der Weg klar vorgezeichnet. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will die Sexualerziehung in Österreich modernisieren. Beginnen will sie damit bereits im Kindergarten. "Wenn Kinder erste Fragen stellen, sollen die Pädagoginnen kindgerechte Antworten haben", so die Ministerin im Oktober. Bei der Frage, ob Aufklärung überhaupt Sache der Schulen sein soll, ergab eine österreichweite Umfrage allerdings kein eindeutiges Bild: 47 Prozent gaben an, dass dies Aufgabe der Bildungseinrichtungen sei, 51 Prozent sehen in dieser Frage das Elternhaus gefordert.

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