Der 30. November könnte jener Tag sein, an dem die derzeitige Schwächephase des Goldes ein vorläufiges Ende findet. Die Schweizer stimmen nämlich am letzten Sonntag im November darüber ab, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) mindestens 20 Prozent ihres Vermögens in dem gelben Edelmetall vorrätig haben muss.

Von Marco Maier

Unter dem Motto "Rettet unser Schweizer Gold – Volksvermögen schützen" will die Schweizer Gold-Initiative den Franken quasi wieder an das beliebte Edelmetall binden. Die drei Kernforderungen der Initiative lauten: Keine weiteren Goldverkäufe, die Goldreserven sind in der Schweiz zu lagern und der Goldanteil des Nationalbank-Vermögens muss mindestens 20 Prozent betragen. Dies entspricht in etwa einer Verdreifachung der aktuellen Goldbestände. Doch schon jetzt haben die Schweizer pro Einwohner die höchsten Goldreserven.

Ganze 1.040,1 Tonnen Gold besitzt die SNB offiziell, was rund 7,6 Prozent der gesamten Währungsreserven des Landes ausmacht. Je Einwohner sind das etwa 0,13 Kilogramm. Auf etwa 2.800 Tonnen müssten die Goldreserven jedoch mindestens steigen um die Forderungen der Initiative zu erfüllen, womit pro Kopf ca. 0,34 Kilogramm Gold vorrätig wären. Sollte diese Menge in den nächsten 5 Jahren gekauft werden müssen, würde die Schweiz damit nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung ganze zwei Drittel der jährlichen Goldförderung für sich beanspruchen. Zum Vergleich: noch von 1980 bis 1990 beliefen sich die schweizerischen Goldreserven auf 2.590,3 Tonnen.

Für die Initiatoren rund um den SVP-Politiker Lukas Reimann ist klar, dass hohe Goldreserven nach wie vor das "Fundament jeder stabilen Währung" sei. Gleichzeitig warnen sie davor, dass die USA und die EU den Dollar und den Euro in den Boden wirtschaften. Reimann warnte in einer Rede eindringlich vor dem "ungedeckten Fiat-Money", mit dem ein großer Betrug geschehen würde. "Zentralbanken, Geschäftsbanken und Regierungen spielen mit dem Eigentum der Bürger", so der Abgeordnete.

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Inzwischen sehen die Umfragen die Befürworter vorne: 44 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage des Instituts Gfs.Bern erklärten Ende Oktober, sie wollten mit Ja stimmen. Nur 39 Prozent sagten Nein. Damit stehen die Chancen recht gut, dass die nächste Gold-Hausse bald schon wieder einsetzt. Der Schweizer Franken könnte dadurch jedoch massiv aufwerten, was die Situation der eidgenössischen Wirtschaft wohl nicht verbessern würde.

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2 thoughts on “Schweizer Gold-Initiative: Ein „Ja“ wird den Goldpreis beflügeln”

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