Russlands Präsident Wladimir Putin. Bild: Kreml

Russlands Präsident, Wladimir Putin, warf der USA und der EU vor, heuchlerisch zu agieren. Russland werde nur dann international anerkannt, wenn es "brav" sei und sich den Wünschen des Westens unterordne. Er selbst schließt eine erneute Kandidatur 2018 nicht aus.

Von Marco Maier

Dass man insbesondere in Washington mit einer ehrlichen, gradlinigen Politik nicht wirklich etwas anfangen kann, beweisen die letzten Jahrzehnte in eindrucksvoller Manier. Viele der ehemaligen "Freunde und Verbündeten" mussten mit ansehen, wie ihnen Washington je nach geopolitischer Großwetterlage einfach in den Rücken fiel. Zu erwarten, dass gerade Russland unter Wladimir Putin sich diesem System beugen würde, muss als Utopie bezeichnet werden.

"Wenn sich Russland das Recht nimmt, seine Interessen zu schützen, ändert sich das Verhältnis sofort", sagte Putin in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Agentur Tass. Moskau werde, so Putin, vom Westen nur dann als Partner akzeptiert, wenn es "brav" sei. Dabei warf er sowohl Washington als auch Brüssel "Heuchelei" vor. Auch wolle sich Russland durch die Ukraine-Krise nicht in die Isolation treiben lassen. "Ein Eiserner Vorhang würde uns zum Verhängnis werden", sagte Putin weiter. "Wir werden diesen Weg auf keinen Fall beschreiten und niemand wird eine Mauer um uns errichten." Putin versicherte zugleich, die vom Westen verhängten Sanktionen, das Sinken des Ölpreises und der Verfall der Landeswährung Rubel hätten keine "katastrophalen Folgen" für die russische Wirtschaft.

Im Interview erklärte der Präsident weiter, dass eine erneute Kandidatur für 2018 nicht ausgeschlossen sei. "Ja, es gibt die Möglichkeit meiner Kandidatur für eine weitere Amtszeit", sagte Putin. Die russische Verfassung ermöglicht dies. Allerdings sei die Entscheidung noch nicht endgültig gefallen. Wladimir Putin, der schon seit 1999 als Premierminister und als Präsident die Geschicke der Russischen Föderation in Händen hält, könnte damit sogar ein Vierteljahrhundert der Geschichte prägen.

Indessen warf Außenminister Sergej Lawrow schon gestern dem Westen vor, mit der aktuellen Politik einen Regierungswechsel in Russland herbeiführen zu wollen. "Öffentlich erklären die westlichen Top-Politiker, die Sanktionen sollen die Wirtschaft zerstören und Volksproteste hervorrufen", betonte Lawrow. Damit zeige der Westen "eindeutig, dass er nicht die Politik der Russischen Föderation ändern möchte, was an sich illusorisch ist, sondern dass man das Regime wechseln will."

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Während man Russland vorwirft, in der direkten Nachbarschaft eine Politik der Einflusssphäre zu betreiben, wird das selbe Bestreben der EU und der USA nicht als solches dargestellt. Die Ukraine als Nachbarland Russlands und der EU liegt sozusagen im Interessenbereich Moskaus und Brüssels. Jedoch deshalb ausschließlich die russische Politik zu kritisieren, die selbstverständlich berechtigte Interessen in diesem Konflikt hat, ist einfach nur falsch. Ehrlicherweise müsste auch Brüssel offen zugeben, eine ähnliche Politik in der Ukraine zu verfolgen. Denn immerhin ist es die EU, die sich ständig ausdehnt und immer mehr Länder in den eigenen Machbereich lotsen will.

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3 KOMMENTARE

  1. …kürzlich habe ich gelesen,daß Sigmund Freud gesagt haben soll,:Es wäre besser gewesen wenn man Amerika nie entdeckt hätte……ich kann mich dieser Aussage nur Anschließen!!!!!!!

  2. Er selbst schließt eine erneute Kandidatur 2018 nicht aus.

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    Putin hat doch laut Mainstream (kotz) einen bösartigen Krebs. Es sollte doch nur noch um Wochen oder wenige Monate gehen. Contra Magazin-TOP!

     

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