Indien und Russland hoffen, die Handelsbeziehungen die derzeit unter ihrem eigentlichen Potential liegen, in Zukunft deutlich zu verbessern. Dazu wird auch ein Beitritt zu einer Zollunion im euroasiatischen Raum angedacht. Gespräche darüber sollen in der zweiten Dezemberwoche geführt werden, wenn Russlands Präsident Putin in Indien zu Besuch ist.

Von Marco Maier

Wie indische Zeitungen vermelden, sollen beim Indien-Besuch Putins die wirtschaftlichen Visionen in den Bereichen Energie und regionale ökonomische Kooperation konkretisiert und angegangen werden. Russland möchte demnach deutlich umfangreicher in der größten Demokratie der Welt investieren, zumal die BRICS-Staaten in der letzten Zeit ohnehin eine verbesserte wirtschaftliche Zusammenarbeit forcierten.

Der indische Außenminister Sushma Swaraj und der russische Vizepremier Dmitri Rogosin saßen indischen Regierungsquellen zufolge schon zusammen, um das gemeinsame Paket der ökonomischen Visionen zu finalisieren, so dass beim Besuch des russischen Präsidenten die wichtigsten Eckpunkte schon zusammengefasst sind. Rogosins zweiter Besuch in Indien fand im Rahmen der 20. Indisch-russischen zwischenstaatlichen Kommission für die Kooperation des Handels, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Technik und der Kultur (IRIGC-TEC) statt.

Swaraj und Rogozin beschlossen eine gemeinsame Studiengruppe für das geplante Handelsabkommen zwischen Indien und der Zollunion von Kasachstan, Russland und Weißrussland zu gründen. Weiters wurde beschlossen, den Handel im Rahmen des internationalen Nord-Süd-Korridor-Projekts (INSTC), welches durch den Iran verläuft zu vertiefen. Dies betrifft insbesondere die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie. Auch in den Bereichen der Kohlenwasserstoffe, Kohle, Düngemittel, Bergbau, zivile Luftfahrt, Infrastruktur und Rohdiamanten wurden Schwerpunkte gesetzt.

Sowohl Präsident Putin als auch Premierminister Modi sind internen Quellen zufolge äußerst interessiert daran, während des Staatsbesuchs des russischen Präsidenten der Öffentlichkeit vorzeigbare Durchbrüche bei den Handelsvereinbarungen zu präsentieren, zumal beide Länder davon enorm profitieren. Angesichts der nach wie vor anhaltenden umfangreichen westlichen Sanktionen gegen den Iran könnte Russland im Ölhandel zwischen dem islamischen Staat und Indien als Zahlungsvermittler verkündet werden. Bedenkt man, dass Russland versucht, sich von der Dollarabhängigkeit zu lösen, könnte der Öl-Handel auf lokaler Währungsbasis ein weiterer Schlag gegen das Dollar-Imperium sein.

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Wie wichtig und umfangreich die gemeinsamen Projekte Indiens und Russlands sein dürften, zeigt Modis gestrige Aussage gegenüber seinem Gast Rogosin, als er attestierte, dass Indien die "sehr hohe Bedeutung für die bewährte, spezielle und privilegierte Partnerschaft mit Russland" schätzen würde.

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