Ärmere Haushalte in Österreich sind überdurchschnittlich stark von der Inflation betroffen. Grund dafür ist die stärkere Abhängigkeit von Preistreibern wie Mieten und Lebensmitteln.

Von Marco Maier

Die von der Statistik Austria gestern veröffentlichten Zahlen zeigen, dass vor allem die unteren Einkommensschichten unter den Preissteigerungen leiden, die bestimmte Ausgabenpositionen besonders stark betreffen. Die offizielle Inflationsrate, die vom österreichischen Durchschnittshaushalt ausgeht, betrug zwischen September 2013 und 2014 1,6 Prozent. Die ärmsten zehn Prozent der Haushalte kamen im Schnitt auf eine Inflationsrate von 1,9 Prozent, die reichsten zehn Prozent hingegen nur auf 1,1 Prozent.

Die Inflationsrate von ärmeren Haushalten ist seit 2008 kumuliert um fast ein Viertel höher als jene der obersten zehn Prozent. Damit werden die Geringverdiener finanziell stärker benachteiligt. Das liegt laut Konrad Pesendorfer, dem Chef der Statistik Austria, vor allem an den stark steigenden Preisen für Lebensmittel und Mieten. Ärmere Haushalte geben relativ mehr von ihrem Einkommen dafür aus und sind damit von Preissteigerungen stärker betroffen.

Wie die Daten zeigen, darf man bei der Beurteilung der finanziellen Lage einzelner Bevölkerungsschichten nicht nur die Einnahmenseite betrachten, sondern muss ebenso die Ausgabenseite mit einbeziehen. Eine Familie mit 2.000 Euro Haushaltseinkommen im Monat hat eine völlig andere Ausgabenstruktur als eine Familie die 5.000 Euro monatlich zur Verfügung hat.

Die Statistik Austria präsentierte diese Zahlen, um so für mehr Transparenz zu sorgen, wie Direktor Pesendorfer betont. Es sei das "Schicksal einer Statistik", dass sie mit Durchschnittswerten rechne. Jeder kann sich seine persönliche Inflationsrate künftig aber selbst ausrechnen. Dafür hat das Institut einen äußerst umfangreichen und detaillierten Inflationsrechner online gestellt.

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One thought on “Österreich: Inflation trifft vor allem ärmere Haushalte”

  1. Jeder kann sich seine Inflation selbst ausrechnen.Dazu muß er nur die Preise 2001 mit heute vergleichen.Ein einfaches Beispiel : Brot 2001 3,40DM /kg,heut 3,40 Euro/kg.Das sind ca 7%/a.Die meisten Preise des täglichen Bedarfs haben sich verdoppelt.Heizöl gar fast verdreifach.Und da ist nix mit 1 oder 2% Inflation.Das Wahrheitsministerium ist eben überall present.

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