Immer wieder ist von einer "neuen Weltordnung" (NWO) zu lesen und zu hören. Angesichts der derzeit herrschenden Weltordnung klingt dieser Gedanke erst einmal gar nicht so schlecht. Doch die Frage lautet: wie soll diese neue Weltordnung denn schlussendlich aussehen? Das US-Modell kann nicht die ideale Zukunft sein.

Von Marco Maier

Wenn Personen wie George W. Bush oder Angela Merkel von einer "neuen Weltordnung" sprechen, läuft vielen Menschen – wohl nicht zu Unrecht – ein kalter Schauer über den Rücken. Denn klar ist, dass diese sich eine NWO unter Führung der jetzigen Westkader wünschen. Eine "One World" mit einer Weltregierung und damit auch einer wohl unumschränkten Macht für die globale Finanzoligarchie. Dies ist eine Welt, die für wohl 99 Prozent der Weltbevölkerung keine sehr wünschenswerte Vision darstellt.

In der menschlichen Geschichte gab es stets einige Regionalmächte (Mesopotamien, Ägypten, Persien, China, Mongolen, das römische Reich, und viele mehr), die mehr oder weniger großen Einfluss auf die Länder und Völker in ihrer Umgebung hatten. Später zogen die Europäer – allen voran die Spanier, Portugiesen, Engländer und Franzosen – um die Welt und errichteten riesige Kolonialreiche, die sie zu relativen Weltmächten aufsteigen ließen. Die damalige Weltordnung war zwar durchwegs multipolar, jedoch zunehmend eurozentrisch.

Heute, nach zwei Weltkriegen und dem Zerfall der Kolonialreiche und der Sowjetunion scheint es, als ob die Welt sich allein dem Willen der USA (Washington und der Wall Street) unterzuordnen hätte. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde ein System geschaffen, in dem der US-Dollar das darstellt, was Gold und Silber über Jahrtausende waren: das universale Zahlungs- und damit auch Druckmittel. Als große Hilfe erweisen sich hierbei – neben dem gewaltigen Militärapparat – auch die vielen US-Konzerne. Infolge der engen Verflechtung von Politik und Konzernen überschneiden sich die geopolitischen Interessen beider Gruppen in erheblichem Maße.

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Doch inzwischen ergeben sich mit dem wirtschaftlichen Fortschritt der großen Schwellenländer neue Perspektiven. Die vom Westen angestrebte unioplare Weltordnung gerät zunehmend ins Wanken. Selbst der UN-Sicherheitsrat mit seinen fünf Vetomächten (USA, Frankreich und Großbritannien auf der einen, Russland und China auf der anderen Seite) erweist sich zunehmend als überholt. Theoretisch müsste ein solcher Rat aus den jeweiligen kontinentalen Mächten bestehen. USA, Mexico und Brasilien (Amerika), Deutschland, bzw. die EU (Europa), Russland, China, Indien, Iran, Saudi-Arabien und Indonesien (Asien-Pazifik), sowie Nigeria, Äthiopien und Südafrika (Afrika) wären beispielsweise Kandidaten für so einen globalen Rat, der dann bis zu 15 Staaten und alle größeren Kulturkreise umfassen könnte.

Schon jetzt zeigen sich Staatengruppen wie beispielsweise die "BRICS" und die "MINT" durchaus als ernstzunehmende Mitspieler im globalen Geschehen. Für eine Welt der dezentralisierten Macht jedoch, bedarf es auch in diesen Staaten einer umsichtigen Politik. Immerhin greift die westliche Finanzoligarchie nach jeder sich bietenden Gelegenheit, in den aufstrebenden Ländern Fuß zu fassen. Immer wieder mit Erfolg. Denn mit den verfügbaren Milliarden an Dollar können sie sich auch den Zugang zu diesen Märkten geradezu erkaufen. US-Unternehmen wirken – selbst als Banken – im eigenen Land offenbar weniger gefährlich als US-Truppen, und das, obwohl die potentielle Zerstörungskraft durchaus vergleichbar ist.

Das Bestreben Russlands und Chinas, sowie einiger anderer Staaten jenseits des direkten Einflussbereichs der USA, sich den unipolaren hegemonialansprüchen der US-Eliten zu widersetzen, sowie ein vielschichtiges und multipolares System zu erschaffen, in dem wieder mehr Wert auf Diplomatie und regionale Kooperationen gesetzt wird, lässt die Hoffnung auf eine bessere Welt wachsen. Nur ein "Spiel der Kräfte" kann dafür sorgen, dass sich nicht zu viel Macht auf zu wenige Menschen konzentriert. Denn Macht korrumpiert.

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3 KOMMENTARE

  1. hallo marco maier

    ja herr mayer, da haben sie recht – diese oktroyierte weltschicht ist gruselig …. nicht nur weil sie doch recht viele aggresive hauptbestandteile hat ( auch die menschliche nahrungsaufnahme hat des öfteren mal mit gewalt und grausamkeiten zu tun – ein etabliertes modell sozusagen ), sondern ob der doch recht schlichten und überschaubaren fülle an möglichkeiten die kommuniziert werden. mir scheint es ist eigentlich egal welchen rythmus die menschheit lebt, hauptsache alle machen das gleiche – die weltpolitik ist nur ein kleiner bestandteil einer nwo – viel mehr erscheint mir der flächendeckende gleichklang als ein instrument der beherrschung der massen …. 

    ganz offensichtlich kann man das an der polarisierung der deutschen massen erkennen – entweder man mag flüchtlinge und verhällt ich dann natürlich dementsprechend …. oder eben nicht …. auf der einen seite stehen offensichtlich nazis auf der anderen seite antifa-hampelmänner – – das die interessen sich mit dieser thematik auseinanderzusetzten doch wesentlich vielfältiger sind, scheint völlig unterzugehen … aber genau das ist der springende punkt …. uns wird sugeriert, das man eine meinung – also ein sich abgrenzendes bild … von allen anderen möglichkeiten – haben muss ….

    eine neue weltordnung hat für mich ersteinmal nichts negatives …. im gegenteil …. es wäre schon toll etwas mehr gerechtigkeit als ein generellen urklang vernehmen zu können … doch wo sollte der herkommen ….

    ich denke die lösung liegt in der menschheit als individuum … 

    ich würde mir eine weltweite umfrage zum thema positive utopische zukunftsvision wünschen, wo jeder – ja auch wirklich jeder zu wort kommen kann … um seinen teil dazu beizutragen um das ziel unseres morgens zu definieren ….

    die frage ist – wie wollen wir in zukunft zusammenleben – und nicht welche partei oder welcher kontinent darf mir mit seinen argumenten meine träume ungehört und gesehen vernichten …

    ich denke wenn man die gesellschaft fragt wird ein bild möglich werden, dem sich der grossteil der menschen anschliessen kann …. die toleranz seine mitmenschen einfach mal anzuerkennen ohne sie pauschal für ihr anders sein zu verurteilen ist bei uns 2beinern vorhanden und wird eigentlich nur durch einen täglichen überlebenskampf auf die seite geschoben …. 

    fangen wir also an unser ideen zusammen zu tragen und den anderen gegenüber zu stellen – wir werden feststellen das es gute optionen gibt – auch ohne experten und fachfrauen …

     

    einen schönen tag noch

     

    • Nun, eine globale Basisbewegung wäre durchaus wünschenswert, jedoch angesichts der vielen Egoismen (insbesondere in den wohlhabenderen Ländern) wohl kaum umsetzbar. Aber wer weiß – vielleicht kommt es ja schrittweise zu einem Umdenkprozess.

      • jedoch angesichts der vielen Egoismen (insbesondere in den wohlhabenderen Ländern) wohl kaum umsetzbar

         

        da sehe ich kein problem – basiert die antwort die man erhällt in erster linie auf der frage die gestellt wird –

        viel interesanter wäre zu erfahren wie mächtig die auswirkungen auf unser weltbild wären ….

        man kann einen boxer im schach herausvordern … und schon haben sich die vorteile verschoben …

        der kabale die positive macht der menschlichen visionsfähigkeit entgegen zu schleudern könnte mehr bewirken als wie die themenbezogenen aktionen von attac und co – 

        was würden denn die menschen antworten wenn man sie fragt wie sie sich die optimale arbeitswelt vorstellen – oder ihre beziehung zu lebenspartner …. 

        ohne auf destruktive und dikreditierende meinungen zu reagieren …. positiv fragen …. ja aber die anderen kommt doch da gar nicht mehr vor …. wie will ich wirklich leben … das bedarf einer inneren konsultation die die wenigsten bis jetzt in angriff genommen haben …. 

        wie stell ich mir ein richtig tolles bildungssystem vor – eine antwort auf so eine frage würde mich interessieren und zugleich motivieren …

        ich denke das ist der weg …. frei von zwang und mit respekt vor den eigenen fähigkeiten … was würde ein kind sagen wie es leben möchte … und vor allem was passiert dann mit dem kind in der zukunft nachdem es ein lebensziel definiert hat ….

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