Neos: „Wer Zehn-Stunden-Tag bewältigt, schafft auch zwölf Stunden“

Neos-Sozialsprecher Gerald Loacker sagte heute, dass die tägliche Arbeitszeit auf 12 Stunden ausgedehnt werden sollte. An der wöchentlichen Arbeitszeit soll sich dabei nichts ändern. Zu den Alleinerzieherinnen, die oftmals ihre Kinder irgendwo unterbringen müssen um arbeiten gehen zu können, sagte er: "Wer Zehn-Stunden-Tag bewältigt, schafft auch zwölf Stunden."

Von Marco Maier

Die Neos als liberale Partei stoßen inzwischen ins selbe Horn wie Industriellen- und Wirtschaftsbundvertreter. Eine Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden soll den Arbeitgebern mehr Flexibilität bringen und so bessere Bedingungen für den österreichischen Arbeitsmarkt mit sich bringen. Basis für den Zwölf-Stunden-Tag soll demnach eine Betriebsvereinbarung sein. Weiters soll die Arbeitszeitaufzeichnung auf Überstunden eingeschränkt und Arbeiter und Angestellte gleichgestellt werden, so Loacker.

Auf die Frage, wie eine alleinerziehende Arbeitnehmerin einen Zwölf-Stunden-Tag managen solle, meinte Loacker, es gebe bereits flexible Kinderbetreuungslösungen – und wer einen Zehn-Stunden-Tag bewältigen könne, schaffe das auch bei zwölf Stunden. Dass es einerseits nicht überall entsprechende Betreuungseinrichtungen gibt und diese auch Geld kosten, scheint den sogenannten Sozialsprecher nicht zu stören. Mehr zu arbeiten um dann mehr für die Kinderbetreuung zu bezahlen, kann nicht Sinn der Sache sein.

Ebenso unverständlich ist diese Forderung angesichts der Tatsache, dass in vielen Berufen schon 8 Stunden täglich eine Herausforderung sein können. War man stolz darauf, in den letzten Jahrzehnten den 8-Stunden-Tag etabliert zu haben, führen solche Forderungen geradewegs wieder zurück in jene Zeiten, als sich die Menschen noch 6 Tage die Woche täglich bis zu 16 Stunden abrackern mussten. Flexibilität darf nicht zulasten der Gesundheit der Arbeitnehmer gehen.

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2 Kommentare

  1. Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.

    Zitat (Robert Betz)

    „Je länger ich dabei bin die Menschen um mich herum zu beobachten, desto mehr habe ich den Eindruck, daß sich die übergroße Mehrheit hier in Deutschland in einem ganz tiefen Schlaf befindet. Sie leben ihr Leben auf einer Weise, als hätte ihnen jemand eine Depotspritze an Schlaf oder Betäubungsmittel verabreicht die mindestens einige Jahrzehnte in ihrer Wirkung anhält, bei nicht wenigen bis zum Grab. Das heißt viele Menschen sterben ohne je wirklich aufgewacht zu sein.“

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