Anschlag der Terrorgruppe Jundallah im Iran. Bild: Youtube

Jahrelang haben Mossad-Agenten eine pakistanische Terrorgruppe finanziert und sich dabei als CIA-Mitarbeiter ausgegeben. Die radikalislamische Jundallah gilt als Dratzieher unzähliger Terrorakte in Pakistan und dem Iran. Jetzt schwor diese Gruppe dem "Islamischen Staat" (IS) die Gefolgschaft.

Von Marco Maier

In der Wahl von einheimischen Milizen für die größeren politischen Ziele zeigen sowohl die amerikanische CIA als auch der israelische Mossad immer wieder ein "gutes Händchen". Al-Quaida, die Taliban, der Islamischer Staat, Jundallah – die Liste ließe sich wohl noch weiter fortführen. Für den Einsatz von ein paar Millionen Dollar konnte man so nicht nur politisch missliebige Regierungen unter Druck setzen, sondern gleichzeitig auch noch vor den "radikalen Islamisten" warnen und so den Islam selbst diskreditieren. Nun zeigt sich mit der Allianz der Terrorgruppe Jundallah und dem Islamischen Staat, dass solche Aktionen gerne einfach nach hinten losgehen.

Am Montag erklärte ein Sprecher von Jundallah, man habe dem Islamischen Staat die Treue geschworen, "was immer die Pläne" der Terrormiliz auch seien. Bemerkenswert daran ist nicht nur, dass der IS dank Jundallah nun scheinbar in Pakistan Fuss gefasst hat. Ebenso bemerkenswert ist, dass Israels Geheimdienst Mossad die Terroristen jahrelang unterstützt hat. Nachdem sich Jundallah aufgrund von Meinungsverschiedenheiten im Jahr 2003 von der al-Qaida getrennt hatte, finanzierte der Mossad ab 2004 die Terrorgruppe. Die israelischen Agenten reisten allerdings mit US-Pässen und gaben sich als CIA-Mitarbeiter aus – um den Eindruck zu erwecken, Washington stehe hinter den Jundallah-Terroraktionen im Iran, der als Erzfeind Israels gilt.

Die sunnitische Terrororganisation hat keine Bedenken, Terroranschläge im vorwiegend schiitischen Iran durchzuführen. Unter anderem tötete ein Jundallah-Selbstmordattentäter im Jahr 2009 in der ostiranischen Stadt Zahedan in einer Moschee 23 Menschen, darunter Frauen und Kinder. Als Teheran ebenfalls im Jahr 2009 den Jundallah-Führer Abdolhamid Rigi fasste, erklärte er in einem Interview vor seiner Hinrichtung, die USA hätten der Gruppe 2004 rund 100.000 Dollar ausgehändigt und versprochen, "uns alles zu geben, was wir brauchen". Doch die CIA dementierte dies stets in äußerst scharfer Form.

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2012 lüftete der amerikanische Journalist Mark Perry in einem Beitrag in der Zeitschrift "Foreign Policy" endlich das Geheimnis der Jundallah-Hintermänner: Unter Berufung auf sechs ehemalige und aktive US-Geheimdienstmitarbeiter sowie eine Serie von Memoranden enthüllte Perry, dass Jundallah seit 2004 vom Mossad unterstützt wurde. Für die USA war dies ein gewaltiger Affront. Immerhin entstand so der Eindruck, Washington würde die innerislamischen Differenzen zwischen Sunniten und Schiiten für die eigenen Zwecke ausnutzen. Außerdem zeigte sich die pakistanische Regierung nicht sehr erfreut darüber, dass vom eigenen Boden aus Terrorakte im Nachbarland durchgeführt wurden.

Doch nun, ganze 10 Jahre nach dem Beginn der Mossad-Operation wendet sich das Blatt. Wie schon zuvor die USA solche Wendungen bei den finanziell unterstützten Organisationen erlebte, muss nun auch Israel mit ansehen, wie sich die mit israelischen Geldmitteln ausgerüstete Terrorgruppe auf die Seite des Islamischen Staates stellt, deren Ziel auch die Vernichtung Israels ist. Aus dem Feind des Feindes wurde nun ein weiterer Feind. So kann man die Existenz einer hochgerüsteten Armee auch legitimieren.

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2 KOMMENTARE

  1. ….schön wäre wenn Sie sich gleich mit der Hamas vereinigen und die Attentate dierekt "BEIM LEHRMEISTER" abspielen würden…..dort könnten Sie zeigen was sie gelernt haben und bomben dass die Fetzen fliegen….

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