Senator McCain beim Interview. Bild: Youtube

In einem TV-Interview gab Senator John McCain zu, dass er die IS-Führer kennt und die USA den Islamischen Staat mit Waffen versorgten. Die Schizophrenie der US-Außenpolitik kennt offenbar keine Grenzen: erst unterstützen, dann bekämpfen.

Von Marco Maier

Manchmal muss man sich fragen, ob die breite Masse der Amerikaner dem Inhalt von TV-Interviews überhaupt noch inhaltlich folgen können. Als der Moderator den Senator auf die Waffenlieferungen nach Syrien ansprach, offenbarte McCain die Involvierung der US-Regierung in den Aufbau des Islamischen Staates. Bislang hieß es ständig, dass es sich um eine "Verschwörungstheorie" handeln würde. In Wirklichkeit jedoch handelt es sich hierbei um eine Verschwörungspraxis. Doch der Sturm der Entrüstung blieb aus.

"Lassen Sie uns darüber sprechen, was ihr Kollege Rand Paul heute gesagt hat, dass es falsch ist Waffen zu liefern, weil die meisten Waffen, die wir geliefert haben, in die Hände der ISIS gefallen sind, dass ISIS ihnen die Waffen einfach wegnimmt und wir tatsächlich irrtümlich radikale Kräfte unterstützen," sagte der Moderator zu McCain. Der Senator aus Arizona antwortete etwas unwirsch: "Ist Rand Paul jemals in Syrien gewesen? Hat er ISIS getroffen, hat er jemals mit irgend jemand von diesen Leuten gesprochen?“ (…) Ich kenne diese Leute sehr genau. Ich stehe die ganze Zeit mit diesen Leuten in Kontakt." In einem anderen Interview sagte er: "Hillary Clinton hat bereits ein Treffen im Weißen Haus vor zwei Jahren erwähnt, bei dem jeder der anwesenden Sicherheitsberater empfohlen hat, ISIS zu bewaffnen."

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Nur wenige Stunden vor dem McCain-Interview äußerte sich US-Luftwaffengeneral Thomas McInernay ähnlich über die Bewaffnung des Islamischen Staates durch die USA: "In Syrien haben wir, meiner Meinung nach, in einigen Fällen die falschen Leute unterstützt. Wir haben Leute im falschen Teil der Freien Syrischen Armee unterstützt. (…) Und hier wird klar, dass einige der Waffen aus Bengasi in die Hände von ISIS gelangt sind. Wir haben also geholfen, ISIS aufzubauen. Diese Gefahr besteht, da muss ich Ihnen Recht geben. (…) wir müssen ISIS bekämpfen ohne Assad zu unterstützen. Und wir können das tun, in dem wir die Teile der ISIS-Elemente bekämpfen, die im Irak angreifen."

Es zeigt sich, dass die ganze US-Politik im Nahen und Mittleren Osten nur darin besteht, neue Brandherde zu legen und Kriege zu provozieren. Das kurzfristige geopolitische Denken führt zu einer Strategie, die ganze Regionen dauerhaft destabilisiert. Und dennoch lassen sich sowohl die US-Bürger als auch die Europäer von der Washingtoner Administration einlullen. Wenn nun Hillary Clinton als Präsidentin auf Barack Obama folgen sollte, gewinnt damit eine Befürworterin der US-Destabilisierungspolitik. Weltpolizei? Von wegen!

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