Japan: Atomkraftwerk in Vulkannähe wird wieder hochgefahren

Japan, welches immer wieder von Erdbeben und Tsunamis betroffen ist, sowie auch aktive Vulkane hat, kommt ohne Atomstrom offenbar nicht klar. Trotz der unmittelbaren Nähe eines aktiven Vulkans wurde nun grünes Licht zur Reaktivierung des Atommeilers "Sendai" gegeben. Angesichts der Katastrophe von Fukushima ein bedenkliches Signal.

Von Marco Maier

In Japan hat der zuständige Provinzgouverneur trotz Protesten der Bevölkerung dem Wiederanfahren von zwei Atomreaktoren des Kraftwerks Sendai zugestimmt. Damit ist der Weg für den Neustart des umstrittenen Atomkraftwerks in der Provinz Kagoshima im Süden Japans frei. Es wäre der erste Atommeiler, der nach der Katastrophe von Fukushima wieder Strom liefern würde. Die Entscheidung sei unvermeidlich gewesen, sagte Gouverneur Yuichiro Ito. Das Regionalparlament hatte seine Zustimmung bereits gegeben.

Nach dem Fukushima-Unklück ließ die japanische Regierung alle 48 Atomkraftwerke des Landes herunterfahren und stieg auf andere Quellen – hauptsächlich Kohle und Gas – zur Stromerzeugung um. Doch dies ist teuer. Nun steigt der Druck auf die Politik, zumindest einige der Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, auch wenn einige der Meiler an ziemlich ungünstigen Orten stehen. Wie zum Beispiel die Sendai-Anlage.

https://www.youtube.com/watch?v=XR1BuLfyYMQ

Das Problem ist: die Atommeiler stehen nur rund 40 Kilometer von dem aktiven Vulkan entfernt. Bei einem Ausbruch, so warnen Vulkanologen, besteht die Gefahr dass pyroplastische Ströme, die sich über weit mehr als 100 Kilometer ausbreiten können, auch das Atomkraftwerk in Mitleidenschaft ziehen. Vom Ascheregen ganz zu schweigen.

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