Bild: Flickr / echiner1 CC-BY-SA 2.0

Wachsende Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern sorgen dafür, dass die Angst vor einer dritten Intifada wächst. Bei Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Militärs in verschiedenen Gebieten des Westjordanlandes sind am gestrigen Freitag Dutzende verletzt worden.

Von Marco Maier

Erst der Gaza-Krieg, nun immer mehr Konfrontationen zwischen Palästinensern und dem israelischen Militär. Palästinensische Demonstranten protestierten gegen die Übergriffe der israelischen Militärs gegen die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg, welcher für Juden und Muslime eine heilige Stätte darstellt. Die sunnitisch-islamistische Palästinenserorganisation Hamas hatte alle Palästinenser aufgerufen, nach dem Freitagsgebet gegen das Vorgehen der israelischen Militärs zu demonstrieren. In vielen Städten und Dörfern im Westjordanland gab es daraufhin massive Proteste. Israelische Soldaten setzten Tränengas gegen die Demonstranten ein und schossen auf sie, um die Versammlungen auseinanderzutreiben. Dabei wurden Dutzende Protestierende verletzt.

An Provokationen durch die israelische Staatsführung mangelt es nicht. In diesen Tagen beschloss die israelische Regierung den Bau von 1000 neuen Wohnungen für jüdische Siedler in dem vor allem von palästinensischen Israelis bewohnten Ostteil von Jerusalem. Aktuell arbeitet sie an einem Gesetz, das erlauben soll, Personen, die Steine auf israelische Sicherheitskräfte werfen, zu Haftstrafen von bis zu 20 Jahren zu verurteilen.

Nun könnte es zu einer dritten Intifada kommen. Bei den ersten beiden (1987-1993 und 2000-2005) kamen mehrere Tausend Menschen auf beiden Seiten ums Leben. Denn Israel plant Berichten zufolge, Jerusalem zur unumstrittenen Hauptstadt zu machen. Doch die Palästinenser wollen die Stadt ebenfalls zur Hauptstadt ihres Palästinenserstaats machen. "Schaut man sich die Pläne Israels an, ist Jerusalem nicht mehr die Hauptstadt eines künftigen palästinensischen Staates", heißt es in der Zeitung "Al Quds" vom 07.11.2014. "Den Plänen zufolge soll Jerusalem die unumstrittene Hauptstadt des jüdischen Staates werden." Dafür würde in Israel auch mit hohem publizistischem und medialem Aufwand gekämpft, so die Zeitung.

Loading...

Einen Konsens zu finden, mit dem beide Seiten leben können, wird angesichts der Ausdehnung Israels immer schwierige. Zwar verhinderte Israels Finanzminister Lapid mit seinem Veto hinsichtlich zusätzlicher Finanzmittel für den Siedlungsbau im Westjordanland, doch aufgeschoben heißt längst nicht aufgehoben. So können die palästinensischen Sicherheitskräfte vielleicht aus den israelischen Maßnahmen resultierende Massenproteste unterbinden, doch der Unmut der Palästinenser wird weiterhin wachsen. Eine dritte Intifada wird vielleicht nicht in den nächsten Wochen oder Monaten kommen, doch wenn sich die israelische Politik nicht auf eine weniger aggressive Haltung einstellt, wird sie irgendwann starten. Und dann werden wieder unschuldige Zivilisten auf beiden Seiten zu Opfern der Machtmenschen auf israelischer und palästinensischer Seite, die persönliche Befindlichkeiten über das Wohl der Menschen stellen.

Bitte unterstützen sie uns!

Wenn Sie liebe Leser, uns unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

1 KOMMENTAR

  1. ….dieses Land hat einmal Palestiena geheißen….

    Die Zionisten haben dafür gesorgt,daß der Staat Israel gegründet wird und alle anderen der ursprünglich dort lebenden Völker unterdrückt wurden.Es war früher so und ist heute so.

    Es wird keinen Frieden geben….nie….wenn die Welt nicht hinsieht,werden die Israelis die Bewohner von Gaza ins Meer jagen….es wird nicht heute und nicht morgen geschehen,doch es wird geschehen.

    Warum machen sie das?…weil sie es können…warum können sie es?…weil der Große Bruder in Amerika alles steuert….außerdem kann niemand den Israelis paroli bieten kann….die Überlegenheit in der Waffentechnik ist zu groß….ein weiterer Grund ist der Mentalitätsunterschied….durch die Greultaten der Nazis an den Deutschen und anderen Juden ist in den Köpfen der Israelis der Gedanke manifestiert,daß sie es heute so machen können,wie es den Vorfahren selbst geschehen ist…..die heutigen Palestinensergebiete sind die KZ,s der Neuzeit….nur keine Gaskammern….

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here