Bislang konnten chinesische Unternehmen oftmals nur mit speziellen Genehmigungen im Ausland investieren. Seit gestern ist dies Geschichte. Mittels massiver Erleichterungen soll die Geschäftstätigkeit der Unternehmen im Ausland gefördert werden.

Von Marco Maier

Die Volksrepublik China ist schon jetzt ein wichtiger Akteur im globalen Investmentbereich. Allein im letzten Jahr wurden 107,8 Milliarden Dollar von China aus in anderen Ländern investiert. Von Januar bis September 2014 investierten chinesische Unternehmen bereits 84,92 Milliarden Dollar, womit ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 5 Prozent durchaus möglich ist. Nächstes Jahr könnte das Wachstum der Auslandsinvestitionen infolge der beschlossenen Erleichterungen sogar mehr als 10 Prozent betragen.

Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform präsentierte gestern die neue "Genehmigungsliste" für Investitionsprojekte im Ausland. Fast alle, genauer gesagt ganze 99 Prozent der Investitionsprojekte im Ausland benötigen ab jetzt keine zentrale Überprüfung und Genehmigung mehr. In 15 Bereichen (z.B. Stahl, Kunstdünger, Schiffsbau, Wasserversorgung) wurden die Auflagen komplett gestrichen, in weiteren 23 Bereichen reicht eine Genehmigung der jeweiligen lokalen Regierungsstelle.

Schon im Mai dieses Jahres wurden erhebliche Erleichterungen bekannt gegeben. Unternehmen mussten seitdem nur noch eine Genehmigung einholen, wenn das Investitionsvolumen mehr als eine Milliarde US-Dollar beträgt. Nun ist auch diese Einschränkung gefallen. Einige Einschränkungen gibt es aber auch auf der neuen Liste. Es handelt sich dabei um Investitionen in Länder, die keine diplomatischen Beziehungen zu China unterhalten, sich im Krieg befinden, oder die unter internationalen Sanktionen stehen. Für solche Länder ist die Zustimmung der Zentralregierung weiterhin notwendig. Wenn es sich also nicht um solche Sonderfälle handelt, müssen die Unternehmen nun lediglich die Unterlagen für ein Investitionsprojekt im Ausland bei der zentralen Stelle für Registrierungszwecke abzugeben. Mehr nicht.

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Über kurz oder lang wird man sich weltweit nun auf eine verstärkte Investitionstätigkeit aus dem Reich der Mitte einstellen müssen. Die finanzkräftigen chinesischen Konzerne dürften damit für eine weitere Stärkung der chinesischen Wirtschaft sorgen und den globalen ökonomischen Einfluss der Volksrepublik ausweiten. Damit wird auch die Macht der bislang dominierenden US-Konzerne längerfristig reduziert.

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