GDL droht mit neuen Streiks – Schaden für Deutsche Bahn bei über 100 Millionen Euro

Seit 18 Uhr ist der jüngste Streik vom Tisch. Sollte es bei den Verhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn zu keinen substanziellen Fortschritte geben, droht diese jedoch schon mit neuen Streiks. Bislang kostete dieser die Deutsche Bahn schon mehr als 100 Millionen Euro.

Von Marco Maier

Noch können die Bahnkunden in Deutschland aufatmen: Der Streik, der den Bahnverkehr fast völlig zum Erliegen brachte, ist vorbei. Zumindest vorerst. Denn die GdL kündigte schon weitere Streiks an, sollte das Management der Deutschen Bahn keine substanziellen Zugeständnisse machen. Dabei liegt der Hauptgrund nicht einmal bei den finanziellen Forderungen, die sich auf etwa 35 Millionen Euro im Jahr belaufen. Vorrangig will die GDL auch die Tarifabschlüsse für Zugbegleiter verhandeln, worum sich bisher die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kümmert. Die Bahn hingegen will konkurrierende Tarifabschlüsse verhindern.

"Bisher haben wir noch über nichts Inhaltliches geredet", sagte der GDL-Bezirksvorsitzende von Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall, am Samstag im rbb. Die Bahn beharre auf der Position, "dass wir nicht für all unsere Mitglieder tarifieren dürfen". Sollte das Unternehmen nicht einlenken, "wird es tatsächlich wieder zu Ausständen kommen." GDL-Chef Weselsky: "Wir werden das Rad nicht neu erfinden müssen, denn die bisherigen Strukturen unserer Tarifverträge sind wirksam für den Wettbewerbsmarkt der Eisenbahnverkehrsunternehmen und geeignet, auch sämtliche GDL-Mitglieder darin abzubilden." Auch bei den Arbeitszeit- und Entgeltforderungen sind faire Kompromisse möglich, so die Gewerkschaft in einer Aussendung. Das einzige, was die GDL nicht dulden würde, ist, dass der Arbeitgeber bestimmt, mit welcher Gewerkschaft er letztendlich die Tarifverträge für GDL-Mitglieder schließt.

Die GDL fordert Tarifverhandlungen für ihre rund 19.000 Mitglieder des Zugpersonals in den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) der DB. Das sind mehr als 51 Prozent der dortigen 37.000 Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Ausbilder/Instruktoren und Lokrangierführer. Deren Arbeitsbedingungen müssen dringend verbessert werden. Die Ruhetagsregelungen müssen erweitert und die Überstunden begrenzt werden. Außerdem fordert die GDL fünf Prozent mehr Entgelt bei einem Nettolohn von 1.750 Euro für Lokführer und 1.300 Euro für Zugbegleiter nach 20 Jahren Berufserfahrung und guten Gewinnen des Unternehmens. GDL-Bundesvorsitzender Weselsky: "Das Zugpersonal hat eine starke Gewerkschaft, ist solidarisch untereinander und verdient gute Schutzbestimmungen im Wettbewerbsmarkt der Eisenbahnverkehrsunternehmen."

Die Deutsche Bahn beziffert den entstandenen Schaden durch die Streikmaßnahmen derzeit mit rund 100 Millionen Euro, die GDL rechnet laut einer Mitteilung mit 200 Millionen Euro Schaden für das Unternehmen.

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Hier noch ein passender Kommentar von Max Uthoff zum Streik:

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Ein Kommentar

  1. Ein technisch korrekt gehaltener Artikel.Das Contra Magazin hat in diesem Artikel etwas

    FAZ-haftes an sich.Das hat erstmal eigentlich nichts zu bedeuten…,obwohl

    vielleicht ist es ja so beabsichtigt,aber für die Zukunft sind Sie damit nicht gut gerüstet.

    Warum ? …Weil das menschliche Herz  kalten, technischen Artikeln nichts

    abgewinnen kann. Wenn ihr Magazin die Stimme der Freiheit sein soll ,wäre z.B. die

    "Bahngeschichte" ihre Chance gewesen,sich "intensiver" einzubringen.Stattdessen

    wartet der Artikeltitel mit einem Zahlenschocker auf .Eine Zehntelmilliarde Schaden.

    Der Leser langweilt sich sofort. Warum ? Wie der Artikel selbst ,strotzt die Überschrift mit

    einer gefühlslosen Zahl auf ,die zudem für die meisten Leser ziemlich abstrakt

    sein dürfte.Man weiß  nie so richtig genau, in welchem Verhältniss diese Zahlen

    zueinander stehen.Viel interessanter wäre z. B gewesen,wie sich die Politik und die

    Presse zu dem Streik verhalten haben,aber vielleicht ging es Ihnen wie mir und sie wußten

    einfach nicht, worüber Sie schreiben sollten.Weil ehrlich geschrieben ,sieht mir

    dieser 100 Millionen teure Artikel eher wie eine Kopierarbeit aus,die in mühevollster

    Kleinarbeit in brutalst möglicher Aufklärung nach 60 Sekunden erledigt war.

    Max Utthoff steht in starkem Kontrast zu Ihrem "toten" Artikel und beide

    passen nicht so recht zueinander. Nun könnte man ja alles Marco Maier in die

    Schuhe schieben,hätte ich nicht  noch mehr Kritik.Ja ,es ist noch nicht vorbei.

    Ich will,ob Sie es glauben oder nicht,nämlich nur ihr bestes.Es betrifft das Aussehen

    ihrer Webseite. Die Farbe rot "funktioniert" nicht gut.Mann und Frau wollen sofort wieder

    weg oder weiter.Es ist, wie an einer roten Ampel zu stehen.Man soll aufpassen,aber

    nicht das geringste geht bewegt sich.Diese "Alarmfarbe" sollte nur sehr

    selten eingesetzt werden. Auf so einer Seite fühlt man sich  einfach nicht wohl und

    sie  lädt nicht zum verweilen ein. Blau z.B.wäre in jeder Abstufung besser .

    Glauben Sie mir. Das Wort "Contra" in Zusammenhang mit der verschwendeten Farbe rot ,

    löst bei mir eigentlich einen Fluchtreflex aus.Nebenbei transportiert es allerlei

    Assoziationen mit sich.Es "riecht" nach Streit und Wiederspruch. Um so verwunderter

    schläft man dann doch rasch über Marcos Bericht ein.

    Wie oft tut sich ein Leser so etwas an ?

    Diese Kritik ist ehrlich gemeint und soll in keinster Weise jemanden beleidigen

    oder mutlos machen.Wie man etwas mehr "persöhnliche Anteilnahme" entwickelt

    und die tiefere Bedeutung dieser umfassenden Thematik erfassen kann,

    zeigt vielleicht ein Film von Lothar Lange ,der am 09.November 2014  bei YT hochgeladen

    wurde.Er hat den Titel "Che Guevarra und Karl May sind tot, es lebe die GDL und Herr

    Wesselsky".Der Beitrag geht knapp dreizehn Minuten lang.

    Bis zum nächsten Streik .Ihr Christian Segeth aus Berlin-Steglitz.

     

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=HgV3WJgsOXc

     

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