Eine Boeing 747 der Malaysia Airlines. Bild: Flickr / Billy Wilt CC-BY-ND 2.0

Das nach wie vor ungeklärte Unglück von Flug MH370 sorgt immer noch für unzählige Spekulationen. Tim Clark, Chef der Airline "Emirates", zählt zu jenen Menschen die den Behörden eine Verschleierung des Vorfalls vorwerfen. Er verlangt eine komplette Offenlegung des Falls.

Von Marco Maier

Tim Clark spart nicht mit Vorwürfen. Der Emirates-Chef wirft der malaysischen Regierung vor, mehr über das Verschwinden von Malaysian Airlines Flug MH370 zu wissen, als diese preisgeben würde. Leitende Beamte würden, so Clark in einem Interview, wichtige Informationen zurückhalten. Ebenso sprach er die Rolle des malaysischen Militärs an, die man angesichts der dubiosen Umstände rund um das am 8. März 2014 verschwundene Flugzeug überprüfen müsse.

Es stellt sich die Frage, weshalb ein angeblich suizidgefährdeter Pilot die Maschine weit in den Indischen Ozean fliegen würde, wenn ein sofortiger Absturz ins Meer den selben Effekt gehabt hätte. Er stellte es auch in Frage, dass der Pilot das Navigationssystems des Flugzeugs angeblich deaktiviert hätte. "Dazu muss man das Flugdeck verlassen und durch eine Falltür im Boden nach unten klettern", erklärte der Emirates-Chef. "Aber irgendwie wurde dieses Ding deaktiviert und somit die Boden-Ortungsfunktion ausgeschaltet."

"Wir müssen wissen, wer genau in diesem Flugzeug saß. Es ist offensichtlich, dass einige Leute das wissen", meinte er und fügte hinzu, "wir müssen alle Details wissen. Was genau war im Laderaum des Flugzeugs? Es muss alles transparent gemacht werden." Weiters sagte er: "Ich denke wir wüssten mehr, würde es eine vollständige Transparenz von den Dingen geben, die alle Beteiligten wissen. Ich glaube nicht, dass alle Informationen bereits auf den Tisch gelegt wurden."

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Clark fügte hinzu: "Dies ist ein sehr belebter Teil von Südostasien. Der Gedanke, dass wir nicht in der Lage sind zu erkennen wer Freund oder Feind ist und dass die Radaranlagen dies nicht wahrgenommen hätten ist bizarr. Was wäre geschehen, wenn das Flugzeug umgedreht und in die Petronas Towers in Kuala Lumpur geflogen wäre?"

Berechtigte Einwände und Fragen, die Clark anbringt. Immerhin scheint man sich auf Seiten der Behörden mit den unzulänglichen Erklärungen zufrieden zu geben und die Angelegenheit nicht mehr weiter verfolgen zu wollen. Eine ähnliche Verdunkelungstaktik erkennt man ja auch schon beim Flug MH17, der über der Ostukraine abgeschossen wurde. Ohne stichhaltige Beweise zu haben erhebt man Anschuldigungen und lässt die Ermittlungen nach und nach schleifen. In der Hoffnung, dass niemand mehr weiter nachhakt. Doch es gibt eben immer einige "unbequeme" Menschen wie eben Tim Clark.

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4 KOMMENTARE

  1. Na ja zu unbequem kann Tim Clark nicht werden, schliesslich sind die VAE ein Partner von Washington, entweder er wird zum schweigen gebracht oder ist seinen Job bei Emirates los.

  2. Das Interview ist eines der wenigen welches kritisch mit den bisherigen Ermittlungen umgeht. Tim Clark weiß von was er spricht, denn Emirates operiert die weltweit größte Flotte der Boing 777. " Was wäre wenn das Flugzeug umgekehrt wäre und Kurs auf die Petronas Tower genommen hätte?" Diese Frage stellt sich auch in dem Artikel von Alexander F. Leroy Blackbox MH 370. Dort wird von einer sehr wahrscheinlichen Entführung an Bord ausgegangen.

  3. Wie man schon bei 9/11 gesehen hat, können nicht nur kleine, sondern auch große Flugzeuge ferngesteuert werden. Das Offensichtlichste wird offensichtlich verschwiegen.

    • Ferngesteuerte Flugzeuge am 9.11.  ??? Da habe ich was verpaßt. Manche Menschen wissen wirklich nicht was in der Welt passiert und haben ihre eigenen Geschichten.

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