Nikolic und Vucuc. Foto: commons.wikimedia.org / www.sns.org.rs

Als ob Serbien eine Wahl hätte – dennoch wird es sich entscheiden müssen. Serbien ist ein schizophrenes Land. Es gibt sie zu Tausenden, diejenigen welche den Weg Richtung Russland marschieren würden. Gleichzeitig gibt es ein junges Serbien, welches eindeutig nach Europa tendiert. Und das hat Serbien mit der Ukraine gemeinsam. Ein Land mit viel Vergangenheit und ungewisser Zukunft. 

Von Andre Eric Keller

Was uns die Mainstreamer in der letzten Woche über Serbien auftischen wollten, stimmt zum Teil auch wirklich. Serbien hat das Potential einen noch größeren Keil zwischen die Transatlantiker und Russland zu treiben. Allein Serbien selbst hat die Macht dies zu verhindern, wenngleich Serbien keinesfalls die freundschaftlichen Beziehungen zu Moskau gefährden würde. Belgrad ist insofern erpressbar, wenn es ums Geld geht. Serbien braucht Geld aus der Europäischen Union. Und der offizielle Beitrittskandidatenstatus zur Europäischen Union lässt dieses auch fließen.

Auch wenn Serbien ein recht passables Wirtschaftswachstum vorweist, ist die Arbeitslosenrate noch immer sehr hoch, und die Flut im Frühjahr verursachte ein budgetäres Loch von 2 Milliarden Euro. Für europäische Unternehmen ist Serbien ein Lohnparadies, zumal der Durchschnittslohn gerade bei etwa 500 Euro brutto liegt. Gerade durch die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland, kann Serbien beispielsweise vermehrt Agarprodukte nach Russland absetzen. Das geschieht auch hier schon ohne Zoll, denn Serbien hat mit Russland ein Freihandelsabkommen abgeschlossen.

Politik Serbiens – Beide Tore müssen offen bleiben

Der derzeitige Präsident Nikolic und auch Premier Vucic, welche beide ursprünglich aus der ultranationalistischen Radikalen Partei Serbiens (SRS) des gerade nach Serbien zurückgekehrten Vojislav Seselj kommen, spielen genau das richtige Spiel. Man darf keine Tür hinter sich schließen, sondern muss für sein Land das Beste herausholen. Die Frage wird sein, wie lange und wie gut sie sich den Erpressungsversuchen der Europäischen Union entziehen können.

Verlangt doch jetzt bereits die EU, dass sich Serbien von Russland distanzieren – und die Sanktionen für richtig befinden solle. Den Teufel werden sie tun. Man weiß ganz genau, dass ein Beitritt zur EU noch in weiter Ferne liegt. Vor 2020 ist dies unwahrscheinlich, eher noch später. Das ist eine lange Zeit, da kann sich noch viel ändern. Für Serbien hoffentlich zum Positiven. 

Loading...

Serbien ist wirtschaftlich von der EU und Russland abhängig

Zwei Drittel des Außenhandels findet mit der Europäischen Union statt. Konzerne wie zum Beispiel Fiat haben in Serbien eine Produktionsstandort, deutsche und österreichische Banken und Versicherungen sind große Investoren. Nahrungsmittelkonzerne wie Rewe, Spar, Aldi und Lidl steigen demnächst bzw. sind gerade im serbischen Markt eingestiegen. Viele Unternehmen warteten das Assoziierungsabkommen mit der EU ab, vor allem aber gab es noch Hürden in punkto Rechtssicherheit zu beseitigen.

Alles in allem hat sich mit Serbien ein weiterer Absatzmarkt eröffnet, so dient Serbien auch als Sprungbrett nach Mazedonien, Bosnien und auch Montenegro und dem Kosovo. Russland, wie könnte es anders sein, bedient Serbien vor allem mit Gas. Die serbische Ölfirma Naftna Industrija Srbije (NIS) wurde bereits 2008 von Gazprom um günstige 400 Millionen Euro gekauft. Eine weitere wichtige Zusammenarbeit besteht beim Projekt Southstream, wonach über Bulgarien kommend eine Gaspipeline durch Serbien bis in die Europäische Union verlegt werden soll. Dieses Projekt wird momentan von der EU blockiert, gebaut wird jedoch trotzdem.

Es ist ziemlich sicher, dass Serbien der Europäischen Union beitreten will, aber genauso wenig auf eine gute Zusammenarbeit mit Russland verzichten möchte. Wir werden noch öfters ein Tauziehen um Serbien beobachten können. Der EU stößt das innige Verhältnis zum großen Bruder Russland auf, da gilt es mit Gewalt einen Keil hinein zu treiben. Die stolzen Serben werden aber nicht so leicht in die Knie gehen. Sollte sich die wirtschaftliche Lage nicht drastisch verschlechtern, ist mit einer Abwendung von Russland – nur noch in Richtung EU – nicht zu rechnen. Russland wird das ohnehin mit gezielten Investitionen zu Danken wissen, und das sogar ohne Gegenleistung. 

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 KOMMENTARE

  1. ….einen Fehler sollten die Serben vermeiden und das ist die Voll-Mitgliedschaft in der EU.

    wer sich dem "Brüssel-Kartel"unterwirft,hat schlechte Karten.Es folgt der Zwang und die Unterwerfung einer kleinen Elitären-Kaste die das Sagen haben.

    Wenn die Führer Serbiens es so gestallten wie es die Schweahreniz gemacht hat,weden sie besser fahren.

    Ich finde,daß ein gutes Verhältnis zu Russland wichtig ist und das sollten sie in jedem Fall anstreben…..

  2. Serbien ist ein schizophrenes Land. Es gibt sie zu…… usw.? Was fuer ein Obertitel fuer eine mehr oder weniger objektives Artikel ? Warum ? Es ist nicht genug kleine Luegen und Verspotten ? Liebe Damen und Herren, Serbien waere nicht in diese Lage dass Koalition mit ihre grosse Land nicht 10 jahre Santionen machte und endlich Jugoslawien zersterte. Jezt Sie machen eine unglaubliche Erpressung auf Serbien, war nicht ? Ich moechte nicht in EU, und eine Menge von andere Buerger. Was war Jugoslawien damals? Ein Beispiel, wahr nicht und jetzt ? Wer hat Schuld dafuer ? Serben und Serbien? Was werden Sie mir antworten wenn ich sage : Deutschland ist eine Schwulenland ? Oder, Deutschland ist eine amerikanische Fruehgeburt ohne eigene Identitaet, macht alles gegen sich und eigenes Verfasung ? Ich denke dass Deutschland wird finden Kraft und wieder seine Demokratie erbauen. Trozdem Ich, und menge Serben shatzen sehr Deutsche und Deutschland. Entschuldigen fuer meine Gramatick, aber es ist 30 Jahre vorbei als ich wie Korrespodent in Deutschland war. Schade, Schade, wir sind beide Kristen aber Sie sind gross und wir sind klein, aber stolz vieleicht mehr als zusammen Sie und Amerikaner.

    Schoene Gruesse aus Serbien,

    Slobodan Maričić , (71) Belgrad    

  3. 2016?

    .

    Alois Irlmaier – Zusammengefasste Visionen zum 3. Weltkrieg:
     
    "Es kommt aufgrund eines Blitzangriffs russischer Einheiten in Belgrad ganz kurzfristig zu einer Konferenz in Budapest. Dabei wird ein Hochgestellter ermordet, wahrscheinlich erstochen."

    Der Zeuge, von dem diese Aussage überliefert wurde und der Irlmaier gut gekannt hat, meint heute, dasses sich beim 'Hochgestellten' um einen jugendlich anmutenden amerikanischen Präsidenten handelt.

    "Der Hochgestellte wird von den Russen ermordet. Daraufhin erklärt sein Nachfolger den Russen schlichtweg offiziell den Krieg. Doch die Amerikaner sind völlig verblüfft, dass die Russen schon am 3. Tag danach angreifen. Sie dachten, dass die Russen noch eine Zeitlang brauchen, bis sie mobil machen und angreifen. Aber das wird nicht lange dauern. Gleich nach der Konferenz von Budapest kommen die Leute in Passau aus dem Dom und stellenfest, dass auf der anderen (österreichischen) Seite Panzer sind. Zuerst meinen sie, das sei eine Übung einheimischer Panzer; bis sie feststellen, dass es Russen sind. Da sind sie ganz entsetzt und merken, jetzt ist alles verloren."

    "Nachdem die Russen in Ost-Österreich eingedrungen sind, fliehen die Österreicher auf der A8 Salzburg-München, und zwar in einer so dichten Weise, dass die Autobahn auf beiden Seiten von Flüchtlingen Richtung Westen verstopft ist. Wären sie doch nur dort geblieben, wo sie waren, es kommt nicht besser; es kommt eher schlimmer für sie."

    "Die Russen stehen bereits am 1. Tag des Angriffs am Rhein. Es seien schon vorher sehr viele Agenten hier, die Chaos auslösen."

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here