Deutschland: Nur schwache Lohnzuwächse – CDU ganz auf Kurs

Die nächsten Jahre dürften für die Arbeitnehmer wieder einige Nachteile mit sich bringen. Waren die Lohnzuwächse schon in den letzten Jahren nur unterdurchschnittlich, so dürfte sich das wohl in näherer Zukunft nicht ändern. Und die CDU trägt diese Politik mit.

Von Marco Maier

Weil die deutsche Konjunktur momentan etwas auf der Stelle tritt, warnen Arbeitgeberverbände und CDU-Wirtschaftspolitiker vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Unternehmen. Dazu zählen auch die Löhne, nicht jedoch die Dividenden für die Anteilseigner. Jene die Werte schaffen, sollen für sinkende Reallöhne arbeiten, während jene die lediglich ein wenig Geld in die Unternehmen investierten, bevorzugt behandelt werden.

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres legten die Arbeitskosten nach den Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hierzulande um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Im EU-Mittel waren es laut IMK 1,3 Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Arbeitskosten hierzulande um 1,4, in der EU um 1,3 Prozent geklettert. Richtig aufwärts mit der Bezahlung war es 2012 und 2011 gegangen, als ein Plus von 3,2 und 2,8 Prozent erreicht wurde.

Im Durchschnitt kostet eine Arbeitsstunde in Deutschland 31,30 Euro (Stand 2013). Damit kommt die Bundesrepublik wie 2012 auf Rang acht unter den 28 EU-Mitgliedsstaaten. Teurer ist Arbeit unter anderem in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Schweden. Dänemark liegt mit 41,40 Euro auf dem EU-Spitzenplatz. Die Unternehmen in Deutschland profitieren noch heute von der stark ausgeprägten Lohnzurückhaltung im vergangenen Jahrzehnt. Zwischen 2000 und 2008 hatte die Bundesrepublik die geringsten Arbeitskosten-Zuwächse aller EU-Länder. Zum Vergleich: allein die DAX-Konzerne hatten ihre Dividenden-Zahlungen von 2003 auf 2008 fast verdreifacht.

Wie die CDU über Reallohnzuwächse (zumindest für die Arbeitnehmer, nicht für die Politiker) denkt, lässt sich an folgender Aussage festmachen: "Die Reallöhne werden in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge steigen", sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger dem Wall Street Journal Deutschland. Dadurch habe Deutschland bereits an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Das heißt: für die CDU zählt nicht der wichtige Binnenmarkt, sondern lediglich der Export. Dass dieser jedoch oftmals nur mit Schuldverschreibungen bezahlt wird, ist scheinbar egal. Lieber sieht man zu, wie die Mittelschicht schrittweise finanziell ausgehungert wird.

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