Afghanistan gilt als traditionelles Anbaugebiet für Schlafmohn, der die Basis für Opium und Heroin darstellt. Seit Ende der Taliban-Herrschaft und der Übernahme der Kontrolle durch die NATO über das Land, ist die Anbaufläche jedoch geradezu explodiert.

Von Marco Maier

Afghanistan OpiumZu Zeiten der Taliban-Herrschaft über Afghanistan wurden zwischen 50.000 und 100.000 Hektar Land für den Anbau von Schlafmohn verwendet. Zwar verdienten diese durch Steuern für den Anbau und den Handel von Drogen auch Geld, dennoch hielt sich das Ganze in Grenzen. Immerhin verurteilten die islamischen Extremisten den Drogengebrauch als unislamisch. Doch wenn die dekadente westliche Welt sich unbedingt selbst mit Heroin zerstören wollte, so wollten sie wenigstens etwas dabei verdienen.

Interessant ist jedoch, dass das Land nach dem formellen Sieg der NATO über die Taliban und die Erlangung der Kontrolle über weite Gebiete Afghanistans geradezu einen Boom beim Anbau von Drogen erlebt. Für die restlichen Taliban, die vor allem im Süden des Landes agieren, wurde das Opium dadurch zur Haupteinnahmequelle. Das UNO-Büro zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität (UNODC) in Kabul teilte heute mit, dass die Anbaufläche von Schlafmohn auf einen neuen Rekordwert gestiegen ist. Gegenüber dem Vorjahr vergrößerte sich diese um 15.000 auf nunmehr 224.000 Hektar.

Afghanistan Opium KarteDie Opiumproduktion legte in diesem Jahr nach Angaben von UNODC um 17 Prozent auf 6.400 Tonnen zu. Sie bleibt damit unter dem Spitzenwert von 7.400 Tonnen im Jahr 2007. Afghanistan produziert rund 80 Prozent des Rohopiums weltweit, das der Grundstoff für Heroin ist. Im Jahresbericht von UNODC und dem afghanischen Ministerium zur Drogenbekämpfung heißt es, weiterhin werde in 19 der 34 afghanischen Provinzen Schlafmohn angebaut. Rund 46 Prozent des Opiums stammten den Angaben nach aus der Taliban-Hochburg Helmand im Süden des Landes. Die Fläche, auf der Schlafmohn durch die Behörden gerodet worden sei, habe von 7.348 Hektar im vergangenen Jahr auf 2.692 Hektar 2014 abgenommen.

Nun, da die NATO den Abzug aus Afghanistan plant, bleibt die Frage offen, wie die schwache afghanische Regierung angesichts der Stärke der lokalen Stammesführer gegen den Drogenanbau vorgehen wird. Böse Zungen behaupten zwar, dass sich die CIA mit den Opiumgeschäften die schwarzen Kassen für verdeckte Operationen aufbessern würde, so dass der "Krieg gegen die Drogen" in Afghanistan eigentlich nur ein Schauspiel wäre, doch bewiesen werden konnte dies bislang noch nicht. Aber es wäre auch verwunderlich, wenn sich die US-Intrigentruppe in die Karten schauel lassen würde.

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3 thoughts on “Afghanistan: 224.000 Hektar Land für Drogenanbau”

  1. ….wo ist das Problem….jeder soll das Unglück konsumieren können….ich habe kein Mitleid mit Idioten die unbebingt sterben wollen….ich bin sowieso für jegliche Freigabe von Drogen….Polizei und Gerichte sparen viel Zeit und Geld wenn der Dreck frei verkäuflich ist….

     

  2. @Reiner Peters

    Sie müssen bedenken,daß bei einer Freigabe der Preis ins Bodenlose fällt.Das dürfte einigen nicht gefallen,zumal ja inzwischen der Drogenhandel in der EU ins Bruttosozialprodukt einfließt.Stellen Sie sich die "Wachstumsdelle" des BSP vor.Das wird niemand zulassen.Die paar Tausend Drogentote um die kümmert sich niemand,das sind nur Kollateralschäden.

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