Bild: Flickr / 401(K) 2012 CC-BY-SA 2.0

Auf ganze 56 Billionen Euro beläuft sich das Privatvermögen in Europa. Den Großteil davon besitzen jedoch nur wenige Menschen: die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens. Besonders unausgeglichen ist die Vermögensverteilung demnach in Österreich, Deutschland, Zypern und der Schweiz.

Von Marco Maier

Das private Vermögen in Europa hat nach der Delle im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 einen neuen Rekordwert erreicht. Ganze 56 Billionen Euro schwer sind die Europäer. Doch nicht nur das Gesamtvermögen wächst – auch die Ungleichgewichte nehmen dramatisch zu. Während insbesondere die reichsten 10 Prozent ordentlich zulegen konnten, haben es insbesondere die ärmsten 50 Prozent immer schwerer und müssen oftmals ihre Finanzreserven anzapfen.

So besitzt nach Angaben einer Studie der Schweizer Privatbank Julius Bär das reichste Prozent in Österreich gar rund 40 Prozent des gesamten Vermögens – in Deutschland sind es 35 Prozent. In Großbritannien, den Niederlanden oder Griechenland sind es hingegen weniger als 15 Prozent, die sich die Finanzelite gesichert hat. Grund dafür ist der Studie nach unter anderem auch die höhere Besteuerung von Erbschaften in diesen Ländern.

Doch im Großen und Ganzen hat diese Entwicklung vor allem mit den Kapitalmärkten zu tun. Geld anzulegen ist demnach rentabler als zu arbeiten. Insbesondere die niedrigen Zinsen und die Geldschwemme der Notenbanken in der letzten Zeit sorgten dafür, dass Finanzmarktjongleure annehmbare Renditen mit geliehenem Kapital erwirtschaften konnten. Renditen, die von der Realwirtschaft abgedrückt werden müssen und somit dem Großteil der Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung stehen.

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Allerdings muss man auch bedenken, dass viele Vermögenswerte nur fiktiv sind, da sie auf völlig überbewerteten Aktien beruhen. Die Kursfeuerwerke an den Börsen spiegeln nämlich nicht einmal ansatzweise die realwirtschaftliche Entwicklung wieder, so dass diese Unternehmen ohne umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen nicht mehr lange die Renditeerwartungen erfüllen werden können. Damit geht jedoch auch ein wirtschaftlicher Niedergang einher, wie die ständig nach unten korrigierten Konjunkturprognosen für Europa zeigen.

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1 KOMMENTAR

  1. Wer viel zu verlieren hat, hat auch mehr Angst und plagt sich mit Sorgen wie er seinen Reichtum bewahren kann, er muss sich in Abhängigkeiten begeben und spielt sich damit genau so selbst kaputt wie ein kleinst Unternehmer

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