Obdachloser. Bild: Flickr / Franco Folini CC BY-SA 2.0
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Die jüngsten Zahlen des "US Census Bureau" verdeutlichen das Scheitern der US-Politik in Sachen Armutsbekämpfung. Ganze 48 Millionen Menschen leben demnach in Armut; 16 Prozent der Kinder sind davon betroffen. Ein Armutszeugnis für den Staat, welches einst als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" galt und Wohlstand versprach.

Von Marco Maier

Während trotz chronisch leerer Staatskassen das Geld für Kriege weiterhin locker sitzt, leidet der soziale Bereich der USA unter den Sparmaßnahmen. Die Armut nahm in den letzten Jahren weiter zu, so dass insbesondere in den Ballungsräumen immer mehr Menschen ins soziale Aus abgleiten. Zwar vermelden die USA sinkende Arbeitslosenzahlen, doch aussagekräftig ist dies nicht.

Einerseits ist dies auf den wachsenden Niedriglohnsektor zurückzuführen, andererseits auf die zunehmende Resignation vieler Arbeitsloser. Sie melden sich oftmals nicht einmal mehr bei den Arbeitsämtern, da sie ohnehin kein Geld mehr erhalten. So wird die Zahl der Arbeitslosen offiziell mit etwa 9,2 Millionen Personen angegeben, in Wirklichkeit jedoch liegt die Zahl der Unbeschäftigten bei 18,4 Millionen, und demnach bei etwa dem Doppelten.

Ein weiterer Knackpunkt ist das US-Sozialsystem, wonach sich die Menschen selbst um eine Krankenversicherung kümmern müssen. Viele US-Amerikaner können sich diese gar nicht leisten, weshalb insgesamt rund 11 Millionen Menschen allein infolge einer Krankheit in die Armut abrutschten. Insgesamt beträgt die Zahl jener Menschen, die sich keine Krankenversicherung leisten können schon 46,8 Millionen. 46,3 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelmarken angewiesen.

Insgesamt gelten zudem derzeit mehr als 3,5 Millionen Menschen in den USA als obdachlos, wovon etwa die Hälfte aus alleinstehenden Männern und jeweils knapp ein Viertel aus alleinstehenden Frauen oder Familien mit Kindern besteht. Als besonders davon betroffen gelten Afroamerikaner und Hispanics, die im Vergleich zum Bevölkerungsanteil deutlich überrepräsentiert sind.

Die Fehlentwicklung in den USA lässt sich auch bei den Vermögensverhältnissen nachlesen. Nach einer Untersuchung der Fed hielt zuletzt die untere Hälfte der amerikanischen Haushalte nur 1 Prozent des Vermögens, während es 1989 noch 3 Prozent gewesen waren. Dagegen stieg der Anteil der reichsten 5 Prozent in den Jahren 1989 bis 2013 von 54 auf 63 Prozent. Darin zeigt sich auch, wie sehr die Mittelschicht unter der Umverteilung leidet. Der Rest – jene die weniger als die reichsten 5 Prozent und mehr als die unteren 50 Prozent besitzen, verfügen nur noch über 36 Prozent des Gesamtvermögens. 1989 waren es noch 43 Prozent.

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