Petro Poroschenko bei der Stimmabgabe. Bild: Ukrainisches Präsidialamt

Nach Auszählung von rund einem Viertel der Stimmen zeichnet sich in der Ukraine ein deutliches Bild ab: Der "Block Petro Poroschenko" und Jazenjuks "Volksfront" erhalten jeweils rund 22 Prozent der Stimmen. Damit dürfte Arsenij Jazenjuk, der im Wahlkampf vor allem mit nationalistischen Tönen hervorstach, wohl weitere Jahre Teil der Regierung sein.

Von Marco Maier

Die vom Bürgerkrieg und dem wirtschaftlichen Niedergang gezeichnete Ukraine erlebt mit den sonntäglichen Parlamentswahlen, die in einigen Teilen des Landes nicht durchgeführt werden konnte, einen massiven Rechtsrutsch. Die Auszählung von etwa 25 Prozent der Stimmen ergab ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Jazenjuks "Volksfront" (21,69 Prozent) und dem "Block Petro Poroschenko" (21,63 Prozent).

Vier weitere Parteien ziehen über die Listenmandate, für die eine Hürde von 5 Prozent gilt, in die Werchowna Rada ein: Die Partei "Selbsthilfe" des Lemberger Bürgermeisters Andriy Sadovji konnte demnach 10,55 Prozent erzielen. Auf Listenplatz 2 dieser Partei kandidiert der Gründer des Bataillon Donbass, Semen Sementschenko. Auch der "Oppositionsblock", der hauptsächlich aus ehemaligen Abgeordneten der "Partei der Regionen" besteht, zieht demnach mit rund 9,65 Prozent der Stimmen in die Rada ein. Weiter dabei ist Ljaschkos "Radikale Partei" (7,65 Prozent) und Timoschenkos "Vaterland" mit 5,87 Prozent".

Nicht wieder ins Parlament geschafft hat es demnach die Swoboda-Partei, die in Nachwahlbefragungen noch deutlich über der 5-Prozent-Hürde lag. Allerdings werden nur die Hälfte der 450 Sitze via Parteilisten vergeben, während die andere Hälfte in Direktwahlkreisen ermittelt werden. Hier könnte es noch zu Verschiebungen der Kräfte kommen. Zählt man die Ergebnisse der dezidiert nationalistischen Parteien zusammen, so erhielten diese wohl mindestens die Hälfte der abgegebenen Stimmen.

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