Bild: Flickr / epSos.de CC-BY 2.0

Ausländische Arbeitnehmer in der Schweiz haben 2013 Verwandte und Bekannte in ihren Heimatländern mit mindestens fast 6,5 Milliarden Franken (5,4 Milliarden Euro) unterstützt. Der Betrag übersteigt die öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz um mehr als das Doppelte.

Von Marco Maier

Die sogenannten Rücküberweisungen von Migranten gelten zunehmend als wichtige Einkommensquelle für ärmere Länder. Viele afrikanische, asiatische und lateinamerikanische, aber auch osteuropäische Staaten profitieren davon. Von 2003 bis 2013 haben sich diese Transfers aus der Schweiz beinahe verdoppelt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) unter Berufung auf Zahlen der Weltbank berichtet. Nach 4,2 Prozent im Vorjahr betrug der Anstieg 2013 noch 2,0 Prozent.

Erfasst werden nur Zahlungen über formelle Kanäle wie Banken, Post und Transferanbieter wie Western Union. Experten gehen davon aus, dass ein grosser Teil der Geldflüsse auf informellem Weg erfolgt und die effektiven Transfers um bis zur Hälfte über den offiziellen Zahlen liegen könnten. Damit könnte der Betrag insgesamt bei etwa 10 Milliarden Franken (8,3 Milliarden Euro) liegen.

Infolge der zunehmenden wirtschaftlichen Liberalisierung und zunehmender Migration auch von besser verdienenden Arbeitskräften, haben die Rücküberweisungen nicht nur in der Schweiz kräftig zugenommen. Von 2004 bis 2014 erhöhten sich die Geldsendungen nach den Schätzungen der Weltbank global von 230 Milliarden auf 582 Milliarden Dollar. Allein dieses Jahr beträgt das Wachstum 5 Prozent.

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Im Jahr 2014 fließen drei Viertel der Gelder in Entwicklungsländer. Das ist dreimal mehr, als die offizielle Entwicklungshilfe ausmacht. Die Zahlungen übertreffen auch die ausländischen Direktinvestitionen in diesen Staaten (ohne China) bei weitem. Die höchste Summe geht mit 71 Milliarden Dollar an Indien, danach folgen China (64 Milliarden) und die Philippinen (28 Milliarden). Gemessen am Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind die wichtigsten Empfänger Tadschikistan (42 Prozent), Kirgisien (32 Prozent) und Nepal (29 Prozent).

Insgesamt betrachtet bewirken diese Rücküberweisungen eine positive Entwicklung in den betroffenen Ländern. Neben einer höheren Lebensqualität sorgen die Geldzuwendungen aus dem Ausland auch dafür, dass viele Familien ihre Kinder in die Schule schicken können, so dass sich der Bildungsstandard in den ärmeren Ländern sukzessive erhöht.

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