Putin beim Waldai-Klub in Sotschi. Bild: Kreml

Russlands Präsident, Wladimir Putin, warf den USA in einer Rede vor dem Waldai-Klub vor, die globale Stabilität zu untergraben, indem sie versuchen anderen Ländern ihren eigenen Willen aufzudrücken. Dabei bezeichnete er die westlichen Sanktionen gegen Russland weiterhin als großen Fehler.

Von Marco Maier

Im russischen Schwarzmeer-Kurort Sotschi, wo erst kürzlich die Olympischen Spiele stattfanden, tagt derzeit der aus Experten zur russischen Außen- und Innenpolitik bestehende Internationale Diskussionsklub Waldai. Präsident Putin hielt dort heute eine Rede, in der er die Washingtoner Außenpolitik heftig kritisierte. Immerhin interessiert sich die US-Administration lediglich für die eigenen Interessen, wobei jene der betroffenen Länder keine Rolle spielen. Washingtons Politik, so Putin, mache die Welt zu einem bösen Ort.

Die "sogenannten Siegermächte des Kalten Krieges" wollen, so der russische Präsident, die Welt exklusiv für sich selbst neu zeichnen. Wer einen Blick in die Ukraine, nach Venezuela, Hongkong, oder den Nahen Osten wirft, weiß wovon Wladimir Putin spricht. Die gezielte Destabilisierung von Staaten und Regionen zur Installierung politisch genehmer Regimes ist ein Spiel, welches Washington gerne spielt.

Weiters ging der russische Präsident in seiner Rede auf die vielen Krisenherde dieser Welt ein. "Ein Risikofaktor sind dabei nicht nur traditionelle Gegensätze zwischen Ländern, sondern auch die innere Instabilität in einzelnen Ländern", sagte Putin. Besonders jene Staaten, die an der Stoßstelle der geopolitischen Interessen oder an der Grenze kulturell-historischer oder ökonomischer Zivilisationen liegen, sind seiner Ansicht nach davon betroffen. "Die Ukraine ist nur ein Beispiel für einen derartigen Konflikt, der sich auf die globale Kräftekonstellation auswirkt. Ich glaube, das sei bei weitem nicht der letzte Konflikt dieser Art", so Putin.

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In seiner Rede zeichnete er auch jenen Unterschied auf, der die russische von der US-amerikanischen Politik auszeichnet: "Russland will nur, dass seine Interessen mit berücksichtigt und geachtet werden… Russland fordert für sich keinen besonderen ausschließlichen Platz in der Welt. Das möchte ich betonen. Wir achten die Interessen der anderen und wollen, dass auch unsere Interessen geachtet werden." Dabei berief er sich auf die Eurasische Wirtschaftsunion, die BRICS-Staaten und die Shanghaier Kooperationsorganisation (SOZ), die keine Schmieden für neue Blöcke seien, "Auf unserer Tagesordnung steht die Förderung der Beziehungen zwischen Ländern, nicht aber ihre Entzweiung."

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3 KOMMENTARE

  1. Europa gehört den Europäern und Rußland gehört zu Europa. Als Nachgeborener kenne ich die Grauen der beiden Weltkriege im letzten Jahrhundert von den Berichten meiner Eltern und Großeltern. Die Mehrheit der Menschen  in Europa wollen in Frieden miteinander leben und sich tolerieren. Und ich stelle immer mehr fest, dass in Amerika gewählte Marionetten der Hochfinanz nicht mehr die Interessen der Leute, die sie wählten vertreten und Freiheit nur noch auf dem Papier steht. Mit Waffengewalt kann keine Freiheit und Toleranz geschaffen werden. Vielleicht lernt Amerika umzudenken. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr im 18. Jahrhundert als sich 13 Kolonien in der nordamerikanischen Wildnis mit Waffengewalt von Großbritannien lösten. Gott schütze unsere Freiheit und schenke uns Frieden.

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